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Blog Training
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Geschrieben von: Steffen Kohler
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Montag, den 08. März 2010 um 19:35 Uhr |
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Nachdem das Wochenende aufgrund meiner Bereitschaft sowieso sehr kurz war (Samstag durfte ich bis 22:30 arbeiten und kam erst um kurz vor 23 Uhr nach Hause) war es ja irgendwie klar, das da noch etwas kommen sollte - und so war es dann auch. Heute morgen um 04:37 klingelte mein Handy und die Nacht war vorbei. Was ein Glück bekam mein Schatz nichts davon mit und konnte weiterschlafen! Um kurz nach halb sechs war ich dann auf der Arbeit....und es gab noch nicht einmal Kaffee! Warum ich so lange gebraucht habe vom Aufstehen bis zum Arbeitsbeginn? Ich war so sauer (der Anruf war eigentlich völlig unnötig, warum ist mal egal) , dass ich erst einmal zum Abreagieren 150!!! Situps am Stück (soviele habe ich zuvor noch niemals ohne Pause geschafft), 50 reverse Situps für den Rücken und 50 Liegestütze machen musste - anschließend konnte ich zwar das Duschgel kaum noch halten, dafür ging es mir aber richtig gut! Egal, der Tag ging vorüber und so freuten wir uns dann, ausgeschlafen und fit wie wir waren, auf den gemütlichen Regenerationslauf heute Abend. 18,6 Km waren wir unterwegs und nach 1:48 Stunden bereits wieder zu Hause. Was mein Schatz so Regenerationslauf nennt ;-), irgendwie hatte sie heute Pfeffer in ihrem Hintern. Jetzt mache ich mir natürlich so meine Gedanken, wie kann sie nach einem Lauf wie dem Gestrigen bereits heute wieder so fit sein? Oder war das gestern noch nicht genug?
Wie dem auch sei, die Luft war auf jeden Fall herrlich, kristallklar und die frühlingshaften Temperaturen luden zu einem Lauf erstmals in kurzen Hosen und kurzärmligen Shirt ein. schweine Kälte ließ uns wie gehabt die ersten 3 Kilometer erst einmal frieren. Wann wird es eigentlich endlich mal WARM!!!????
Egal, dafür durften wir einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen, ist ja schließlich auch schon mal etwas. Ausserdem hat sie ihren neuen IPod heute ausprobiert. Ja, ihren neuen, der Alte hat ja leider letzte Woche Dienstag den Geist aufgegeben, 3 Monate alt. Mittwochs schickte ich ihn per GLS zu Amazon zurück mit einem kleinen Briefchen, der orginal Rechnung und dem kompletten Zubehör in der Erwartung, dass die Reparatur wohl mindestens 3 - 4 Wochen dauern würde. Denkste, Amazon ist echt genial, Donnerstags kam eine Mail, in der der Empfang bestätigt wurde und bereits Freitags eine Gutschrift inklusive Porto, und zwar nicht die 4,10 €, die ich bei GLS bezahlt hatte, sondern über 6,90 €, also dem Porto der DHL. Das nenne ich mal Service am Kunden. Bereits Abends war das zurückerstattete Geld auf unserem Konto. Note: 1+++! Natürlich direkt ein neues Gerät bestellt, welches bereits heute morgen bei uns eintraf. Amazon kann man da wirklich nur weiter empfehlen, da zahle ich auch gerne einmal ein paar Euro mehr für ein Produkt, wenn ich mir eines solch vorbildlichen Services sicher sein kann. Das dies so ist weiß ich deshalb, da das bei uns schon das zweite mal war und auch ein Arbeitskollege von mir schon einmal einen Garantiefall dort hatte, der ebenfalls sehr kulant abgewickelt wurde. VORBILDLICH!
@ Marco: Aus dem Double beim Marathon in Bonn wird nichts, die angegebenen Zeiten stimmen leider. Also werden wir Samstags einen 30er mit ordentlich Höhenmetern absolvieren und Sonntags dann den Marathon wie geplant. Ist zwar nicht ganz so toll, aber immerhin! 12 Kommentare lesen... >> |
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Blog Training
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Geschrieben von: Steffen Kohler
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Sonntag, den 07. März 2010 um 19:08 Uhr |
...hatten wir bei unserem heutigen gemeinsamen langen Lauf über 30 Km und knapp 500 Höhenmetern. Um endlich einmal eine neue Strecke erkunden zu können, hatten wir beide unseren Trinkrucksack mit dabei. Bei meinem Schatz war es heute das erste mal, während ich ihn ja schon zwei mal getragen hatte und damals genau wie heute restlos begeistert davon bin. Er ist wirklich sehr angenehm zu tragen, hat genügend Stauraum für Tempo, Riegel und andere Kleinigkeiten und ein mit 2,1 Litern ausreichend großes Wasserreservoir. Die heutige Route ging erst nach Gross-Winternheim, von dort aus auf den Mainzer Berg, quer über die Kuppe nach Wackernheim, runter auf den Heidesheimer Radweg zurück bis fast zu unserem Haus, kurz vorher rechts ab den Selzradweg entlang bis zur ersten Brücke, dort links ab über die Selz und die L 428, um dann die Westerhäuser Straße in Angriff zu nehmen. Auf dem Westerberg oben angekommen ging es am gleichnamigen Schloss vorbei quer über den Berg nach Appenheim. Hier liefen wir den Radweg am Welzbach entlang bis Nieder-Hilbersheim, wo wir dann links abbogen, um die letzte Steigung zu erklimmen. Oben angekommen liefen wir ein Stück die Kuppe entlang bis an die Stelle, an der wir zuvor nach Appenheim (links) hinab gelaufen sind. Dort bogen wir dann allerdings rechts ab und liefen den gleichen Weg wieder zurück, den wir zuvor hergekommen waren. Im Tal angekommen liefen wir noch eine kleine Schleife über Altegasse, Heimesgasse, Stiegelgasse in die Edelgasse, bis wir nach 3:44 Stunden wieder zu Hause waren. Bis auf den sehr starken und wahnsinnig kalten Wind war der Lauf ein einziger Traum. Ich hätte ewig weiter laufen können, so schön war es und so gut habe ich mich dabei gefühlt. Gut, der eiskalte, sehr starke Wind (bis zu 40 Km/std) war etwas unangenehm, aber mit letzter Woche in Marburg nicht zu vergleichen. Bilder gibt es unter Fotos. Melanie:Gestern Abend hatten Steffen und ich uns den Horrorfilm "Drag me to Hell" angeschaut, Teil zwei spielte sich heute bei meinem Lauf ab. Wie ich schon angekündigt hatte, liefen wir heute 30,3 Kilometer mit 475 Höhenmeter. Der 50iger letzte Woche im Orkan war ein Zuckerschlecken dagegen. Ich bin überhaupt nicht trainiert für Berge, vielleicht wird’s ja noch was aber es wird etwas dauern. Mit einem Tempo weit über sieben Minuten und hochrotem fast platzenden Kopf hatte ich ganz schön zu kämpfen, bis ich die Anstiege oben war. Landschaftlich konnte ich das gar nicht alles genießen und das obwohl es heute so herrlich mit dem Sonnenschein war, eigentlich ein Traum. Was natürlich noch erschwerend dazu kam war der furchtbare Wind, ich hatte ganz schön geflucht, obwohl ich diese Winde ja noch aus Marburg kennen sollte. Aber egal, Wind hin, Wind her, ich liebe es zu Fluchen (und das war ein Grund dazu), denn es treibt mich mächtig voran. In den nächsten Wochen wird man sehen, ob ich Fortschritte mache, es wird nicht einfach werden. Mit meinen Beinen hatte ich überhaupt keine Probleme gehabt. Nach 3:44 waren wir zu Hause angekommen. Wenn ich an den Rennsteig denke - auf was habe ich mich dsa eingelassen...aber ich wollte und will es ja unbedingt! Wochenbillanz: Melanie: 53,2 Km, 715 Höhenmeter
Steffen: 84,3 Km, 1054 Höhenmeter 12 Kommentare lesen... >> |
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Interview bei "Laufe Marathon" |
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Blog Gedanken
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Geschrieben von: Steffen Kohler
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Samstag, den 06. März 2010 um 21:45 Uhr |
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Vor etwa drei Wochen hatten wir ja die Gelegenheit, bei "Laufe Marathon" sprich Heiko Wache ein Interview zu geben. Ich muss schon sagen, die Fragen waren wirklich sehr gut gewählt. Nachdem dieses virtuelle Gespräch nun seit 14 Tagen bei ihm veröffentlicht ist (ich wollte ihm ja keine Konkurrenz machen), möchte ich es für diejenigen, die es noch nicht gelesen haben, nun auch hier präsentieren. Ab er als Erstes auch hier noch einmal herzlichen Dank an Heiko, es war uns eine Ehre Rede und Antwort zu stehen und es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht:
"Als nächstes möchte ich die Gelegenheit nutzen, um das Läuferpaar Melanie und Steffen vorzustellen. Beide sind im Internet unter runningfreaks.de zu finden und zu erleben.
1. Hallo Melanie und Steffen, kurz zu Eurer Vorstellung: Wer seid Ihr? Was macht Ihr? Jo, ich fange dann halt mal an. Ich bin der Steffen, 40 Jahre alt, als Informationsverarbeitungstechniker in der Datenverarbeitung eines Pharmaunternehmens in Familienbesitz tätig und meine Passion ist das Laufen. Außerdem bin ich noch im Vorstand und im Herrenkomitee unseres Karnevalsvereins, also ein Vollblutfastnachter.
Mein Schatz Melanie, mit der ich das unwahrscheinliches Glück habe seit über 11 Jahren sehr glücklich verheiratet zu sein, ist 38 Jahre alt und hat einen sehr stressigen Job in einer Radiologischen Gemeinschaftspraxis in Mainz. Auch sie ist narrisch und dem entsprechend im Damenkomitee des gleichen Vereines.
Außerdem schauen wir uns sehr gerne Horrorfilme in unserem Homecinema an, lieben die Musik und lesen auch sehr gerne einmal ein gutes Buch.
2. Solange seid Ihr zwei beiden auch noch nicht als ambitionierte Läufer dabei. Welche Gründe gab es für Euch, mit dem intensiveren Laufen zu beginnen und was sorgte dafür, dass Ihr auch dabei geblieben seid? Gründe mit dem intensiven Laufen zu beginnen, schwierig zu Beantworten. Also einmal die Woche für etwa 1 Stunde Laufen und einmal die Woche Krafttraining machen wir eigentlich schon seit ungefähr 9 Jahren, das ist etwa so lange wie wir nicht mehr rauchen. Durch mein Abendstudium war das allerdings zum Ende hin leider aus Zeitgründen nicht mehr so möglich, sodass ich etwa ein Jahr gar nichts mehr gemacht habe. Das war von Sommer 2006 bis Sommer 2007. Doch, eines habe ich da gemacht, mich nämlich von 73 Kg auf 82 Kg hochgefuttert.
Als der Abschluss dann endlich geschafft war, das war im Juni 2007, stelle sich die Frage, wie man das wieder los werden könnte, denn wohlgefühlt habe ich mich so überhaupt nicht. Gut, von einem mal Laufen und einem mal Krafttraining in der Woche würde da auch nicht viel passieren, also haben wir uns dazu entschieden 2 – 3 mal in der Woche laufen, damals nannten wir das noch joggen, zu gehen. Doch mir war schnell klar, ohne langfristiges Ziel hören wir damit ganz schnell wieder auf. Da habe ich meinen Schatz gefragt, welche Ideen sie denn so hätte und da sagte sie: “Lass uns einen Marathon laufen”! Und so haben wir es dann auch gemacht.
Ein Trainingsplan wurde erstellt und so debütierten wir gemeinsam im Mai 2008 beim Gutenberg Marathon in Mainz mit einer Zeit von 4:28, und zwar ohne Schmerzen und mit einem breiten Lachen im Gesicht. Wir fragten uns dann: “Und nun, was machen wir nun? So hart war das doch jetzt gar nicht, war das schon alles“? Also steckten wir uns neue Ziele. Es folgte mein Ultramarathondebüt im August 2008 in Leipzig und mein zweiter Marathon in Darmstadt einen Monat später. Die Ziele waren da jeweils anders, in Leipzig war es einzig das Finishen, in Darmstadt eine neue Persönliche Bestzeit aufzustellen. Und so ging das dann 2009 munter weiter.
Mittlerweile habe ich 7 Marathons, 5 Ultras über 50 Km, einen 6-Stundenlauf über knapp 70 Km und sogar einen 100er auf meinem Konto. Auch Melanie ist mit 6 Marathons und einem 50er gut dabei. Warum wir dabei geblieben sind? Weil es so verdammt viel Spaß macht, man viel sieht und wahnsinnig viele nette Menschen dadurch kennen lernen darf.
3. Was hat sich in Eurem Leben, außer der Fitness, verändert seitdem Ihr lauft? Würdet Ihr die These bestätigen, dass Laufen ruhiger und ausgeglichener macht? Erst einmal zu einem großen Teil der Freundeskreis, denn für so manchen sind wir einfach nur verrückt und bekommen auch recht wenig Verständnis für unsere Leidenschaft entgegen gebracht. Da hat sich einiges in Richtung Läufer hin verschoben, ist ja auch irgendwo völlig normal, wie ich denke. Sehr viele Menschen haben aber auch inzwischen Respekt für die von uns erbrachten Leistungen und bewundern uns sogar ob der von uns an den Tag gelegten Disziplin und unserem Durchhaltevermögen. Einige Staunen über unseren sehr guten Gesundheitszustand, kennen sie uns doch noch aus früheren Zeiten mit all unseren Wehwehchen.
Ob Laufen ruhiger und ausgeglichener macht? Absolut, und nicht nur das. Es macht einen selbst viel zufriedener, dankbarer, wertschätzender, man läuft buchstäblich mit ganz anderen und viel offeneren Augen durch die Gegend, sieht vieles ganz anders, genießt mehr und kann sich auch an den winzigsten Kleinigkeiten hoch erfreuen. Man nimmt die Welt zuweilen auf einer ganz anderen Ebene wahr, viel intensiver, viel wacher.
Auch sich selbst lernt man ganz neu kennen. Man lernt sogar, wie ich es immer so gerne ausdrücke, eine komplett neue Sprache, nämlich die seines Körpers. Und der hat eine Menge zu erzählen, ständig, man konnte ihn früher nur nicht recht verstehen. Heute weiß ich viel mehr über mich als noch vor 3 Jahren. Ich weiß zu welchen Leistungen ich in der Lage bin, was mein Körper braucht, kenne aber auch seine Warnsignale und reagiere entsprechend auf sie. Das ich meinen Organismus gelernt habe zu verstehen dankt er mir dann mit Verletzungsfreiheit und immer wieder fantastisch gemeisterten Herausforderungen. Das war aber ein langer Prozess und ist erst nach und nach passiert, natürlich auch mit dem einen oder anderen Fehler. Doch aus diesen habe ich gelernt und das ist das Wichtigste. Und die Sprache umfasst z.B. Ernährung, korrekte Belastung, benötigte Regeneration, Trainingsplananpassung, nur um einige einmal zu nennen.
4. Laufmuffel klagen gerne darüber, dass sie keine Zeit hätten, sich sportlich zu betätigen. Gründe sind sehr schnell gefunden. Wie schaffst Ihr es, das Laufen in den Alltag zu integrieren, ohne dabei Stress zu erleiden? Ist es manchmal nicht auch sinnvoll, mal eine Trainingseinheit ausfallen zu lassen? Wir haben das Pech ungewollt kinderlos zu sein, das heißt viele Verpflichtungen, wie sie Gleichaltrige haben, fallen bei uns dadurch weg. Ich denke das ist, was das Laufen betrifft, ein Vorteil. Zumindest versetzt es uns in die glückliche Lage, etwa 70 % aller Läufe gemeinsam bestreiten zu können, die sonst wohl eher zeitversetzt stattfinden müssten. Aber ganz grundsätzlich bin ich der Meinung das jeder, ausnahmslos jeder Zeit zum Laufen hat. Man muss ja nicht wie wir zwischen 70 und 100 Km in der Woche laufen, aber ich denke 2 – 3 Stunden und somit etwa 20 – 30 Km ist wirklich für jeden machbar und würde vom Trainingsumfang immerhin für einen Halbmarathon reichen.
Ich sage es einmal so, in der Zeit, in der andere Fernsehen, laufen wir, wenn viele glauben sich nach der Arbeit erst einmal eine Stunde auf die Couch legen zu müssen, ja auch da laufen wir. Rechnet das mal auf 5 Arbeitstage hoch sind das schon über 5 Stunden, reicht doch, oder? Und dann gibt es ja noch ganz andere Möglichkeiten, man kann ja auch zur Arbeit laufen, oder von der Arbeit nach Hause laufen, ach es gibt so viele Möglichkeiten. Ich denke es liegt einfach am Willen und an der Gewohnheit. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier mit zuweilen schwachem Willen.
Klar lassen wir auch einmal eine Einheit ausfallen oder wir stellen das Training sogar während des Trainings selbst kurzerhand um. Zu Beginn unseres Laufens haben wir streng nach Plan trainiert, heute gibt es nur noch ein grobes Gerüst und was gemacht wird entscheidet dann oftmals unsere jeweilige Verfassung. Und wenn es einmal nicht geht wird es eben einfach auf morgen verschoben. Wir sehen das nicht mehr so eng wie noch vor zwei Jahren. Einzig die grundsätzlichen Trainingsprinzipien werden nach wie vor eingehalten.
5. Ich gewinne oft den Eindruck, dass Menschen sich und Ihren Körper überfordern, weil sie neben der Arbeit auch die Familie und Haus, Hof und Garten versorgen müssen, Sport muss auch noch sein und eine gesunde Ernährung ist Pflicht. Oft erscheint es wie ein Zwang und es ist fraglich, ob dies der Weg zur Zufriedenheit sein kann. Wie geht Ihr mit diesem Leistungsdruck, immer den “Mann” oder die “Frau” stehen zu müssen, um? Leistungsdruck? Nein, den lassen wir erst gar nicht aufkommen. Wem sollen wir denn was beweisen? Niemandem außer uns selbst. Wir haben auch Verpflichtungen und Haus und Hof fordern auch ihren Teil, doch sagen wir auch oft genug: “Na und, dann bleibt es eben liegen und wird erst später erledigt”. Von diesem Zwang des Funktionierens haben wir uns weitestgehend loslösen können und das ist auch gut so. Klar, viele Dinge müssen gemacht werden, doch wenn man die gut plant ist das normalerweise auch stressfrei zu bewerkstelligen.
Und Sport, also das Laufen, MUSS nicht sein, es DARF sein, es ist ein Geschenk, wir brauche es, es ist unser Lebenselixier, so wichtig wie unser täglich Brot und Wasser, so selbstverständlich wie das Aufstehen, die Morgentoilette, das Frühstück usw. Bewegen wir uns einen Tag nicht geht das noch, gerade so, am zweiten ist es dann aber auch schon zu viel, da müssen wir raus, uns bewegen, an die frische Luft.
Nein, Laufen ist ein Darf und absolutes Vergnügen, keine Pflicht und kein Zwang. Es ist Balsam für Körper, Geist und Seele. Wenn es Pflicht wäre würden wir sofort damit aufhören.
6. Im Internet seid Ihr aktiv mit Eurer Website runningfreaks.de. Habt Ihr durch Eure Aktivitäten schon neue Laufbekanntschaften schließen können und wie wichtig ist Euch die Vernetzung im Internet? Oh ja, sowohl virtuell als auch in der Realität. Und die sind alle samt sehr positiv. Manchmal haben wir das Gefühl wir Läufer sind alle eine riesige Familie. Es gibt auch sehr viele Läufer, die wir unbedingt noch persönlich kennen lernen möchten, deren Denkweisen uns sehr interessieren und deren Leistungen und Lebenseinstellungen uns unglaublich faszinieren. Oft ist es aber auch umgekehrt, da lernt man sich im echten Läuferleben bei irgend einem Event kennen und hält über das Medium Internet weiterhin den Kontakt aufrecht. Insofern ist uns beides sehr wichtig. Die Website gibt aber auch die Möglichkeit Wissen und Erfahrungen weiter zu geben, umgekehrt sich aber auch viele nützliche Tipps dort, beispielsweise als Kommentar im Blog, geben zu lassen. Oft tut es aber auch einfach mal gut über diesen Weg getröstet zu werden, auch einmal Mut zugesprochen zu bekommen oder für eine erbrachte Leistung gelobt zu werden.
7. Ihr seid ein Läuferpaar: Ist da manchmal eine gewisser Konkurrenzkampf vorhanden, z.B. ich will mehr Kilometer machen als mein Partner? Ist Euch das gemeinsame Laufen wichtig oder sollte auch jeder mal seine eigenen läuferischen Wege gehen? Konkurrenzkampf gibt es bei uns nicht, aus dem ganz einfachen Grund, da ich um einiges schneller bin als mein Schatz.Das hängt mit unserer Jugend zusammen, während Melanie früher noch nie Sport getrieben hat, war ich in meiner Jugend sportlich ganz gut unterwegs. Erst Fußball, später Mehrkampf in der Leichtathletik im Leistungskader des USC-Mainz inklusive der Teilnahme an den Landesjugendmeisterschaften. Doch damit war dann aufgrund einer Verletzung von meinem 16. bis zu meinem 31. Lebensjahr Schluss. Doch die “Vorbelastung” macht sich heute doch deutlich bemerkbar.
Das ist aber auch völlig egal, klar, manchmal ist sie schon etwas neidisch auf mein Tempo, doch ich bin ja auch neidisch auf andere Läufer, wo ist da jetzt der Unterschied? Außerdem ist das doch auch ganz egal, jeder läuft sein Tempo und laufen wir gemeinsam passe ich mein Tempo an das Ihrige an, so einfach ist das.
Nein, wir sehen es als riesigen Vorteil an etwa 80 % aller Läufe gemeinsam absolvieren zu können, ab und an aber auch einmal einen Lauf alleine machen zu können. Gleiches gilt bei Wettkämpfen, etwa die Hälfte bestreiten wir zusammen, mein Schatz versucht ihr jeweiliges Ziel zu erreichen, während das für mich dann eher ein prima Trainingslauf ist, den ich unter anderem zum Bildermachen und Filmen nutze. Dann gibt es wieder Rennen, die wir getrennt bestreiten, da jeder eben sein eigens Ziel verfolgt und somit sein eigenes Tempo läuft. Beides hat eben auf seine Weise seinen Reiz.
Die gemeinsamen Trainingsläufe aber genießen wir besonders und es kommt nicht selten vor, dass wir im absoluten Gleichschritt daher laufen. Nicht, dass wir es bewusst so wollten, es passiert einfach und gibt uns immer wieder ein tolles Gefühl der Einheit und Gemeinsamkeit, einfach unbeschreiblich und das wollten wir auch nicht mehr missen.
Ja, uns ist das gemeinsame Laufen sehr wichtig, sowohl im Training als auch im Wettkampf.
8. Die Motivation spielt im Sport immer wieder eine große Rolle. Wie motiviert Ihr Euch zu immer neuen Taten im Training und Wettkampf? Oh je, da gibt es so unendlich viele Gründe, wo soll man da nur anfangen? Mit den Antworten zu den Fragen 2 und 3 haben wir ja schon einiges genannt. Die Motivation beim Training kommt aber auch aus ganz einfachen Situationen heraus, man erfreut sich an dem Sonnenschein, der Natur, der Laufstrecke, an der Bewegung, an dem wunderen Gefühl während und nach dem Laufen. Oftmals freut man sich auch auf eine Strecke die man noch nicht kennt, an neuen Schuhen, die man einlaufen darf, an einem neuen Shirt, einer Hose, auf eine bestimmte Musik, gibt es eigentlich etwas, was nicht motivierend wirken kann?
Beim Wettkampf verhält sich das ähnlich, mal ist es der Ehrgeiz eine neue Bestzeit zu erreichen, dann aber auch einfach die Tatsache, eine neue Herausforderung zu bestehen, oder die Freude auf einen wunderschönen Landschaftslauf, auf die Natur, die vielen netten Läufer die man dort trifft, die Atmosphäre des jeweiligen Events, die vielen Zuschauer, die einen anfeuern, oft aber auch einfach das Drumherum, oder alles zusammen? Auch hier gibt es kaum etwas, was nicht motivierend wirken kann.
Die Hauptmotivation ist sowieso das Laufen selbst.
9. Was würdet Ihr Einsteigern auf dem Weg zur einer “Laufkarriere” mitgeben? Gibt es da Tipps oder Erfahrungen, die Ihr teilen könnt? Wir sind keine allwissenden Laufpäpste, wirklich nicht. Da gibt es jede Menge Läufer, die über weitaus mehr Erfahrung verfügen wie wir. Aber wir denken es gibt ein paar Grundsätze die man beachten sollte. Langsam aber konstant mit dem Laufen beginnen, nur ganz allmählich steigern, sowohl Intensität als auch Umfang und niemals beides zusammen, Ruhephasen einlegen, auf seinen Körper hören, auch mal kürzer treten wenn es sein muss, sich zu Beginn kleine, aber erreichbare Ziele stecken, diese dann bei einsetzendem Erfolg ebenfalls langsam steigern, Gymnastik und Krafttraining nicht vergessen und vor allem immer den Spaß beim Laufen behalten. Laufen darf niemals zum Zwang oder zum Muss werden.
10. Schon lange ist Marathon und Ultralauf nicht nur was für Verrückte. Woher kommt Eurer Meinung nach der Drang von Menschen, nach immer größeren Herausforderungen zu streben? Die Frage ist für uns erst einmal „Was ist eine größere Herausforderung?“, ich meine, wer definiert das? Wenn ein Marathon nicht 42,195 Km wäre, sondern 50 Km, wäre dann ein 100 Kilometerlauf eine größere Herausforderung? Ich weiß es nicht, dies sei nur mal so am Rande bemerkt.
Bei uns ist es so, dass wir uns nach unserem ersten gefinishten Marathon gefragt haben: „War es das jetzt, ist das wirklich schon alles, keine Schmerzen, nur ein wenig Muskelkater, sonst nichts“? Dann lasen wir, dass es auch 50 Km-Läufe gibt, prompt haben wir uns zu einem angemeldet. Resultat genau wie nach dem ersten Marathon. Also ging es weiter, sodass sogar die 100 Km erfolgreich und ohne Probleme gefinisht wurden. Und was kommt jetzt? Keine Ahnung. Wir denken jeder möchte für sich seine Grenzerfahrungen machen, seinen Körper mal so richtig kennenlernen, einfach mehr über sich erfahren, Grenzen überschreiten und entdecken, zu was er alles in der Lage ist. Außerdem wird man mit der Zeit auch mental unglaublich stark, man weiß zu was man in der Lage ist, welche Ausdauer man hat und davon profitiert man auch sehr in seinem normalen Leben, egal ob beruflich oder privat. Also wir haben unsere Grenzen auf jeden Fall bis heute noch nicht herausgefunden.
11. Wie steht Ihr zu Trainingsplänen und zur neuesten Technik wie Garmin Forerunner? Auch wir bedienen uns zur Trainingskontrolle und auch zur Steuerung der modernen Technik, allerdings gehören wir zur Fraktion der Polarnutzer. Da dann allerdings das Topmodell. Sagen wir es mal ganz ehrlich so, brauchen würden wir diese Technik wahrscheinlich nicht unbedingt, es ist aber ohne Zweifel ein schönes Spielzeug. Mit der Zeit hat man als Läufer gelernt anhand des gefühlten Pulses und der Atmung sein Tempo richtig einzuschätzen und wäre auch ohne Laufcomputer in der Lage, sein Training korrekt durchzuführen. Für Anfänger ist es allerdings fast unverzichtbar.
Was Trainingspläne angeht kommen wir mehr und mehr davon ab. Na ja, nicht ganz, wir haben wohl einen, passen diesen aber täglich an unsere momentane Verfassung und an den Tagesablauf an. Er dient uns so zu sagen lediglich als grober Anhaltspunkt und Richtschnur.
12. Sind intensive Planung und beste Technik wirklich für Läufer immer hilfreich oder können sie auch ein Hemmschuh sein? Also ich gehöre zu den Läufern, für die eine akribische Vorbereitung und Planung ein absolutes Muss ist. Es ist doch wie in der Schule, oder? Je besser man für eine Arbeit oder Klausur vorbereitet ist, umso entspannter und gelassener ist man dann auch und das zahlt sich schließlich auch in guten Noten aus. Ich denke beim Laufen ist es ganz ähnlich. Und unter einer guten Vorbereitung verstehe ich auch eine mentale Vorbereitung auf das, was da kommt. Ich persönlich denke mir so ziemlich alles aus, was während eines Wettkampfes z.B. so alles passieren könnte. Trifft es dann ein bleibe ich ganz entspannt, habe ich doch schon mindestens eine Lösung parat. Ich denke das ist ganz wichtig und viele unterschätzen diese Art des Trainings oder dieser Vorbereitung. Was soll mich denn bitte schön noch aufhalten, wenn ich im Kopf stark bin? Beste Technik würde mir da nicht weiter helfen, dem entsprechend messe ich ihr eine viel niedrigere Bedeutung zu. Es ist wie beim Training, eine schöne Kontrolle, ein schönes Spielzeug, aber brauchen tue ich es eigentlich nicht.
13. Ihr lauft mit offenen Augen durch die Welt und habt dadurch das Projekt: “Laufend etwas bewegen.” ins Leben gerufen. Was ist das Ziel dieses Projektes und was macht es aus? Ziel dieses Projektes ist es ganz gezielt bedürftigen direkt bei uns vor Ort ganz unbürokratisch zu helfen. Es gibt so viele Hilfsaktionen für das Ausland, auch wir unterstützen ja ein Patenkind, das auf den Philippinen lebt, aber wir haben es selbst mehrfach gesehen, Armut gibt es auch bei uns, direkt vor der Haustüre. Warum engagiert sich niemand für diese Menschen? Und genau das haben wir uns auch gefragt. Das Besondere an diesem Projekt ist die Tatsache, dass sich sowohl Läufer als auch Nichtläufer daran beteiligen können. Läufer sogar nicht nur mit Geld, sondern auch mit ihrer eigenen läuferischen Leistung. Wir denken das motiviert zusätzlich und sorgt außerdem dafür, dass man sich noch mehr mit diesem Projekt verbunden fühlt. Außerdem ist dies eine sehr dynamische Aktion die sich erst mit der Zeit entwickelt und das macht sie auch so spannend. Es gibt eine eigene Homepage, die stets aktuell gehalten wird und auf der jeder nachschauen kann, wie viele Spender es mittlerweile gibt und wie hoch der bereits erlaufene Spendenbetrag ist.
Ein weiterer Punkt ist der, dass ganz zum Schluss jeder Spender durch eine Abstimmung mit entscheiden kann, für was genau das Geld eingesetzt wird. Des weiteren gibt es eine offizielle Spendenübergabe bei der jeder Spender Teilnehmen kann und so die Möglichkeit haben wird, die Menschen, für die er gespendet hat, selbst kennen zu lernen und deren Herzlichkeit und Dankbarkeit zu erleben. Auch das motiviert und schafft vor allem auch für Vertrauen und Transparenz, weiß man doch zu 100 % wohin das Geld geht, und zwar jeder einzelne Cent!
14. Was hat Euch dazu bewogen, dieses Projekt ins Leben zu rufen? Zum einen ist es die Tatsache, dass wir wahnsinnig viele Obdachlose während unserer Trainingsläufe unter Brücken, Unterführungen, Durchgängen usw. haben schlafen sehen – im tiefsten Winter. Und das nicht erst in diesem Jahr, sondern schon die letzten beiden Jahre. Auch an der Tafel, also der Essens- und Lebensmittelausgabe sind wir sehr oft vorbei gelaufen. Das alles hat uns sehr nachdenklich gemacht und so haben wir dann begonnen, uns intensiver damit zu beschäftigen. Die Idee etwas zu tun hatten wir schon länger, alleine die Art und Weise mit der wir etwas tun könnten war uns noch unklar. Ein weiterer Punkt ist der, dass wir, seitdem wir uns damit beschäftigen festgestellt haben, dass es ja wirklich massig Spendenaktionen gibt, aber wirklich keine einzige für diese Bevölkerungsgruppe.
So gibt es jede Menge Aktionen, vor allem der Medien, auch für deutsche Projekte, aber, und das soll jetzt nicht abwertend sein, immer nur für die selben Institutionen wie Behindertenheime, Ein Herz für Kinder, Tierheime, Suchtzentren usw., eben alles Aktionen, die man Medienwirksam an die Öffentlichkeit bringen kann. Ein krankes, trauriges Kind wirkt eben mehr als ein Obdachloser, der bei Eiseskälte unter einer Brücke schläft oder ein Bedürftiger, der bei der Tafel um etwas zum Essen bittet. Außerdem gibt es da eine regelrechte Lobby, man soll es nicht glauben, besonders Projekte der kirchlichen Träger erhalten auffallend oft Unterstützung durch die Medien, wie bereits gesagt, es lässt sich eben medienwirksamer verkaufen und irgendwie erinnert das schon sehr stark an Politik, die im Übrigen ebenfalls ordentlich mitmischt. Wir haben das ja selbst schon festgestellt, weder Radio, noch TV oder die Tageszeitung zeigten Interesse an unserer Aktion, einzig das wöchentlich erscheinende Wochenblatt war begeistert davon. Übrigens läuft deren Redakteurin mittlerweile ebenfalls für unsere Aktion. Schlage selbst einmal die Zeitung auf oder achte im Fernsehen darauf und Du wirst feststellen, dass es so ist wie wir es beschreiben. Obdachlose haben keine Lobby, sie sind eine Randgruppe die niemand in seiner Nähe haben will, überall werden sie aus den Städten verbannt, niemand beachtet sie, traurig.
15. Spendenaktionen in der Laufszene scheinen zur Zeit hoch im Kurs zu stehen, siehe auch Run4Haiti. Was kann wirklich durch diese Spendenaktionen bewegt werden? Wir, und damit spreche ich nur für unsere Aktion, wollen erreichen, dass es ein nachhaltiges Bewusstsein für bedürftige Menschen in Deutschland, besonders in unserer Stadt gibt. Wir wollen erreichen, dass man diese Menschen nicht vergisst und sie ignoriert, es kann jeden von uns treffen und zwar schneller, als uns leib sein kann. Job weg, kein Geld mehr, Wohnungsverlust, ohne Wohnung keine Arbeit, glaube mir, es kann wirklich sehr schnell gehen. Durch die Spendenübergabe sollen auch Berührungsängste abgebaut werden und die Spenderdazu bewegt werden, sich weiterhin gemeinsam mit uns für diese Menschen einzusetzen. Nachhaltigkeit, das ist das Ziel. Ich halte nichts davon einfach einen Betrag X irgendwohin zu überweisen und fertig. Mit unserer Art der Spende gibt es viel mehr Möglichkeiten sich aktiv daran zu beteiligen und auch gedanklich damit auseinanderzusetzen.
16. Besteht möglicherweise die Gefahr, dass sich einzelne Initiatoren solcher Aktionen profilieren wollen und die Aktion nur Mittel zum Zweck für das eigene Ego und Presseaufmerksamkeit ist? Ausschließen kann man das natürlich niemals, das ist klar. Fakt ist aber das man ohne die Presse kaum eine Chance hat etwas vernünftiges auf die Beine zu stellen. Und wenn es doch diese Medien gibt, warum sollte ich sie dann für den guten Zweck nicht nutzen? Nein, Aufmerksamkeit brauchen wir nicht, nicht für uns, aber wohl für unsere Aktion. Es ist ja auch so, das man ja auch unheimlich viel Zeit in eine solche Sache steckt, teilweise sogar viel Geld. Ich wollte nicht wissen, wie viele Arbeitsstunden in die Aktion „Run4Haiti“ geflossen sind, wie viele schlaflose Nächte das gekostet hat, da wurde sehr viel Herzblut investiert und ich kann mir nicht vorstellen, dass man so etwas nur macht um sich zu profilieren. Auch wir haben sehr viel Zeit in unsere Aktion gesteckt, inklusive eigener Homepage usw., nein, das macht niemand um Aufmerksamkeit in der Presse zu bekommen. Wir auf alle Fälle nicht. Wir machen das, weil wir es aus tiefstem Herzen machen wollen und es uns wichtig ist, für diese Menschen etwas zu tun.
17. Was war für Euch bisher das schönste Lauferlebnis, das Ihr erlebt habt? Grundsätzlich ist jeder lauf ein besonderes Lauferlebnis, weil jeder auf seine Art einzigartig ist. Was die Wettkämpfe angeht waren es folgende:
Für Melanie war der schönste Lauf mit Abstand der 50iger in Leipzig im August 2009, da hat einfach alles gepasst. Tolles Wetter, wunderbare Strecke, wahnsinnig nette Leute und eine einzigartige Atmosphäre haben dort für ein ganz entspanntes und unvergessliches Lauferlebnis gesorgt. Es war alles so richtig familiär, auch und besonders vor und nach dem Lauf selbst.
Bei mir ist es schwer zu sagen, eigentlich hat jeder Wettkampf etwas besonderes. Gut, der erste gefinishte Marathon 2008 ist wohl genauso unvergesslich wie der erste absolvierte 100er, der übrigens auch in Leipzig 2009 stattfand. Aber auch der 6-Stundnlauf in Troisdorf November 2009 hat etwas besonderes. Warum? Ich möchte es so beschreiben, es lief dort eigentlich überhaupt nichts rund, ich war saft- und kraftlos, fast der gesamte Lauf wurde nur aus dem Kopf gelaufen und trotzdem sind 69,150 Km dabei herausgekommen. Eine Leistung, von der der ich vorher noch nicht einmal zu träumen gewagt hätte. Auch ein solcher, sagen wir mal Kampflauf, ist doch auch ein schönes Erlebnis, oder?
Aber nochmal, wäre nicht jeder Lauf etwas besonderes, würden wir dann überhaupt noch laufen?
18. Jeder Läufer kennt kleine oder größere Krisen im Wettkampf. Gab es Erfahrungen, die Ihr schon machen musstet und welche blieben Euch da besonders in Erinnerung? Bei Melanie war es ohne Zweifel der Berlinmarathon 2009. Nach dem Tod ihres Vaters im Sommer des gleichen Jahres, den wochenlangen Querelen auf ihrer Arbeitsstelle mit tagelanger Schlaflosigkeit und dementsprechend schlechter Vorbereitung wollte sie ihn völlig entkräftet trotzdem unbedingt laufen. Die ersten 20 Km gingen ja noch, doch dann war jeder Schritt eine einzige Qual, der Puls war viel zu hoch und sie hatte überhaupt keine Kraft mehr. Doch aufgeben wollte sie nicht, sie wollte unbedingt durch das Brandenburger Tor laufen, für ihren Vater, für sich selbst und hat das dann auch mit unbändiger Willenskraft tatsächlich geschafft. Als sie nach 4:28 Stunden dort durch das Ziel lief stand ein Schotte mit seinem Dudelsack auf der Zielgeraden und spielte dort ganz alleine Amazing Grace. Es war eine einzigartige Atmosphäre, ein unbeschreibliches Gänsehautgefühl, diese Melodie und die applaudierenden Zuschauer und so war es auch nicht verwunderlich, dass sie unter Tränen durch das Ziel lief, völlig fertig aber überglücklich. Diesen Lauf mit 22 Km Kampf um jeden Meter, vor allem aber der Zieleinlauf, wird sie niemals vergessen.
Was mich angeht ist es nur der 6-Stundenlauf in Troisdorf gewesen, bei dem ich wirklich sehr kämpfen musste. Obwohl, wenn ich an den 50iger in Rodgau bei tiefem Schnee und Eis 2010 denke, das war auch ein unglaublich harter Lauf und hatte auf den letzten 15 Km wirklich nichts mehr mit Vergnügen zu tun gehabt. Aber auch solche Läufe muss es geben, denn erst so weiß man andere entsprechend zu schätzen, oder?
19. Vielen Dank für das Interview. Auf was von den runningfreaks dürfen wir uns in nächster Zeit freuen? Sagen wir es doch einmal so, wenn uns vor vier Jahren jemand erzählt hätte, dass wir jemals einen Marathon oder gar 50 oder 100 Km laufen würden, den hätten wir ihn für total verrückt erklärt. Das Jahr 2010 ist voll mit neuen Herausforderungen, wir sind selbst gespannt ob wir in der Lage sind, diese alle zu schaffen. Niemand weiß was die Zukunft bringt und genau das macht sie ja so spannend, oder?
Auch von uns ein ganz herzlichen Dank an Dich für die tollen, anspruchs- und niveauvollen Fragen, hat wirklich sehr viel Spaß gemacht sie zu beantworten. Und glaube mir, zu so Manchem könnte man noch so einiges schreiben ;-) !" 0 Kommentare lesen... >> |
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Geschrieben von: Steffen Kohler
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Freitag, den 05. März 2010 um 20:38 Uhr |
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Wie bereits angekündigt sind wir heute gemeinsam die von mir bereits vorgestern neu erlaufene Strecke über 13,2 Km mit 240 Höhenmetern gelaufen.
Melanie:
Jetzt geht es los, das Training für den Supermarathon, den Rennsteiglauf (72,7 Kilometer und etwa 1600 Höhenmeter)08.Mai. Heute waren es schon einmal zum langsamen Eingewöhnen 13,2 Kilometer mit 245 Höhenmeter und das wird noch schlimmer. Für den Sonntag sind 27 Kilometer mit 430 Höhenmeter und mehr geplant. Ich glaub ich zieh mir die Tarnkappe über. Das hatte heute wieder tierisch reingezogen, die Gefühle waren zeitweise der Ohnmacht nah. Es ist sehr lange her, seit dem ich das letzte Berge gelaufen bin. Das wird wieder sehr hart für mich werden. Letztes Jahr war mein großer Wunsch unbedingt in Leipzig meinen ersten Ultra zu laufen und dieses Jahr ist es mein Wunsch , den Rennsteig zu laufen, es soll Deutschlands schönster Landschaftslauf sein. Dafür ist dieses Training eben notwendig. Von nichts kommt nichts!!!
Steffen:
Die Strecke ist und bleibt ein einzier Traum. Besonders, wenn man so wie wir heute, in den Sonnenuntergang läuft. Für mich war es ja heute aufgrund der Tatsache, dass ich diese Woche schon zwei Läufe mit immerhin 430 Höhenmetern hinter mir habe (ich weiß, Docrunner lacht darüber, gelle ;-)), ein wunderbarer Regenerationslauf. Mein Schatz hingegen lief echt auf dem Zahnfleisch, nutzt aber alles nichts. Es hat aber riesigen Spaß gemacht, der Westerberg ist einfach wunderschön. Leider war es auf dem Rückweg bereits dunkel, sodass wir da nicht all zu viel sehen konnten. Stimmt nicht ganz - das Lichtermeer Ingelheims und des Umlandes sieht auch sehr schön aus. Am Sonntag wird es dann die heutige Strecke und meine neue Errungenschaft von gestern als Kombinationslauf geben, mit Trinkrucksack und zwar jeder einen!. In der Summe sind es dann etwa 30 Km und 430 Höhenmeter. Dies wird dann Woche für woche kontinuierlich gesteigert bis auf einen Lauf von etwa 50 Km mit ungefähr 1000 Höhenmetern. Derr wird exakt eine Woche vor Weeze sein, also bereits in 5 Wochen.
Heute hatte ich ein ganz tolles, fast zweistündiges Telefongespräch mit Marco (Soulrunner), ein wahnsinnig sympatischer Läufer, danke Dir dafür!!!! Wir haben ja das Problem, dass der Bonnmarathon 14 Tage vor dem Rennsteiglauf mit nur 42 Km eigentlich zu kurz ist. Marco hat dafür die perfekte Lösung: Wir laufen dort erst den Halbmarathon und hängen dann einfach noch den vollen Marathon im direkten Anschluss hinten dran. Das sind dann 63 Km, perfekt! Also wenn das mit den Startzeiten hinkommt machen wir das. 2,5 Stunden für einen ganz gemütlichen Halben sind locker machbar. Und ein Marathon in 5 Stunden im Anschluss daran auf absolut flacher Strecke ebenso. Das Ganze dann noch mit Marco zusammen - PERFEKT!
Auch in Weeze werden wir uns sehen und den Lauf gemeinsam bestreiten, Mensch gibt das ein Spaß, ich freue mich schon wie ein kleines Kind! 4 Kommentare lesen... >> |
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Blog Training
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Geschrieben von: Steffen Kohler
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Donnerstag, den 04. März 2010 um 19:39 Uhr |
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Nachdem die letzten beiden Beiträge doch sehr lang, ausführlich und doch recht anspruchsvoll waren wird der heutige in kurzform sein. Mein Schatz ist als Gewöhnungslauf nach dem 50er in Marburg heute erst einmal mit einem 10 Km-Läufchen durchgestartet. Schön war es und leider bereits wieder nach 57 Minuten Ende. Nachdem es zu Beginn etwas schleppend lief es ab dem 3. Kilometer um so besser und richtig rund.
Ich bin etwa 2 Stunden zuvor auf eine mir bis heute unbekannte Strecke gegangen, von uns aus die Selz entlang nach Gross-Winternheim, über den Mainzer Berg bis nach Wackernheim (boah war das eine Steigung), von dort aus bergab auf den Radweg nach Heidesheim, und wieder nach Hause. Welch eine wunderschöne Strecke, sogar eine Herde Rotwild habe ich mitn einer Stätke von 8 Tieren gesehen, mitten auf dem Feld und da ich sehr starken Gegenwind hatte (wie auch bei der Steigung) haben sie mich nicht gewittert. So durfte ich mich ihnen bis auf etwa 30 Meter nähern, war das schön. Der Sonnenschein, blaue Himmel und erneut sehr angenehme Temperaturen haben das ganze dann noch perfekt abgerundet. Nach 14,5 Km und 1:18 Stunden war ich wieder zurück, viel zu früh für meinen Geschmack. Warum ich diese Gegend vorher noch nie erlaufen bin ist mir ein Rätsel, ist sie doch nicht nur landschaftlich wunderschön, sondern auch vom Profil mit immerhin 186 Höhenmetern und der Abwechslung her echt klasse.
Mehr davon!
Gleich morgen, gemeinsam mit meinem Schatz, die Route von gestern, die bin ich nämlich vorher auch noch nie gelaufen. Und sie hat mir so sehr gefallen, dass ich sie gleich morgen live und in Farbe Melanie präsentieren muss! 10 Kommentare lesen... >> |
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Blog Training
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Geschrieben von: Steffen Kohler
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Mittwoch, den 03. März 2010 um 20:04 Uhr |
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Nachdem mir Hannes die Frage gestellt hat, ob denn die Blogwelt an meinem Umdenken bzw. dem Leistungsdruck schuld sei und auch Margitta berechtigte Zweifel hat, möchte ich heute einmal versuchen zu erklären, wie es zu dieser Erkenntnis "Läuferische Freiheit" kommen konnte.
Vorab das Übliche: Mein Schatz hat wegen ihrer Spätschicht das heutige Training ausfallen lassen, nornmalerweise wäre ja Kraft dran gewesen, allerdings hat sie aus Zeitgründen nur die rumpfstabilisierenden Übungen gemacht. Mich hingegen hat es auf den Westerberg verschlagen, vom dortigigen gleichnamigen Schloss aus dann quer über den Berg nach Appenheim, dort links ab nach Nieder-Hilbersheim um dann wieder den Westerberg zu besteigen und über den Selbigen nach Hause zu laufen. Das es wieder einmal wunderschöne 13 Km waren brauche ich nicht sonderlich zu erwähnen, oder? Die Aussicht von dort oben war heute übrigens grandios, die Luft war klar und rein, sodass ich bis Frankfurt auf der einen, Bad Kreuznach auf der anderen und nach vorne auch noch den wunderbaren Taunus ganz deutlich sehen konnte. Wenn das mal keine Belohnung war! Nach 1:07 Stunden und 283 Höhenmetern war ich allerdings leider wieder zu Hause. Das Wetter was auch ein Traum, Sonne satt, Genuss pur!
So, nun versuche ich zu erklären, was da wohl für Veränderungen in mir statt gefunden haben. Um es gleich vorweg zu sagen, niemand trifft irgend eine Schuld, niemand hat mich beeinflusst und die Blogwelt hat schon mal den allerwenigsten Einfluss darauf gehabt. Nein, das war ein Prozess, der wohl über eine längere Zeit passiert ist.
Wie fängt denn eine läuferische Laufbahn in der Regel an, auch meine begann so? Um nicht wieder genauso schnell wieder mit dem Laufen aufzuhören wie man damit angefangen hat setzt man sich ein Ziel, das habe ich, haben wir, auch gemacht. Ein Marathon sollte es sein, neun Monate später war es dann soweit. Was geschah dann? Na die dort gelaufene Zeit musste doch unterboten werden, man setzte sich also neue Ziele, logisch, oder? Das ist doch wohl bei jedem so, man versucht besser, schneller und weiter zu kommen, möglichst alles auf einmal. Auch das habe ich, haben wir, gemacht. Das alles geht natürlich nur, man hat ja von Trainingsplanung und Kontrolle zu diesem Zeitpunkt noch gar keine Ahnung, mit einem Trainingsplan. Den hat man aus mindestens einem, wenn nicht sogar zwei oder drei Fachbüchern zusammengestellt. Auch das Internet ist da sehr hilfreich. Nach dem ersten erfolgreichen Marathon folgte der zweite, dann der dritte, der erste 50iger, usw usw. Selbstverständlich wurde auch der Trainingsplan den neuen Zielen angepasst, ist klar, oder? Und so ging das immer weiter und weiter, man wurde immer verbissener, immer ergeiziger, immer zielstrebiger und hat dabei was vergessen? Auf seinen Körper zu hören. Die ersten Probleme stellten sich ein. Mein Schatz zog sich eine Plantare Ruptur zu, ich Shin Splint, diverse Knieprobleme stellten sich ein und so ging das immer weiter.
Das war die eine Seite der Medaille....
Auf der anderen Seite entdeckt man aber im laufe der Zeit, wie gut einem das Laufen selbst tut. Man tut das dann erst einmal ab mit den offensichtlichsten Veränderungen: Gewichtsabnahme, verbesserte Ausdauer, man ist ausgeglichener, fühlt sich besser, Ihr kennt das ja.
Im nächsten Schritt lernte man dann auf seinen Körper zu hören, ihn zu verstehen, seine Signale richtig zu deuten und sich zu bemühen ihn stets gut zu behandeln. Doch macht man das wenn man spürt das etwas nicht stimmt, aber trotzdem auf Teufel komm raus weiter trainiert, nur um bei dem nächsten Wettkampf eine tolle Zeit zu laufen? Wohl eher nicht, oder? Genau so ging es mir, erste Zweifel kamen auf, wurden aber durch weitere Erfolge sozusagen erst einmal betäubt. Ein weiterer Punkt entwickelte sich nach und nach, nämlich die Erkenntnis, wie schön das Laufen selbst eigentlich ist. Die Natur, die Landschaft, die Tier- und Pflanzenwelt, die verschiedenen Jahreszeiten, das Wetter.....einfach alles. Laufen wird zum Genuss, macht Freude und Spaß. Ausserdem stellt man fest, wie das Laufen sein Innerstes beeinflusst, was da in einem während des Laufens so alles vor sich geht, das man während des Laufens auf einmal nicht mehr selbst denkt, sondern der Lauf einen denkt und noch so einiges mehr.
Doch genau das beißt sich dann irgendwann, das Verlangen nach dem eigentlichen Lauf selbst mit all seinen fantastischen Facetten, den grandiosen Gefühlen, dem Aufsaugen der Natur, der frischen Luft auf der einen, und dem Drang nach besseren Zeiten auf der anderen Seite. Trainingspläne mit all ihren Zwängen, selbst wenn man sie so flexibel anwendet wie wir es getan haben, lähmen genau dieses Genießen und Erleben der einzelnen Läufe. Zu Beginn ist es nicht so tragisch, da ist es nur ein Trainingslauf der nicht mehr als so schön empfunden wird, macht nichts, denkt man sich da, es gibt ja noch 4 weitere diese Woche. Doch das Training wird weiter optimiert und schon sind es zwei oder drei Läufe ohne Freude über den Lauf selbst bis auf einmal nichts mehr von der wunderbaren und kostbaren Wirkung für Körper und Geist übrig ist, der Zwang hat sie alle dahin gerafft.
Genau so erging es mir seit geraumer Zeit und hat sich mehr und mehr verstärkt. Nur konnte ich mit der innerlichen Unzufriedenheit nichts anfangen, konnte sie mir nicht erklären, wie den auch, denn oberflächlich war ja auch alles in bester Ordnung, die Erfolge waren doch da. Doch das, was mir das Laufen für Körper, Geist und Seele geben sollte, das eigentlich aller Wichtigste, genau das hat eben gefehlt. Und das dies sehr wichtig ist hat mein absolutes Tief gezeigt, noch deutlicher konnte dieses Signal nun wirklich nicht sein. Und trotzdem habe ich lange gebraucht um zu verstehn, was da in meinem Innersten los ist. Aber nun habe ich verstanden.
Das alles heißt aber nicht, das ich keine Ziele mehr habe, nie wieder schnell laufen werde oder überhaupt kein Interesse mehr an Bestzeiten habe. Nein, so ist es nicht. Aber ich werde nie wieder stur nach einem Plan trainieren. Ich werde zielorientiert Laufen, das ja, geht ja wohl auch nicht anders wenn man so wie ich in diesem Jahr drei 100er bestehen will, aber ich werde meinen Körper und meinen Geist das Training steuern lassen. Was ich nicht will mache ich nicht, punkt. Und wenn ich merke das ich körperliche Probleme bekomme nehme ich sie an und reagiere sofort darauf und nicht erst wann der Plan das ermöglicht. Wenn ich merke es geht noch was setzte ich eben noch einen drauf, warum auch nicht wenn es mir gut dabei geht. Umgekehrt frage ich mich aber, warum ich, wenn ich mich nicht gut fühle, etwas machen muss, nur weil es auf irgend einem Papier steht? Blödsinn, oder?
Aber das hatten wir ja gestern schon. So, nun hoffe ich verständlich gemacht zu haben, was da mit mir im Laufe der Zeit passiert ist. Es waren im Prinzip zwei gegenläufige Entwicklungen die dazu geführt haben.
Ich könnte noch so viel dazu schreiben, Wahnsinn. Aber es ist so unglaublich schwierig die richtigen Worte dafür zu finden. Ich hoffe ich habe sie gefunden und Ihr könnt mich wenigstens ansatzweise verstehen und nachvollziehen, was da genau in mir passiert ist.
Und bitte, niemand hat mich da beeinflusst und niemand hat Schuld daran. Wie es Hannes schon geschrieben hat - es liegt an jedem selbst wie er läuft!
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Blog Training
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Geschrieben von: Steffen Kohler
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Dienstag, den 02. März 2010 um 21:58 Uhr |
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Endlich, ich bin wieder frei, ich habe die Freiheit für mich wieder entdeckt, allen Ballast abgelegt und mich den Zwängen entsagt! Was sich in der Woche vor Marburg als düstere Wolke zusammenbraute hat sich dann beim Lahntallauf entladen und beim heutigen völlig entspannten Regenerationsläufchen über 13 Km bestätigt. Um es einmal so auszudrücken, der heutige Lauf war wieder wie in alten Zeiten, es lief von Anfang an rund, der Lauf und ich waren eine Einheit, jeder Schritt war die pure Freude und zwar vom ersten Schritt an, ja ich hätte ewig so weiter laufen können. Und warum? Weil ich wieder frei bin. Völlig losgelöst von allen Zwängen konnte ich heute die Natur und den wunderbaren Sonnenuntergang genießen, den kommenden Frühling wahrnehmen und meine Lungen mit herrlich duftender Luft vollsaugen. Ach war das schön. Und warum war das so, was war der Unterschied zu den Läufen der letzten, na sagen wir einmal 7 Wochen? Ganz einfach, ich bin endlich wiederf frei! Laufen in Freiheit, das war es, was mir innerlich gefehlt hat. Laufen ohne Zwänge, einfach nur um zu genießen. Nicht ständig auf die Uhr schauen zu MÜSSEN, nur um irgend ein blödes Tempo zu halten oder den Puls zu kontrollieren, nein, viel lieber die Blicke statt zur Uhr in die Natur schweifen lassen, sich an deren Schönheit erfreuen.
Nicht ständig nach Plan laufen, nein, die Freiheit besitzen zu sagen ok, heute laufe ich 20 oder 30 Km, oder auch nur 10, ganz egal, aber nicht weil es auf einem doofen Plan steht, sondern weil ich es will, weil mir danach ist, weil ich das verdammte Bedürfnis danach habe, weil das Wetter so schön ist, die Vögel so wunderbar singen, ja weil ich mich vielleicht danach sehne!
Nicht irgend ein Tempo vorgeschrieben bekommen nur weil es für die angestrebte Zielzeit bei irgend einem Wettkampf unbedingt sein muss, Blödsinn, braucht kein Mensch, ich möchte das Tempo laufen was ich möchte, wonach mir dann in diesem Augenblick zu Mute ist, die Freiheit haben zu sagen gut, heute gibt es ein Tempolauf, weil ICH Lust darauf habe, oder eben auch nicht!
Und ich möcht die Freiheit haben zu entscheiden welche Strecke ich laufen möchte und nicht auch das noch vorgeschrieben bekommen. Warum geht heute kein Lauf mit vielen Höhenmetern, warum darf ich den Weinberg nicht erlaufen, ach so, weil Intervalltraining vorgesehen ist, Bullshit, dann laufe ich eben den Berg hoch, genieße die Aussicht und pfeife auf das blöde Intervallgerenne.
Ich möchte die Freiheit haben zu entscheiden wann ich mich im Training verausgabe und über meine Grenzen gehe und wann nicht! Wer ausser mir selbst weiß denn wann das für mich am besten ist? Doch kein Buch oder Onlineplaner, der kennt mich nicht, hat absolut keine Ahnung von mir, von meiner momentanen Verfassung. Nein, ICH weiß das, nur ich und mein Körper und er soll bestimmen was jeweils Sache ist und was nicht.
Ich möchte die Freiheit haben auf meinen Körper zu hören zu können, ihn wahr zu nehmen, seine Zeichen zu verstehen und zu beachten und ihn eben nicht zu Dingen zwingen zu müssen, die er im Moment nicht möchte.
Ich möchte die Freiheit haben meiner Gesundheit nicht zu schaden durch Überbelastungen, Verletzungen zu riskieren nur um bei einem Wettkampf die eine oder andere Minute schneller zu sein. Warum auch, wem muss ich etwas beweisen? Ist es das wert die Gesundheit zu riskieren? Nein, das ist es definitiv nicht. Mein Körper ist eben nicht perfekt dafür gebaut um ständig Bestleistungen abzurufen, das hat die Vergangenheit gezeigt. Sobald es über längere Zeit schneller wurde gingen die Wehwehchen los, so ein Quatsch, braucht doch wirklich niemand, wozu und warum auch? Habe ich nicht viel mehr davon in 30 Jahren noch gesund und mit Freude laufen zu können als mich bereits jetzt langsfristig kaputt zu machen? Nein, meine Gesundheit ist mir verdammt noch mal mehr wert als alle Zeiten der Welt.
Habe ich jetzt keine Ziele mehr? Natürlich habe ich die, und wie, nur sind sie eben anders definiert. Ich möchte die Freiheit haben noch während eines Wettkampfes zu entscheiden ob es ein Genusslauf werden soll oder ob ich just in diesem Moment Lust darauf habe auf Zeit zu laufen. Ob ICH es will, das ist das Entscheidende, ich, nicht der Plan!
Ich möchte die Freiheit haben die Atmosphäre eines solchen Events angemessen genießen zu können, ohne Leistungsdruck, einfach nur den Lauf genießen, die vielen netten Läufer wahrnehmen, Bilder machen, das eine oder andere Gespräch auch während des Laufens zu führen, mich an der Strecke zu erfreuen und nicht ständig das Tempo und den Puls kontrollieren zu müssen.
Bestzeiten, Podestplätze? Sind das die erstrebenswertesten Ziele? Nein, das sind nicht die Ziele warum ich laufe. Mein Ziel ist es den Lauf als solchen zu genießen, mich an ihm zu erfreuen, ihn zu erleben, mich ihm zu stellen, die Herausforderung als solche anzunehmen, ihn zu verinnerlichen, mich auf ihn einzulassen und mit ihm eins zu werden, mich selbst zu besiegen, mich, nicht andere, das ist mein Ziel! Ich habe keine Lust mehr auf Stadtmarathons, bei denen nur die Zeit zählt, was gibt mir das? Was habe ich davon? Nein, raus in die Natur, etwas neues sehen, etwas einzigartiges erleben, habe ich das bei einem Stadtlauf?
Nehmen wir einmal Marburg, das Besondere hier war die Herausforderung der besonderen Wetterbedingungen. Ich habe die Strecke und den Sturm und Regen besiegt, ich habe durchgehalten, habe mich den Elementen gestellt, mich auf sie eingelassen, mich ihnen hingegeben, sie aufgesaugt, auf mich wirken lassen, meinem Emotionen freien lauf gelassen, wurde mit ihnen eins und habe sie besiegt. Das hat Spaß gemacht, das macht stolz, das ist es, was ich will. Und im Nachhinein hätte es ruhig noch härter sein können, so geil war das und so viel Freude hat das gemacht. Klar habe ich mich über die gute Platzierung gefreut, das war aber nur der Zusatz, nicht die Hauptsache!
Was heißt das für die geplanten Läufe? Ganz einfach, ich will frei sein, frei von Zwängen, ich muss nichts erreichen, ich darf den Lauf laufen, ich darf mich den Herausforderungen hingeben, mich mit ihnen vertraut machen, sie einfach nur erleben, sie genießen, sie voll und ganz wahrnehmen, aufsaugen, spüren, den Schmerz erfahren, meinen Kampf mit ihnen aufnehmen und einfach nur durchhalten, es schaffen, mich selbst erleben, meine Grenzen spüren, mehr über mich erfahren und wenn es vollbtracht ist mit erhobenem Haupt die Ziellinie erreichen und dieses absolute Gefühl der inneren Zufriedenheit erleben.
Das ist es , was ich will. Das ist es, warum ich laufe.
Wenn dann mal rein zufällig eine gute Platzierung dabei herausspringt, gut, dann freue ich mich natürlich wie ein kleines Kind, es ist aber nicht mehr das Hauptziel, definitiv nicht! Das heißt wie gesagt nicht das ich nicht doch einmal versuche schnell zu sein, aber ich trainiere nicht mehr speziell darauf hin, wenn es passiert weil ich Lust darauf habe ist es gut, wenn nicht eben auch, Punkt!
Freiheit, es ist die läuferische Freiheit. Und nur das ist es, was ich will!
Ich laufe NICHT für oder gegen andere, für Pläne und Zeiten, ich laufe um zu laufen, um zu genießen, um zu leben, für mich, für meine Gesundheit, für meine Seele!
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Regeneration, Kraft und Laufschuhe |
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Blog Training
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Geschrieben von: Steffen Kohler
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Montag, den 01. März 2010 um 19:01 Uhr |
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Während mein Schatz heute ganz im Gegensatz zu mir wenigstens gaaaanz leichten Muskelkater verspürt, habe ich wie immer gar nichts (Ruhepuls von 38!). Dem entsprechend habe ich mich dann auch für das Krafttrainingsprogramm entschieden und ohne jedes Problem durchgezogen.
Ich glaube mich noch erinnern zu können, dass Ihr zum Teil wissen wolltet, welche Übungen wir da genau machen:
Die von uns mindestens einmal wöchentlich durchgeführten und aus 5 wissenschaftlichen Fachbüchern für uns optimal herausgesuchten Übungen dazu findest Ihr hier!Die Fachbücher dazu findet Ihr hier!Die Übungen auf der rechten Seite werden mit einer hohen Wiederholungszahl durchgeführt und es erfolgt keine Pause zwischen den Übungen, es ist also so zu sagen ein Zirkeltraining. Deshalb sind wir im Anschluss auch immer so fertig mit der Welt, dass wir kaum noch die Kellertreppe hoch kommen  . Die Übungen auf der linken Seite sind Alternativ- und / oder Zusatzübungen. Dazu zu sagen ist, dass wir zusätzlich alle zwei Tage rumpfstabilisierende Übungen (Bauch- und Rückenübungen), sowie Fuß- und Wadenübungen machen. Immer schön gesund bleiben, gelle? Von nichts kommt eben nichts!  Zu gestern ist noch zu sagen, dass es in der Bildergalerie nun etwa 40 neue Bilder gibt. Viel Spaß beim Anschauen! Die laufberichte folgen noch, versprochen! Und morgen wird wieder gelaufen, was sonst, allerdings mit neuen Schuhen. Die Alten haben ausgedient, Melanies Adidas Supernova Glide haben mittlerweise 2312 Km!!! auf den Sohlen und auch meine Mizuno Precision 10 haben mit immerhin 1673 Km (sind durch mein Suplimieren aussen völlig abgelaufen) ausgedient. Sie haben sich den Ruhestand wohl verdient, kommen allerdings noch einmal beim Stongman Run in Weeze zum Einsatz, um dann dort endgültig ihren Dienst zu beenden und im Müll zu landen. Da soll noch mal einer sagen Laufschuhe halten nur 1000 Km... 14 Kommentare lesen... >> |
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Blog Training
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Geschrieben von: Steffen Kohler
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Sonntag, den 28. Februar 2010 um 19:52 Uhr |
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Mit Zeiten, über die man besser nicht spricht, ob des wahnsinnigen Orkantiefes Xynthia mit Böen von bis zu 80 Km/Std und zeitweise heftigen Regenfällen, schaffte mein Schatz mit einem unglaublichen Willen doch tatsächlich den 3. Platz in der Einzelwertung der AKW 35, ich fasse es nicht. Auch ich schnitt in der Mannschaftswertung durchaus erfolgreich ab, denn mit der LG DUV schafften wir den unglaublichen 1. Platz und erneut war ich der schnellste Läufer aus unserer Mannschaft.
Aber es war hart, verdammt hart, der Lauf war genau so wie ich es erwartet hatte, furchtbare Bedingungen, zeitweise totale Kraftlosigkeit und reichlich Schmerzen, herrlich, so muss das sein! Mein Schatz hingegen hat doch tatsächlich während des Laufens, natürlich bei den Rückenwindpassagen, gesungen, gibt´s doch gar nicht. Aber kämpfen musste sie auch, und wie, denn genau wie ich kam man kaum gegen den unglaublichen starken Sturm an und lief teilweise wirklich auf der Stelle. Auch die Seitenpassagen waren nicht ohne, zog einem der Wind doch während der Flugphase buchstäblich den Boden unter den Füßen weg, ständig stieß man heftig mit den Knöcheln aneinander und auch die Knie blieben von dies bezüglichen Zustammenstößen nicht verschont. Aber egal, alles vergessen, wir haben es geschafft. Und noch etwas, mein Kopf ist frei geblasen und aller Ärger und alle Sorgen sind entweder noch auf der Strecke oder vom Winde verweht!
Die ausführlichen Berichte werden im Verlaufe der nächsten Woche folgen, die Bilder und die Urkunden sind bereits online.
Hier die Zeiten und Platzierungen:
Melanie: 5:33:22,9, 3. Platz in der AKW 35, 17. Gesamtplatz
Steffen: 4:24:11,6, 7. Platz in der AKM 40, 20. Gesamtplatz, 1. Platz in der Mannschaftswertung mit der LG DUV
Übrigens erreichten von 138 Gemeldeten 85 Läufer das Ziel. Der Rest gab auf oder schwenkte auf kürzere Distanzen um.
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