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Läufers Weisheiten

Das Training ist die Regel - der Wettkampf ist die Ausnahme, welche die Regel bestätigt!

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Ach was war das wieder für ein klasse Sonntag, und was durften wir wieder einmal so unglaublich nette Menschen kennenlernen -  teilweise uns bereits aus Twitter und oder Facebook zumindest virtuell bekannte, teilweise aber auch ganz neue!
Und wo und wie war das möglich? Klar, wieder einmal bei "Monsters" in Neuwied, diesmal beim dortigen 2. Deichlauf Halbmarathon!

Morgens das Übliche: Viel zu früh aufstehen, duschen, frühstücken, ok, es war nur eine Tasse Kaffee, und ab auf die Reise nach Neuwied! Ach ja, mit Frühstück war erst einmal nichts, denn das wollten wir bei Monsters gemeinsam machen. Also noch schnell ein paar Brödels gekauft und dann dort um Punkt 8 Uhr eingelaufen.
Nein, es gab weder eine herzliche Begrüßung, noch ein freundliches "Hallo" und schon garnicht wurde über alles mögliche gequatscht, NEIN! .....und zum Lachen sind wir selbstverständlich in den Keller...
Ach Blödsinn, was war das wieder sooooooo schön! Hannes mit seiner bezaubernden Freundin Eva, jo, es gab dort zwei Evas...gibt ja auch zwei die am gleichen Tag Geburtstag haben, ach ist das wieder kompliziert....waren auf jeden Fall auch schon da! Nur Christian, unser Halbmara-Debütant, schlief noch...aber nicht mehr lange, den wenn die Runningfreaks einlaufen bleibt alles ruhig und es kann in aller Ruhe weiter gepennt werden!
Um kurz vor 10 Uhr sind wir dann, nachdem wir die Brötchen mangels Belag trocken und ohne Kaffee oder sonstigen Flüssigkeiten runtergewürgt hatten (es gab nur ein Brödel pro Person, wegen der Wärmeeinheiten, ähm, Kalorien, außerdem waren wir ZU GEIZIG!!!!) zum Start, denn dort warteten noch etliche Läufer des "'#Twitterlauftreff" auf uns. Mit dabei waren unter anderem Sina und Sven, wobei wir Sina bereits aus FB kannten. Sven durften wir neu kennenlernen, mit samt seinem sehr netten Begleiter Sebastian.
Nach 50 Minuten der absoluten Stille gingen wir dann alle zum Start, denn außer zu quatschen stand ja schließlich noch ein Halbmarathon an!
Jeder hatte so seine eigene Ziele:

  • Sven, Sebastian und Christian wollten einfach nur (was heißt da nur??) finishen (Christian in 2:30)
  • Eva hatte vor mal ein etwas flotteres Starttempo anzutesten mit der Hoffnung, es möglichst lange durchhalten zu können und mit dem Wissen, sicher dabei einzugehen ;-)
  • Hannes wollte etwas um die 1:20 laufen
  • Sina liebäugelte mit der 2 Stundenmarke
  • Meli wollte mal etwas schneller als sonst laufen
  • Und ich? Keine Ahnung, eine 1:40 wollte ich schon mal antesten, allerdings waren die 171 Km aus Köln erst 6 Tage her und noch deutlich zu spüren...

Um 11 Uhr viel dann der Startschuss...und das Wetter? Schwül, saumäßig schwül und mit knapp 23 °C vieeel zu warm sowie nach etwa 1:55 Gewitter mit Starkregen!

Und was kam jetzt bei diesen Bedingungen für jeden heraus?

  • Hannes wurde mit 1:23 Gesamtzweiter
  • Eva ging wie geplant ein (aber diese Erfahrung war für ihren geplanten Kölnmarathon sehr wichtig)
  • Christian kam leider etwa 6 Minuten schneller ins Ziel als geplant (Streber)
  • Sven und Sebastian finishten überglücklich in etwa der geplanten Zeit
  • Sina kam etwa 8 Sekunden nach Meli ins Ziel und verpasste die 2 Stunden nur um Sekunden
  • Ich hatte nach etwa 9 Km in 4:25er Tempo keinen Bock und keine Kraft mehr und lief den Rest mit Meli zusammen
  • Jo, und Meli lief mal eben Bestzeit und gewann ihre Altersklasse W40 (ohne Worte)
Nachdem wir dann alle im Ziel waren und uns an der wirklich sehr guten Zielverpflegung gestärkt hatten, ging es dann, nach Sinas Verabschiedung, wieder zurück in die Monsterhöhle!
Auch Sven und Sebastian kamen noch dazu, sodass es wieder eine ganz ruhige Runde ohne jede Konservation gab! Über was hätte man auch reden sollen? Über die verschiednene Techniken des Garnspinnens ind Südafrika?
Gegen 16:30 Uhr beendeten wir dann das Trauerspiel und machten uns auf den Heimweg. Hannes und Eva nahmen wir auch noch mit bis Bingen Hauptbahnhof (hat für sie etwa eine Stunde Fahrzeit gespart), denn auch sie waren schwer gelangweilt und knapp vor dem Einschlafen...

Was war das wieder ei toller Sonntag, VIELEN LIEBEN DANK EUCH ALLEN!!! Besonders an Eva und Christian, bei denen wir nun schon zum dritten male zu Gast sein durften!!!!

Ergebnisse:

Meli: 1. in der AK W40 in 2:00:49 mit neuer Persönlicher Bestzeit
Steffen: 9. in der AK M40 in 2:00:51

Hier ist Melis Laufbericht
Hier sind die Urkunden
 
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...und plötzlich war alles anders und es wurde ein völlig neuer Lauf mit ganz unerwarteten  Herausforderungen und mit Problemen, auf die ich absolut nicht vorbereitet war und die es ständig neu zu lösen galt.....und eigentlich war ich bereits nach 26 Km schon völlig am Ende und es konnte ab hier nur noch darum gehen, mich irgendwie halbwegs gesund durchzuschlagen....und so durchlief ich die läuferische und mentale Hölle....

klnpfad-logo kleine auflsung

Freitag Mittag fuhren wir los und kamen fast ohne Stau gegen 18:40 Uhr in der Grundschule "Am Portzenacker"  in Köln - Dünnwald, dem Start/ Zielbereich an. Dort gab es erst einmal eine ganz herzliche Begrüßung mit Wolfgang Olbrich und Dagmar Liszewitz, den Organisatoren und Ausrichtern dieses Ultras.

Koelnpfad 2011- (1)

Etwas später kam dann noch Holger Brill und Dietmar Rosenau samt Begleitungen dazu. Hatten wir bereits bei der Startnummernausgabe einen Spaß, echt der Hammer, selten so gelacht. Auch Udo Kamp, der den 1. VP bei Km 26 Tags darauf betreuen sollte, war schon da, um sich all die bekloppten anzusehen, die sich das vom 03. - 04.09.2011 antun wollten!
Gleich an dieser Stelle ein riesen Dankeschön auch an Michael Irrgang (VP2 Km 60), Markus Hinz und Florian Bechtel (VP3 Km 100) sowie Frank Klaka (VP4 Km 132), ihr habt teilweise verdammt lange auf uns warten müssen und ohne euch Helfer wäre eine solch geniale Veranstaltung nicht zu machen, also, DANKE!
So um 20 Uhr sind wir dann ins Hotel nach Leverkusen gefahren, um im Anschluss, ist ja schon Tradition, eine Pizza zu essen und wenig später dann ins Bettchen zu gehen.

Der Wecker (ich hätte ihn an die Wand schmeißen können, man war ich noch müde...) weckte uns dann um 5:30 Uhr. Frühstück, Morgentoilette, Sachen packen, Anziehen und ab zum Start. Aber auf etwa halber Strecke musste ich einfach anhalten, um das festzuhalten:

Koelnpfad 2011- (2)

Aber so schön das auch aussah so klar wurde mir bereits hier, wie heiß das wohl noch werden würde...
Am Start angekommen machten wir uns ganz gemächlich startklar, packten das Rad und den Anhänger aus, räumten alles benötigte ein und begrüßten so ganz allmählich alle anderen Läufer, die nach und nach eintrudelten. Insgesamt waren wir gerade einmal 12 Ultras, die sich dieses Brett antun wollten. Gemeldet waren eigentlich ein paar mehr, alledings hatten etliche leider noch recht kurzfristig abgesagt, schade! So waren dann folgende "Helden" am Start:
Manfred Wattenbach, Betty Mecking, Thomas Eller, Dietmar Rosenau, Tobias Lagemann, Holger Brill, Dieter Ehrenberger, Harald Ehlers, Thomas Strohmeyer, Mike Pieprytza, Jannet Lange...ach ja, und ich.
Auch Birger Jüchter kam vorbei, nur um uns kurz hallo zu sagen, echt verrückt der Kerl! Darüber haben wir uns natürlich tierisch gefreut!!
So 20 Minuten vor dem Start waren wir mit allem fertig und guter Dinge.

Koelnpfad 2011- (3)

Wenige Minuten später ging es dann zum Briefing, bei dem wir von Wolfgang nochmals auf ein paar Besonderheiten der 171 Km langen Strecke hingewiesen wurden.

klnpfad klein

Unter anderem auf den Köln 226 Triathlon am Sonntag Morgen rund um den Fühlinger See oder das Treffen von etwa 40.000 Kurden im Rhein-Energiestadion und erst recht auf das "Horizontale Gewerbe" in der Gegend rund um den VP bei Km 100, in Klettenberg. Ebenso wurden wir auf die eher schlechte Wegstreckenmarkierung hingewiesen, wenn wir gewusst hätten...
Und dann war es soweit, kurz vor 8 stellten wir uns zum Start auf und wurden dann auch nur wenige Augenblicke später auf die Reise geschickt.

Koelnpfad 2011- (4)

Geplant war von Meli und mir eine quasi "TTdR-Generalprobe". Sprich, das Material (Rad und Anhänger), die Verpflegung, die Klamotten, die Technik, einfach alles sollte während der 171 bevorstehenden Kilometern getestet werden. Ebenso wollten wir auf alle VPs verzichten und uns komplett selbst verpflegen.Und wir wollten immer zusammen bleiben...
Allerdings ging bereits das schon nach nur 2 Km schief und das Übel nahm seinen Lauf! Ich lief ziemlich vorne weg, hatte ein prima 5:40er Tempo drauf, drehe mich ab und an nach Meli um, die etwa 50 Meter hinter mir war und war guter Dinge. Doch bei einer ziemlich unübersichtlichen Stelle nach etwa 2 Km, ich lief da mit Thomas Eller und Jannet Lange zusammen, bogen wir fälschlicherweise an einer Holzbrücke falsch ab, und schwupps, von all den anderen Läufern inklusive Melanie war plötzlich nichts mehr zu sehen und wir drehten den ersten Extrakilometer entlang des Sees im Dünnwalder Wald, super!
Wieder auf der Strecke erhöhte ich natürlich sofort das Tempo, war mir doch klar, das wir etwa 1 Km hinter dem Läuferfeld waren. Ich rief wie verrückt nach meinem Schatz, aber nichts, keine Antwort, nichts zu hören, nichts zu sehen. Blöderweise hatten wir auch nur ein Handy mit dabei, und das war an Melis Fahrrad, super! Ich lief wie ein irrer, schwitze bereits jetzt ohne Ende und begann mich schon langsam damit abzufinden, den Lauf schon ganz früh zu beenden, denn ich hatte absolut nichts mit dabei, keinen Trinkrucksack, keinen Gürtel, kein Handy, keine Karte, keine Stirnlampe, kein Geld, nichts! Nach etwa 40 Minuten, am Ortsrand von Schlebusch, lieh mit der Radbegleiter der "Ultrafriesen Harald Ehlers und Mike Pieprytza" sein Handy, damit ich meinen Schatz anrufen konnte. Mittlerweile machte ich mir doch auch um sie so langsam aber sicher Gedanken und Sorgen und entsprechend war meine Laune und Stimmung  schon jetzt im Keller.....und just in diesem Moment sah ich sie hinten auftauchen. Endlich, dachte ich, war aber innerlich so aufgewühlt, dass ich sie (es tut mir so wahnsinnig leid) erst einmal gründlich anpflaumte. Erst später sagte sie mir das sie gestürzt sei, die Wege so schmal und verwurzelt gewesen seien und sie entsprechend gar keine Chance gehabt hätte, an mich heran zu kommen - und so gab sich ein Wort das nächste und  - kurz - unsere Stimmung war am absoluten Tiefpunkt.
Ich trank erst einmal einen riesen Schluck, bevor wir entsprechend unkonzentriert weiter durch die Gegend stolperten. Und es kam wie es kommen musste, anstatt sich auf die Strecke, die hier sehr schlecht markiert war, zu konzentrieren, diskutierten wir munter weiter (Schütze und Skorpion, das knallt!) und so erliefen wir uns erneut ein paar Zusatzkilometer (kommt ja auf ein paar mehr oder weniger nicht so an ;-))! Dann anstatt rechts an Katterbach vorbei zu laufen kamen wir mitten in Schildgen heraus, na super! Ab jetzt war klar, das Ding ist nur mit ständigem Blick auf die vom Veranstalter zur Verfügung gestellten Karte zu bewältigen! Also Karte raus, zurück zum Kölnpfad und weiter. Mit der Karte in der Hand lief es dann besser, allerdings hatte mein armer Schatz weiter Probleme mir auf den Waldwegen zu folgen. Sand, Wurzeln, Löcher, Pfützen, sehr enge Passagen, es war die Hölle für sie! Warum hat mir eigentlich niemand gesagt, dass es absolut unmöglich ist, auf dieser Strecke einen Radanhänger mitzunehmen? Lieber Wolfgang, lieber Michael, ihr wusstet das doch schon vorher, grrr!!!
Und so kam es wie es kommen musste - na, was wohl, - genau, wir verloren uns erneut an einer unübersichtlichen Stelle. Es war am Bensberger See im Frankenforst bei Kilometer 20,5 (ab hier ging es auch stetig bergauf), ich folgte dem korrekten Weg links um den See herum und mein Schatz fuhr rechts herum, baff! Da ich das schon ahnte blieb ich ziemlich sofort stehen, kehrte um und lief Meli wild rufend um den See hinterher. Minuten später fanden wir uns dann auch wieder, und diesmal fauchte sie mich kräftig an, da ich angeblich nicht auf sie gewartet hätte. Mit bester Stimmung ging es dann weiter. Doch es dauerte nicht lange, bis der nächste Knaller auf uns wartete, denn in Bergisch Gladbach-Heidkamp ging es doch tatsächlich mitten durch einen Friedhof und im Anschluss einen etwa 1 Kilometer langen, recht steilen Sandweg entlang weiter Richtung erstem VP. Hier musste ich erstmals den Anhänger schieben, da Meli sonst keine Chance gehabt hätte, auch nur einen Meter weiter zu kommen, klasse!
Der nächste Lapsus passierte uns dann in Oberlerbach, hier übersahen wir nämlich, dass es links ab die Wiese hinauf gehen sollte....und was machten wir? Genau, wir liefen schön weiter geradeaus nach Kaltenbroich, super! Ich denke an dieser Stelle verlief sich auch Thomas Eller und Jannet Lange, die den VP1 nie erreichten, also umliefen, und später leider wegen Differenzen mit Wolfgang aus dem Rennen gingen, sehr schade.
Wir kehrten also wieder einmal um und erfreuten uns an einem weiteren zusätzlichen Kilometer! Und jetzt kam der Höhepunkt des Wahnsinns, der lange steile Anstieg von Oberlerbach nach Breite, dem VP1 nach 26 Km. Der Weg führte über eine Wiese und war so steil und schmal, das Meli wieder einmal nicht voran kam, aber auch wirklich keinen Meter. Also schob ich wieder von hinten, Meter um Meter quälten wir uns den Berg hinauf und ich fluchte wie ein wilder über den scheiss Anhänger. Hier war klar, ab Breite würde ich alleine versuchen weiter zu laufen. Für diesen etwa 1,5 Km labgen Anstieg benötigten wir sage und schreibe 30 Minuten! Mehrfach musste ich Meli um eine Pause bitten, da meine Schenkel brannten und ich völlig alle war. Ich schwitzte wie ein verrückter, kein Wunder, brannte doch die Sonne mit voller Wucht auf uns nieder und waren die Temperaturen doch schon jetzt bei fast 30 °C. Ich trank alleine bei diesem Teilstück fast einen Liter Apfelsaftschorle, Hammer. Als wir oben waren sagte Meli zwar, dass sie mich gerne weiter begleiten würde, aber mein Entschluss stand fest,. es konnte nur noch alleine weiter gehen. Meli war ins Geheim auch froh darum erlöst zu sein, denn auch sie war bereits jetzt völlig kaputt.
Mit über 15-minuten Verspätung kamen wir nach 4 Stunden (für 26 Km!!) als letzte am VP1 an.Udo Kamp dachte schon wir seien ausgestiegen, versuchte er uns doch schon mehrfach telefonisch zu erreichen, was aber daran scheiterte, dass ich leider eine falsche Handynummer von uns bei der Startnummernausgabe hinterlassen hatte, Zahlendreher....Ich teilte ihm die korrekte Nummer und vor allem auch unseren Entschluss mit, ab hier alleine weiter zu machen. Aber wie kommt mein Schatz wieder zurück zum Startpunkt? Udo, dem ich dafür auf ewig dankbar bin, erklärte sich bereit, Meli mit dem Auto zurückzulotsen (er hatte keinen Platz im Auto, um unseren ganzen Mist einzuladen). Also packte ich auf die Schnelle alles nötige in den zum Glück mitgenommenen Trinkrucksack (Jacke, Langarmshirt, iPod, Riegel, Salztabletten, Geld, Stirnlampe, Handy, Karte usw.), füllte die viel zu kleine Trinkblase, die leider nur 2 Liter fasste, verabschiedete mich von Meli und Udo und machte mich dann mit nunmehr 20 Minuten Verspätung mit bester Laune, gut erholt und mit voller Kraft alleine auf den Weg...es waren ja nur noch 145 Km, unter völlig neuen Voraussetzungen, eben als Einzelkämpfer (eigentlich war ein Begleiter Pflicht!).........

Ab hier, VP1 nach 26 Km, begann also ein völlig neuer Lauf

Meine Schenkel brannten noch immer vom hochschieben des Anhängers, ich war klatschnass geschwitzt, hatte "nur" noch 145 Km vor mir, aber ich war noch mit dabei! Nur wie lange noch? Also iPod an, Hörer in die Ohren und weiter ging´s! Auf dem Weg durch den zum Glück schön schattigen Wald nach Bensberg machte ich mir dann so meine Gedanken, wie ich das alles hier noch schaffen sollte und mir wurde so langsam klar, wie hart das noch ohne Begleiter oder Verpfleger werden würde. Alleine bis zum nächsten VP sollten es nämlich noch 34 Km sein und das mit nur 2 Litern Wasser, bei etwa 30 °C und langen Passagen durch die pralle Sonne, die Hölle, einfach nur der blanke WAHNSINN! Und von dort bis zum VP3 sollten es erneut 40!!! Km sein, das schaffst du nie, dachte ich mir nur, wie soll das gehen?
Ich durchlief Bensberg, ein wunderschönes Städtchen mit wunderschönen Ausblicken hinunter auf Köln, verlief mich nur unwesentlich, ließ mir an einem Stand ein Glas Wasser geben (herzlichen Dank dafür, musste noch nicht einmal etwas bezahlen, dass es so etwas heute noch gibt!!!) und tauchte hinter Kaule wieder in den schattigen Wald, dem Königsforst, Richtung Grengel ein.
Hier lief es, genau wie in dem vorherigen Waldstück richtig gut und ich konnte sehr gut Tempo aufnehmen. Auf der Höhe Kreuzung L48/ L489 kam mir Tom Eller völlig wutentbrannt entgegen, schimpfte wie ein wilder über irgendwelche 1:10 Stunden, die er auf irgendeiner Bank absitzen sollte und meine nur, dass er jetzt heim fahren würde. Jegliche Überedungsveruche scheiterten leider kläglich....und ich setzte meinen Weg fort. Allerdings hatte die erhöhte Pace ihren Preis, ich musste zu viel trinken und hatte absolut keinen Tropfen Wasser mehr dabei, klasse! Und jetzt? Glück gehabt, in Grengel führte der Kölnpfad direkt an einem Schlecker vorbei, den ich sofort stürmte und mir zwei 0,5 liter Flaschen Cola und Energydrink kaufte. Muss ich das erwähnen das die Cola auf ex in mir verschwand?
Weiter ging´s, noch einmal durch ein Waldstück und ab hier war dann endgültig Schluss mit lustig, denn die nächsten 14,5 Km durch Wahn und Libur hindurch bis zum VP2 am Rhein in Lülsdorf gingen es auf wunderbaren Schotterwegen entlang etlicher Felder direkt durch die pralle Sonne, .... ,oh man war ich am ..rsch!
Da ich wieder nichts zum Trinken hatte, konnte ich einige Teile nur gehend zurücklegen, denn ich war schon wieder völlig dehydriert. Nur gut, dass es bei Kilometer 54 einen Modellflugplatz gab, an welchem ich die Trinkblase des Rucksackes mit Wasser füllen und mein total versalzenes Gesicht  abspülen konnte. In diesem Moment kam mir das flüssige Nass wie pures Gold vor....Das mich alle Anwesenden für völlig verrückt gehalten haben als ich ihnen, nachdem sie mich danach fragten, erzählte, warum ich hier unterwegs war, muss ich nicht erwähnen, oder?
Zunächst gehend, wenig später wieder laufend ging es dann weiter und wenig später erreichte ich dann Michael Irrgang am VP2, 60 Km, und auch ich, waren geschafft! Mein Kopf glühte, die Beine waren weich wie Butter, mir ging es so richtig schlecht. Auch die "Ultrafriesen" sowie Jannet Lange und (blödes Namensgedächtnis) der Läufer mit dem TTdR-Shirt waren noch da. Ich hatte also mächtig aufgeholt, nur zu welchem Preis? Man war ich kaputt....und trotzdem über 9 Stunden für 60 Km, und das mit gerade einmal 440 Höhenmetern, unfassbar! Aber was ein Wunder auch, mal von der Fahrrad- und Hängeraktion ganz abgesehen, so hält das ständige Anhalten, umschauen und Kartenorientieren sowie das Umfalten selbiger doch ganz gehörig auf, vom "Flüssigkeitsmanagement" unterwegs als Sololäufer einmal ganz abgesehen!
Michael sagte mir dass ich nun der einzige Läufer ohne Betreuer sei, baute mich wieder auf, redete mir gut zu, meinte das ich es trotzdem schaffen könnte, versorgte mich vorbildlich und schickte mich nur einen Augenblick später als die Ultrafriesen mit Wasser und Riegeln frisch befüllt auf die nächste Etappe zum 40 Km entfernten VP3 bei Km 100 in Klettenberg.
Laut der Durchlaufliste waren auch Betty, Manfred und Dieter nur wenige Meter vor mir unterwegs, nur Holger und Dietmar waren hier schon vor etwa einer guten Stunde durch. Gut, dachte ich, dann bist du ja wieder einigermaßen dran, und kam dann auch schnell wieder gut ins Laufen. Mittlerweile war es wohl so um die 17:30 Uhr, aber immer noch drückend warm, sodass ich weiterhin kräftig schwitze und gut trinken musste. Auch die 3. Salztablette fand mittlerweile schon den Weg in mein Innerstes, welch ein Wunder auch. Direkt nach den ersten 200 Metern überholte ich dann auch schon den TTdR-Shirtträger, der mächtig Probleme mit seinem Kreislauf und mit Krämpfen hatte. Ich gab ihm noch eine Salztablette und wünschte ihm alles Gute! Weiter ging´s.
Was hier in Kölle am Rhein so alles los ist, einfach nur der pure Wahnsinn! Radler, Jogger, Badegäste (teilweise auch nackt!!), Griller, Partymacher...da rockt echt der Bär! Und das auf dem gesamten Stück zwischen Lülsdorf, Langel, Zündorf, Porz und Westhofen bis zur Rheinbrücke sowie auf der anderen Rheinseite dann von Rodenkirchen bis nach Weiß, die kompletten etwa 22 Km!
Ich kam gut voran, was ja auch kein Wunder war, denn dadurch, dass der Kölnpfad hier direkt am Wasser entlang lief musste ich nicht ständig auf der Karte des Weges schauen; nur abkühlen wollte es sich einfach nicht. Lediglich nach der "Spitzkehre" kurz vor Weiß, also etwa 1 Km danach, ja da hatte ich doch fast schon wieder das Hinweisschild übersehen und wäre fast schon wieder nach Rodenkirchen gelaufen, obacht geben! Das kommt eben davon, wenn man eine Zeit lang unkonzentriert laufen kann, schwupps verfällt man in einen Gleichgültigkeitstrott und schon wird man unaufmerksam. Ging ja gerade noch einmal gut...
Und, es wurde merklich dunkel, also zog ich meine Stirnlampe auf, besser war das. Und siehe da, es wart Licht und der Weg war wieder deutlich zu erkennen! Sachen gibt´s...
Hier ging es dann vorbei am neuen Rodenkirchner Friedhof, auf dem ich glücklicherweise meinen Wasservorrat wieder auffüllen konnte, der, wie hätte es auch anders sein können, schon wieder komplett  leer war. Diese Infos, also wo es einen Lebensmittelladen und wo es einen Friedhof gab, bezog ich übrigens aus meinem Handy, welches mir dank GPS und mobilem Datennetz mindestens ein Haufen Mal sehr gute Dienste erwiesen hat! Ohne dieses Ding, nä, ich wäre niemals durchgekommen!
Also ständig an der Dehydrierungsgrenze laufen zu müssen ist echt krass, das muss ich echt mal sagen, und das muss ich auch nicht unbedingt noch einmal erleben!
Weiter ging es durch´s Kölner Grün, entlang des Forstbotanischen Gartens, vorbei am Autobahnkreuz Köln Süd weiter Richtung Klettenberg und damit zum VP3! Aber mein lieber Schwan, ständig ging es zickzack anstatt, was ja viel einfacher gewesen wäre, einfach geradeaus (wozu einfach wenn´s auch umständlich geht!!)! Ich musste ständig höchst aufmerksam sein, immer einmal wieder anhalten um sicher zu gehen, noch auf dem rechten "Köln"Pfad zu sein! Und noch etwas, wahnsinnig viele Nacktschnecken, Kröten und Frösche kreuzten hier den Weg, und auch hunderte von Feldhasen und Kaninchen scheuten sich nicht, sich zu zeigen, echt der Hammer! Und überhaupt, was hier im Wald so alles los ist, ts, unfassbar! Ständig Leute auf Rädern, in Autos, zu Fuß, auf Bänken, im Gebüsch (???) oh man, kein Wunder das Wolfgang die weiblichen Teilnehmer davor warnte, hier nicht alleine durchzulaufen!! Und das ging bis Müngersdorf so, fast 20 Km lang!
Nach weit über 14 Stunden!!! erreichte ich dann endlich den 3. VP im Klettenbergpark, es muss so um die 22 Uhr gewesen sein. Und wen sehe ich da? Susanne Alexi, das total verrückte Huhn, welches sich extra wegen des Kölnpfades von Hauke Königs TransGermany gelöst hatte und eine ewig lange Anreise auf sich nahm, nur um uns hier moralisch zu unterstützen! Susanne, mir fehlen einmal mehr die Worte, du bist......!!!!
Aber sie redete, genau wie Florian Bechtel und Markus Hinz, nur wirres Zeugs, erzählte mir etwas davon wie gut ich noch aussehen würde und wie toll mein Laufstil noch wäre, haben die was getrunken, oder gar geraucht? Ganz ehrlich? Scheisse ging´s mir, merkte ich doch schon seit langem das Anhängerhochgeschiebe und die total verrückte Aufholjagt. Ich war völlig im Eimer, hatte eigentlich keine Kraft mehr und auch die Lauflust ließ schwer zu wünschen übrig. Von der Moral rede ich erst gar nicht...
Aber sie hatten dort etwas für mich, was mich aufbauen sollte, nämlich eine Nachricht "von einer total lieben und süßen Maus". Also als ich Melis Worte las schossen mir sofort die tränen in die Augen....
Ich füllte wieder alles auf, aß und trank viel und machte mich wieder auf den Weg.....und, hä, was ist? Sie riefen mir hinterher das ich drittplatzierter sei und Holger und Dietmar nur etwa 1,5 Stunden vor mir wären, wie geht das denn? Wann und wo habe ich denn den Rest überholt? Also, ich dachte kurz nach, und, hätte mich fast schon wieder verlaufen!!! Florian bemerkte das und brachte mich gleich mal wieder auf den rechten Weg, ich danke dir dafür. Aber nochmal, wann habe ich denn die anderen überholt? Wir waren noch 8 Teilnehmer auf der Strecke, also mussten noch 5 hinter mir sein, nämlich Betty, Dieter, Manfred und die beiden Ultrafriesen Harald und Mike! Ich kappierte es nicht und ließ es erst einmal gut sein.

Erst daheim habe ich festgestellt, dass ich zwischen Langel und Niederzündorf eine Linksbiegung übersehen haben muss und weiter geradeaus lief. Ich habe auch kurz vor Langel die Ultrafriesen kurz vor mir gesehen (3 orangene Shirts übersieht man nicht) und mich schon gewundert, wo sie abgeblieben waren. Auf diesem etwa 2,5 Km langen Stück muss ich an ihnen vorbei gezogen sein. Ich lief hier durch Felder rechts am Niederzündorfer See vorbei und der eigentliche Kölnpfad wäre direkt am Ufer links am See vorbei gegangen. Oh je, ich bin an dieser Stelle nicht den korrekten Weg gelaufen.....gut, es ist zwar keine Abkürzung, aber trotzdem, jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen...und das ist kein Scherz!! Habe das Wolfgang auch mitgeteilt und er meinte es wäre nicht so schlimm....

Von hier aus ging es dann kreuz und quer weiter, auch entlang des Decksteiner Weihers, Richtung Stadtwald. Aber wer dachte es ginge immer schön geradeaus der hatte geirrt, nein, nach dem Weiher sogar auf der anderen Seite wieder ein Stück zurück (HALLO???) und erst dann wieder Richtung Stadtwald, echt unglaublich! Und auch dort, anstatt geradeaus, nein, links ab um den Adenauerweiher herum! Mein lieber Konrad, dass wir uns so quälen müssen....hättest du das gewollt?
Und dann kam auch schon das Rheinenergiestadion, bei welchem das Kurdentreffen glücklicherweise schon vorüber war und ich prima links dran vorbei nach Müngersdorf laufen konnte. Das mit den ewigen Schlangenlinienlaufen habe ich schon erwähnt? Boah ging mir das auf den Kranz! Ach, und von wegen Laufen, ab hier war gehen angesagt, ich war so kaputt, dass ich von ersterem nur noch träumen konnte.
Von hier aus ging es dann links an Vogelsang vorbei Richtung Bocklemünd. Und was hat mich die ewige Kartenfalterei genervt.....
So, und anstatt den geraden, kurzen Weg durch Mengenich Richtung Auweiler bzw. Pech entlang, genau, rechtsgeschwenkt Marsch eben rechts an Mengenich vorbei, welch schöne Extraschleife, oh wie schön, danke auch! Gerade als ich unter der Autobahn A 1 durch und am Pecher See vorbei war zog von allen Seiten ein gewaltiges Gewitter auf - na klasse, auch das noch! Und am Escher See öffnete der Himmel dann mit Brachialsgewalt seine Pforten, es blitze und donnerte wie verrückt und schüttete wie aus Eimern. Nur gut, dass ich mittlerweile in Esch war und mich sofort unter einem Hauseingang verschanzen konnte. Meine Moral und mein Wille waren spätestens jetzt auf dem absoluten Tiefpunkt angelangt! Alles war nass, der Rucksack durch den Regen noch schwerer als er eh schon war und die Füße standen im vollen Saft, super! Da ich vor Gewittern Höllen Respek habe zog ich es vor abzuwarten, bis sich das  Getöse verzogen hatte. Wieder half mir dabei das Handy, indem ich schnell mal den Niederschlagsradar aufrief und sah, dass es nach etwa 30 Minuten besser weden sollte. Also wartete ich dann brav ab...
Gegen 2 Uhr morgens zog ich dann körperlich und mental auf dem absoluten Nullpunkt angelangt gehenden Schrittes langsam weiter....
Noch etwa 11 Km bis zum VP4 und ich hatte wieder einmal kein Wasser...ich wollte nicht mehr, hatte keinen Bock mehr ständig um Wasser kämpfen zu müssen...so eine verdammte .....sse, ging mir das auf den Sender!!!!
In einem Vorgarten fand ich dann nach etwa 10 Minuten Suche endlich einen Wasserhahn und mir war als hätte ich das Paradies gefunden. War das Wasser des Mittags am Modellflugplatz nur Gold, so war es hier mindestens ein 5-karätiger Diamant!! Denn trotz des Regens; es war weiterhin drückend schwül mit Temperaturen um die 24 °C, und das in der Nacht um kurz nach 2 Uhr!! Entsprechend schwitzte ich also auch jetzt noch munter weiter.
Nach der Wasserbetankung ging es dann weiter unter der A 57 hindurch (man gibt es um Köln herum massig Autobahnen!!) durch ein kleines Waldstück und über etliche Felder nach Roggendorf. Etwa 128 Km waren hier geschafft und NUR noch ein kleiner Marathon bis ins Ziel....
Hier begann es wieder zu regnen und ich wartete etwa 15 Minuten ab, allerdings wurde es nicht besser. Also ging ich weiter, aus Roggendorf hinaus rechts an einem Waldstück in einem großen Linksbogen entlang durch die Pampa. Der Weg führte mitten durch hohes Gras, durch durch den Regen total vermatschte Passagen mit tiefen Mulden, ein einziger Traum! Und was haben sich meine Füße erst darüber gefreut, haben auch gar nicht wehr getan, herrlich!! Laufen, hier, niemals! Ich fluchte wieder kräftig vor mich hin.....Wie tief kann die Moral und die Laueslust eigentlich im Keller sein?
Um etwa 4 Uhr (ich weiß es nicht mehr so genau) erreichte ich völlig demoralisiert, unmotiviert und keinen Meter weiter laufen wollend, den letzten VP4 nach etwa 132 Km. Für mich brach eine Welt zusammen - 19,5 Stunden für läppische 132 Km?? Wie scheisse bist du denn drauf?? Frank Klaka, der gemeinsam mit dem "Olbrischjunior" den dortigen VP betreute versicherte mir, dass ich weiterhin dritter sei und die beiden Führenden nur 1,5 Stunden...boah war mir das so scheiss egal! Ich wollte einfach nicht mehr, zumal der Regen nun noch deutlich an Stärke zu nahm. Ich setzte mich erst einmal hin, stärkte mich, füllte aber erst einmal nichts mehr auf. Gut, 8,5 Stunden für die letzten paar Kilometerchen....machbar, aber wollte ich? Frank redete mir gut zu, Steffen, der Regen wird besser, ist gar nicht mehr so schlimm, - aber mir war das da völlig egal. Ich blieb weiter sitzen (Frank gab mir eine Folie gegen die Kälte, denn in nassen Klamotten friert man doch etwas) und machte mir schon Gedanken über die Rückreise zum Startpunkt...
Um etwa 5:15 Uhr wachte ich wieder auf...ich wachte auf - bin ich eingeschlafen? Es regnete immer noch, aber nicht mehr so heftig, die beiden Versorger waren nicht zu sehen, waren wohl beide im Auto. Ich schaute mich um, auf der Liste der Durchläufer standen weiterhin nur die beiden Führenden und ich und es begann gaaaanz allmählich heller zu werden, ein neuer Tag erwachte! Und, ich entschloss mich weiter zu machen, denn: Hatte ich mir nicht steif und fest geschworen: "Steffen, wenn du das Ding hier nicht finishst rufst du sofort Jans Vieler an und sagst die TTdR 230 ab"? Doch, das hatte ich, und ja, würde ich hier und heute kneifen (wegen was eigentlich??) hätte ich einen Startplatz an der Ruhr als Weichei sicherlich nicht verdient gehabt! Ich füllte meine Vorräte auf, stärkte mich noch einmal und machte mich gegen 5:30 Uhr wieder auf die Socken...
Der Laufcomputer piepste "GPS-prüfen", so ein Mist, ist das Ding wegen der doch etwas längeren Pause einfach ausgegangen (Stromsparfunktion) und auch der Schrittsensor gab, warum auch immer, absolut nichts mehr von sich. Blöde Technik! Aus lauter Wut darüber riss ich mir auch noch den iPod von den Ohren, irgendwie nervte mich jetzt einfach alles nur noch. Und der durch den immernoch leichten Regen wunderbar schwere Rucksack erst.....
Aber hey, was war das, ich konnte wieder....LAUFEN!! Zwar gaaaanz langsam, aber es ging (und tat vor allem auch bedeutend weniger weh als das Gehen!!), unfassbar, aber wahr! Also ging es auf dem Damm entlang laufend weiter nach Langel, wo die ersten Absperrungen des Köln 226 Triathlons zu sehen waren. Aber alles kein Problem, ich durfte überall passieren!! Ganz im Gegenteil, als ich dort am Fühlinger See, an dessen Regattastrecke die Trias ihre Schwimmdisziplin absolvierten,  vorbei kam, durfte ich mir sogar an den dort im Aufbau befindlichen VPs eine Cola mitnehmen. Ach was war ich dankbar...Überhaupt herrschte dort recht reges Treiben, klar, war doch auch um Punkt 7 Uhr der Start! Diesen bekam ich dann nur noch akustisch mit, als ich schon ein Stück im Wald (Mensch hat Köln viel Wald, ist ja total viel GRÜN!!) entlang parallel zur B 9 Richtung Niehl war. Und auch hier war alles abgesperrt. Alle Triahelfer waren sehr freundlich und, na sagen wir einmal, etwas verwundert über mich (wie jetzt, ist das etwa schon ein Triathlet oder was..??). Hier ging es dann wieder entlang des Rheines und wohl auch die Trias sollten hier noch vorbei kommen, denn es gab etliche Kilometerangaben für ihre Laufdisziplin (Wolfgang, nimm dir mal ein Beispiel daran, hättest ja auf dem Kölnpfad auch jeden Kilometer kennzeichnen können!!!). Ach und von wegen Laufen, ich musste mal wieder eine Gehpause einlegen...
Kurz vor dem Köln Nieder Hafen ging es dann wieder über eine Brücke, aber leider noch nicht auf die andere Rheinseite nach Mühlheim, sondern nur in das Cranachwäldchen. Aber auch die Mühlheimer Brücke erreichte ich dann irgendwann und überquerte ein letztes mal den Rhein.
Es ging wieder entlang des Rheines an Mühlheim vorbei nach Stammheim, am dortigen Schloss vorbei und von da etwas vom Ufer weg nach Flittard. Am dortigen Friedhof nahm ich noch einmal einen kräften Schluck aus dem Wasserhahn, wischte mir das verschwitzte Gesicht mit Wasser ab und versuchte die letzten paar Kilometer bis ins Ziel wieder zu laufen - was mir auch gelang. Nach knapp 27 Stunden klatschten auf einmal zwei Personen auf einer Straße - es waren Dagmar zusammen Wolfangs Tochter...ähm....blödes Namensgedächtnis...., die mich von weitem her kommen sahen. Ich hatte es tatsächlich geschafft, ohne Begleiter, Hammer! Nur noch einmal links ab, Richtung Grundschule Dünnwald. Die beiden Garzellen begleiteten mich auf den letzten Metern und da standen sie, Meli, Wolfgang, Dietmar und ein paar andere, applaudierten zu meiner, wie sagten sie, super Leistung (hä??) und drei, zwei, eins.....STOP, AUS, VORBEI, der Kölnpfad war nach 27:00:21 Stunden Geschichte!
Ich wusste gar nicht ob ich mich freuen (es doch noch geschafft zu haben) oder eher heulen sollte (weil so ziemlich alles schief gegangen ist und ich statt den geplanten 23 Stunden doch tatsächlich 27 gebraucht hatte).
Gut, ich habe mich dann doch eher gefreut, denn ich wurde tatsächlich DRITTER der Gesamtwertung...
Nach einer gewaltigen Stärkung, man hatte ich durst (warum nur?) verschwand ich erst einmal unter der Dusche und stellte fest: Nur 4 Blasen, und zudem noch kleine, ach wie schön!
Wieder wohl duftend trat ich dann wenig später wieder unter das Läufervolk und stellte fest, dass mein Schatz doch tatsächlich schon wieder alles in unserem Auto verstaut hatte, Rad, Hänger, Verpflegung, alles! Powerfrau!
Es begann ein munteres Gequatsche über all das Erlebte und so dauerte es nicht lange, bis auch die beiden "Ultrafriesen" unter unser aller Applaus ins Ziel kamen.
Wenig später eröffnete Wolfgang dann das sehr leckere "Abschlussbuffet", an dem sich alle reichlich bedienten. Es gab Spätzle, Geschnetzeltes, Gemüse- und Kartoffelgratin sowie einen sauleckeren Cremenachtisch!

Koelnpfad 2011- (6)

Um 13:30 Uhr kam dann noch die Presse vorbei, machte Interviews und von der anschließenden Siegerehrung auch noch ein paar Bilder.

Und ich auf Platz 3, ich konnte es noch immer nicht fassen...

Koelnpfad 2011- (7)

So sehen Sieger aus - schaalalaalala....

Koelnpfad 2011- (8)

Nur Betty, Dieter und Manfred waren noch unterwegs. Doch, und das war das tolle, alle haben auch auf ihre Zielankunft gewartet, niemand verlies vorher diese Verabstaltung. Und so kamen die drei dann nach gut 30 Stunden unter tosendem Applaus überglücklich ins Ziel! Ultrafamilie eben!!

Wenig später verabschiedeten wir uns dann von allen um die Heimreise anzutreten, denn irgendwie waren wir nun doch etwas müde....von was eigentlich?

Ein erneut unvergessliches Event ging zu Ende!

Hier die Platzierung:

Benötigte Zeit: 27:00:21
Gesamtplatz 3
Männer Platz 3

 
Blog Events
Mir fehlen noch immer die Worte um das zu beschreiben, was wir Runningfreaks letztes Wochenede erleben durften.
Alles begann eigentlich damit, dass ich per Zufall von Hauke Königs Projekt "Running Transgermany 2011", in 30 Tagen nonstop 1600 Km von Berchtesgaden nach Sylt erfuhr. Er war auf der Suche nach der schönsten Laufstrecke quer durch Deutschland und benötigte Laufbegleiter, die ihm eben genau diese zeigen sollten. Und als mir dann gesagt wurde, dass diese Tour eventuell auch in Ingelheim vorbei führen würde war klar: Wir sind dabei und unterstützen und helfen wo wir nur können!
So kam es also, das Hauke, begleitet von der unbeschreiblichen Susanne Alexi, die ihn die komplette Tour über mit dem Wohnmobil begleitet (was diese Frau leistet ist echt der Hammer), mit dem wunderbaren Birger Jüchter als 5-tägiger Radbegleiter im Schlepptau, am 26.08.2011 gegen 16 Uhr bei uns Station machten. Susanne und Birger kannten wir ja schon, und Hauke, in Facebookkreisen auch unter "Petzti Schickelgruber" bekannt, durften wir dann ebenfalls endlich auch persönlich kennenlernen (in FB kannten wir ihn ja schon seit über einem Jahr), und wie soll ich sagen......BAFF! Welch ein unbeschreiblich wunderbarer und einfach nur klasse Typ! Es war von anbeginn so, als würden wir uns schon ewig kennen - tja, Ultrafamilie eben!

RTG003

Bereits Tage zuvor erzählte mir Susanne, das Hauke auf seinen bisherigen Etappen leider noch keine einzige Laufbegleitung hatte, sie sich ihre Strecken ständig selbst suchen mussten und das schon mächtig frustrierend wäre. Ok dachte ich, DAS hättest du mir nicht sagen dürfen, ab Ingelheim sollte sich das ändern!
Ebenso erwähnte sie, dass Hauke seit Tagen an Shin Splint leiden würde und furchtbare Schmerzen hätte, also organisierte ich kurzer Hand noch einen Termin bei einem Physio, der sich UNENTGELTLICH dazu bereit erklärte, Hauke zu behandeln.

Zum Lauf selbst:
Ich machte aus dieser 13. Etappe (eigentlich die 12., da die erste, der sogenannte Prolog, rund um den Königssee, leider ausfallen musste) ein regelrechtes Event und organisierte sage und schreibe 22 Läufer, die Hauke dann von Ingelheim bis Boppard (die volle Distanz liefen nur Melanie und ich) begleitet haben. Bedanken möchte ich mich hier ganz besonders bei Susanne, die alle 6 - 10 Km für eine Verpflegung der Läufer gesorgt hat, die ihres gleichen sucht! Ebenso möchte ich mich bei FrubiaseSport bedanken, die mich mit Trinkflaschen und FrubiaseSport Ausdauer für die von mir zusammengestellten Giveaway-Beutel unterstützt haben. Zu guter letzt möchte ich mich bei Dr. Jan Drechsler von "die PHYSIOS" Ingelheim bedanken, der, wie bereits oben erwähnt, Hauke Tags zuvor über 2 Stunden bis in die Nacht behandelt hat!

Die PHYSIOS Ingelheim
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So kam es also, das sich gegen 8 Uhr morgens inklusive Hauke insgesamt 23 Läufer auf den Weg nach Boppard machten. Die Strecke hatte ich so gewählt, dass die Läufer alle 6 - 8 Km an den von uns angelaufenen Bahnhöfen aussteigen und dann mit Bus und/ oder Bahn wieder zum Startpunkt zurück fahren konnten.

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Zum Lauf selbst möchte ich nichts schreiben, ich denke Bilder und ein Video (weiter unten) sowie das Feedback vieler Läufer (ebenso weiter unten) sagen mehr, als ich je mit eigenen Worten ausdrücken könnte!

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Nahemündung Bingen - nur glückliche Gesichter!
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Nur so viel, über die Hälfte aller Mitläufer liefen deutlich weiter als geplant, und etwa ein drittel davon stellten neue PBs dabei auf. Hammer, oder?

Die unermütliche Susanne, sorgte immer für eine top Verpflegung
und hatte trotz totalem Stress immer ein Lächeln im Gesicht!
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Hauke ist immer für einen Spaß zu haben
RTG061

An der Loreley war es dann soweit, zwei neue Ultramarathonläufer waren geboren
Wie sagte Hauke so schön: "Einfach mal ´nen Ultra gelaufen"
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Glücklich und stolz, Annette und Frank nach zuvor noch nie
gelaufenen 45,1 Km (geplant waren 33 bzw. 24,4 Km)

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Leider schon vorbei - das Ziel in Boppard ist erreicht
RTG086

Nach dem Lauf bekam natürlich jeder Teilnehmer noch eine Urkunde sowie eine DVD mit allen Bildern und dem Video als Erinnerung!

So sehen die Urkunden aus
frubiase SPORT_Transgermany Urkunde Annette Galler

Ein unvergessliches Wochenende mit unglaublich netten, unkomplizierten und einfach wunderbaren Menschen ging leider viel zu schnell zu Ende, ein Wochenende voller unvergesslicher Erlebnisse und Eindrücke mit Emotionen, die wir noch immer nicht in Worte fassen können.

Hier ist das Video (HD, 16 Minuten)



Und hier sind die Feedbacks der Mitläufer (1 zu 1 aus ihren Mails kopiert):

Nina, 24,4 Km, neue PB:
„Einfach nur großartig der Lauf! Tolle Etappe, geniale Menschen, super Stimmung & dazu habe ich noch meine persönlich längste Strecke zurückgelegt :-). Danke, dass ich dabei sein durfte! An Hauke & Susanne: Ihr seid einfach der Hammer!“
… und du auch, Steffen. Die Ultraläufer-Familie ist mir mega sympathisch :-)


Gerald, 24,4 Km, neue PB:
Ich habe jede Menge Motivation mitgenommen für alles was ich läuferisch noch vorhabe (Marathon mit spätestens 50 .-); genug Motivation, um auch etwas auf meinen Sohn (12) zu übertragen, der am Wochenende zum ersten Mal 10 km gelaufen ist.


Hans-Dieter, 18,3 Km:
Ja es hat Super Spaß gemacht in der Gruppe mit zu Laufen. Somit bin Ich auch bis Bingen HBF mitgelaufen. Hauke ist ein Boden- ständiger Typ. Wünsche ihm und sein Team noch alles gute. Wenn er wieder die Strecke zurück läuft laufe ich wieder mit :-)).


Frank, 45 Km, neue PB und Ultradebüt:
Ganz ganz herzlichen Dank für dieses Laufereignis, ein tolles Erlebnis. Bitte sende viele liebe Grüße, verbunden mit einem großen Dankeschön, an Hauke und vor allem an Susanne. Ohne sie hätten wir das Ganze nicht so genießen können. Die Organisation war einfach klasse – allein der gedeckte Tisch, der uns bei jeder Pause erwartete!
Und natürlich auch vielen Dank für die Fotos und das YouTube Video – eine schöne Erinnerung!


Uwe, 6 Km (ist zum Start zurück gelaufen, also eigentlich 13 Km):
Ich möchte mich nochmals recht herzlich für die gute Organisation bedanken und wünsche Herrn Hauke König,
auf seinem Weg nach Sylt alles Gute, es war unvergesslich!


Marika, 24,4 Km:
Warum ich gerne mitgelaufen bin? Weil man beim Laufen immer interessante Menschen kennenlernt oder wiedertrifft, die einem den richtigen Weg zeigen ;). Und herzlichen Dank noch einmal dafür, dass Du die „Ingelheimer Truppe“ für Hauke zusammen getrommelt hast! Das war großartig!


Gregor, 8 Km:
Vielen Dank für die optimale Organisation, es war einmalig! Dir Hauke alles Gute auf deinem weiteren Weg!


Kerstin, 12,8 Km:
Hallo Steffen, ich fand‘s auch absolut gigantisch, Hauke und Susanne sind absolut sympathisch, mir hat es viel Freude gemacht mitzulaufen.
Mein Ziel war eigentlich bis Frei Weinheim mitzulaufen, aber ich habe dann kurz entschlossen noch die Strecke bis Bingen-Gaulsheim mitgemacht (und mich im Endeffekt drüber geärgert nicht noch die nächsten 5km mit dranzuhängen).
Mir hat es vor allem viel gegeben, dass auch die Mitläufer, die nur kurze Strecken mitgelaufen sind und auch etwas langsam waren, wie z.B. ich gern gesehen waren, da gibt’s absolut keine „Starallüren“ die man oft auf Volksläufen von den schnellen „Topläufern“, den langsamen gegenüber mitbekommt. Ultraläufer sind wohl was ganz besonderes! Das war echt eine super Erfahrung!
Ansonsten muss ich noch ein riesen Lob aussprechen, das Ganze war super organisiert, ich habe ja erst auf der Heimfahrt in die Tüte reingeschaut, und habe mich top versorgt gefühlt, Getränk, Obst und Müsliriegel, dazu noch Frubiase, damit habe ich gar nicht gerechnet. Hat mich auch sehr gefreut dich und deine Frau mal kennen zu lernen, macht weiter so, vielleicht motiviert es mich ja wirklich auch mal ein paar Kilometer weiter zu laufen, als bisher.


Annette, 45 Km, neue PB und Ultradebütantin:
Vielen lieben Dank noch mal für die tolle Organisation und die Möglichkeit, mitlaufen zu dürfen! Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht!
Und wenn mein Bruder und mein Hund nicht gewesen wären, wäre ich bis Boppard mit gelaufen (naja, dann nächstes Mal halt ). So war´s halt „nur“ bis St. Goar. Neuer Rekord.
Vielen Dank und liebe Grüße an Hauke – ohne die Motivation wäre ich sicher nie so weit gelaufen und wer weiß, ob er mich nicht zur Ultraläuferin gemacht hat, an Susanne für die weltbeste Verpflegung und immer gute Laune und an Birger – wenn er nicht die Nummer von meinen Bruder rausgesucht hätte, hätte ich es auch nicht geschafft! Ihr seid ein tolles Team!


Walli, 18,3 Km:
Nochmal vielen Dank für euer Engagement, war ´ne tolle Sache und alles so unkompliziert. In Bingen (HB) bin ich leider viel zu früh ausgestiegen, im Nachhinein ärgert es mich sehr, nicht bis Trechtingshausen gelaufen zu sein...
Bin mal ´ne andere sehr schöne Strecke als sonst, in super Begleitung gelaufen. Hat einfach nur riesen Spaß mit euch gemacht!

Dr. Jan Drechsler, behandelnder und mitlaufender Physiotherapeut in Ingelheim:
Also es hat mir wirklich viel Spaß gemacht euch kennen zu lernen und endlich mal wieder ein paar Meter gelaufen zu sein. In so einer Laufgruppe bin ich das erste mal unterwegs gewesen und muss sagen, dass es mit einem small talk sehr angenehm ist. Eine wunderbare Situation war, als ich gefragt wurde wieviele Kilometer ich pro Woche so abspule. Während die Zahlen so zwischen 40 km und 90 km wöchentlich variierten, stand ich mit meinen ca. 10 Läufen pro Jahr doch etwas dürftig da...
Wie gehts denn dem Hauke? Hat er sein mediterranes Frühstück während der Etappe noch zu sich genommen?
Viele Grüße, die nötige Gesundheit und Unterstützung wünsche ich Hauke auf seinem Weg nach Sylt!
Steffen, ich muss dir für dein tolles Organisieren und deine angenehme Art noch ein dickes Lob aussprechen!


Heinrich, 18,3 Km:
6 Km wollte ich laufen, mehr traute ich mir nicht zu, und dann kamen über 18 heraus - ich danke euch für dieses einmalige Lauferlebnis. Es war alles so unglaublich unkompliziert und angenehm, und mit solch tollen Läufern als Gruppe unterwegs zu sein hat einfach nur riesigen Spaß gemacht. Hauke, ich drücke dir für die restlichen Etappen alle Daumen, und nochmals DANKE!


Elke, 18,3 Km, neue PB (geplant waren 6 Km):
Erst einmal vielen Dank für die Super-Organisation! Ich habe noch bei keinem Lauf mitgemacht, bei dem es ein derartiges „Rundherum-Wohlfühl-Paket“
gab: detaillierte Vorabinfos über Strecke incl. Fahrplänen für die Rückfahrt, tolle Verpflegung auf der Strecke, ein total entspanntes Laufteam mit sehr netten, aufgeschlossenen Mitläufern, einen „Geschenkbeutel“ und noch Fotos & Filme sowie Urkunden zum Abschluss. Eigentlich wollte ich nur die 7 km bis nach Frei-Weinheim mitkommen, aber weil es so eine tolle Gruppe war, das Wetter und Tempo für mich einfach perfekt zum Laufen war, bin ich doch bis Bingen Hauptbahnhof mitgelaufen und mir hat jeder Kilometer Spaß gemacht!!!
Es war für mich ein perfekter Vormittag, es hat alles gestimmt und ich konnte deshalb viel weiter mitlaufen, als ich es gedacht hatte und habe dabei jeden Kilometer genossen! Eigentlich wollten und sollten wir ja Hauke unterstützen, jetzt hat ER uns motiviert, DANKE!


Melanie und Steffen, 62 Km:
Ohne Worte!

Wir bedanken uns bei Hauke, Susanne und Birger für ein unvergessliches Wochenende, für unvergleichlich schöne Stunden, viele wunderbare und tiefgründige Gespräche, eure unglaublich nette, absolut unkomplizierte und liebenswerte Art und natürlich dafür, dass ihr unsere Gäste wart! Es ist unbezahlbar solche Freunde zu haben!

Ein ebenso großer Dank geht an alle Mitläufer, die erst durch ihre Teilnahme aus diesem Lauf das gemacht haben, was er schlussendlich war - ein unvergessliches Erlebnis!


 
Blog Infos
Wir können es noch gar nicht so recht fassen, aber heute morgen um 08:25:21 Uhr war es dann soweit, die seit nicht einmal 3 Jahren in dieser Form existierende Domain "runningfreaks.de/ runningfreaks.com" durfte ihren 500.000ten Besucher begrüßen! Anders ausgedrückt - eine halbe Millionen Leser!!!

Anklicken
500000

Außerdem gab es seither mehr als 10.000 Kommentare (leider gingen durch einen Hackangriff fast die Hälfte verloren;-)), einfach nur der Wahnsinn!

Was soll ich dazu noch sagen außer -

DANKE, DANKE, DANKE!

...all den treuen und auch neuen Lesern, Kommentatoren, Freuden und - ach, einfach ALLEN!!

Ich danke euch dafür, dass ihr mit Melanie und mir durch Dick und Dünn gegangen seid, euch mit uns gefreut, aber auch gelitten habt, für eure ehrlichen Worte, eure Ratschläge und Tipps, eure aufmunternden, aber auch ermahnenden Worte! Dies war und ist sehr sehr wichtig für uns, bringt es uns beiden doch unglaublich viel. Und einmal ganz davon abgesehen - davon lebt auch diese Seite!

Und auch wenn die Zeit momentan sehr knapp ist, entsprechend weniger geschrieben und leider auch bei anderen weniger kommentiert (gelesen wird alles!) wird, es geht weiter und es kommen sicher auch wieder ruhigere Zeiten!

Herzlichen Dank,
eure "Runningfreaks" Melanie und Steffen
 
Blog Training
Eigentlich wollte ich mit meinem Schatz ja in Leipzig gemeinsam die 100 Km laufen, doch wegen meines immer noch nicht ganz abgeheilten Blasenproblemes am linken kleinen Zeh war daran nicht im entferntesten zu denken. Außderdem wollte ich größere Probleme vermeiden und meinen Start beim Kölnpfad in 3 Wochen nicht riskieren. Meli hätte also alleine laufen müssen, wozu sie aber absolut keine Lust hatte. Außerdem waren wir ja bereits 3 mal dort, es fehlte also auch an einem gewissen "mal wieder etwas neues" - Anreiz. .
Andererseits hatten wir uns schon auf ein Wiedersehen mit einigen Lauffreunden gefreut, Silvan Basten und Holger Brill z.B., die uns nun hoffentlich nicht ob unseres Fernbleibens böse sind. Für Silvan lief es ja absolut super, schaffte er doch eine fantastische neue PB mit grandiosen 9:23:15, auch hier nochmals herzlichen Glückwunsch dazu!
Für Holger lief es weniger gut. Die ersten 30 Km absolvierte er in einem atemberaubenden Tempo - um dann bei Km 35 derart umzuknicken, das er nur noch gehend die Runde beenden und aus dem Rennen ausscheiden musste, schade! Irgendwie erinnert mich das an meinen 50er in Eschollbrück....Lieber Holger, ich drücke dir die Daumen das es nichts schlimmeres ist und wünsche dir gute Besserung...ausgerechnet jetzt...so knapp vor dem Spartathlon!!!!

Und wir? Schweren Herzens entschieden wir uns dazu zuhause zu bleiben. Wir wollten, eben wegen meines Zehes, nicht zu viel riskieren und haben uns dann für ein Samstagsläufchen mit ordentlich Höhenmetern durch den heimischen Taunus entschieden. Also unsere Trinkrucksäcke gepackt, die passende Karte mit der geplanten Strecke auf´s Handy geladen und schon konnte es los gehen. Allerdings sind wir diesmal nicht wie letztes Jahr mit dem Auto in den Rheingau gefahren, sondern gegen Mittag mit den Rädern an die Mohle gefahren.

2011-08-13-12.30.17

Dort die Bikes abgestellt und mit der Fähre nach Mittelheim übergesetzt.

2011-08-13-13.12.11

Vom Wetter her hatten wir ja einigermaßen Glück, wobei ich sagen muss, dass es wirklich sehr schwül war und ich doch ordentlich schwitzen musste...
Drüben angekommen ging es dann auch direkt vom Ufer aus los.

2011-08-13-13.18.36

Durch Mittelheim durch über die Weinberge direkt in die Wälder des Taunus. Und wie soll ich sagen, es war einfach nur herrlich! Sogar ein Reh kreuzte völlig unbehelligt nur wenige Meter vor uns den Weg, ohne sich auch nur im geringsten von unserm Tun stören zu lassen, wunderbar. Nur bis ich das Handy "Fotobereit" hatte...naja, Pech gehabt, man kann eben nicht alles haben!!

2011-08-13-15.36.28

Oben angekommen ging es dann entlang der "Hohestraße", welche ein einfacher Weg ist, bis zum höchsten Punkt an dieser Stelle, der "Kalten Herberge", die mit 619 Meter über Null den höchsten Berg des Rheingaus bildet. Von dort führte die Strecke dann vorbei an der "Hallgarter Zange", einem Aussichtsturm mit ehemals Gastronomie, der leider seit 2003 keinen Pächter hat und entsprechend als Bau- und Investitionsruine geschlossen ist.

2011-08-13-15.40.53

Von hier aus ging es dann abwärts Richtung Kloster Eberbach, in welchem die Innenaufnahmen des Filmklassikers "Der Name der Rose" gedreht wurden. Klar das wir hier ein kleines Päuschen gemacht und uns das Ganze etwas angeschaut haben!

2011-08-13-15.58.43

Nach der Stärkung mit Müsliriegel und Wasser ging es dann wieder weiter, entlang der wunderschönen Weinberge Richtung Hallgarten.

2011-08-13-16.18.06

Die Aussicht von dort über den Rhein auf unser schönes Rheinhessen und eben auch unser Ingelheim ist einfach nur der Hammer! Von Mainz bis nach Bingen kann man hier die Blicke schweifen lassen, ja sogar der Donnersberg ist zu sehen!

2011-08-13-16.08.48

Überhaupt war das der reinste Genusslauf, gab es doch so viele wunderschöne Passagen und Streckenabschnitte entlang altehrwürdiger und geschichtsträchtiger Mauern und Schlösschen.

2011-08-13-16.10.39

Gibt es etwas schöneres als läuferisch die Umgebung zu erkunden, jeden Meter zu genießen und die vom Regen gereinigte frische Luft in seinen Lungen aufzusaugen?


2011-08-13-15.41.12


Schade das die Trauben noch nicht reif waren...

2011-08-13-16.10.55

Doch leider war nach 28 Km alles schon wieder vorbei, sodass wir nach etwa 3:30 Stunden wieder in Mittelheim ankamen. Dort gab es erst einmal eine leckere Traubensaftschorle und einen Laugenbrezel!

2011-08-13-17.13.13

Wenig später kam dann auch schon wieder die Fähre, die uns in nur 6 Minuten Fahrzeit wieder zurück nach Ingelheim und zu unseren Rädern brachte.

2011-08-13-17.18.52

So endete dann auch unser samstäglicher Ausflug in den Rheingau - aber wir kommen wieder, und die nächste Strecke steht auch schon fest, allerdings ist diese dann ohne "Rückfahrschein" und entsprechend etwas länger.

Hier ist unsere gelaufene Strecke
Hier gibt´s noch mehr Bilder
Hier ist die geplante nächste Taunustour
 
Blog Sonstiges
Nach dem 24 Stundenlauf in Reichenbach haben wir uns noch 2 Tage Dresden gegönnt, liegt das Vogtlandstädtchen doch nur 120 Km von Sachsens Hauptstadt entfernt. Also was lag dann da näher als dieser Stadt an der Elbe einmal einen Besuch abzustatten?
Bereits Sonntag nachmittag kamen wir an, aber ganz erhlich, außer die Sachen im Hotel zu verstauen und noch etwas zu essen war nicht mehr sehr viel los mit uns beiden, man hat eben doch deutlich das Fehlen einer ganzen Nacht gemerkt!
Am nächsten morgen ging es dann gaaaanz gemütlich durch die Stadt. Eine Stadtrundfahrt wollten wir nicht machen, liegen doch alle Sehenswürdigkeiten recht dicht zusammen. Außerdem sind wir doch eigentlich recht gut zu Fuß! Ok, das man eine Stadtbesichtigungstour nur einen Tag nach einem 24er macht ist jetzt nicht ganz so optimal, oh man habe ich mich gequält, 100 Meter kamen mir wie 1 Km vor, aber die Schönheit der Stadt und der ganz besondere Flair haben mich dafür mehr als entschädigt!

Dresden1

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Und was es dort alles zu entdecken gab - unglaublich! Zwinger, Semperoper, Hofkirche, Frauenkirche, Residenzschloss, Dreikönigskirche, Fürstenzug, Goldener Reiter, Albertinum, ...einfach der Wahnsinn! Also wenn wir alle Museen hätten sehen wollen, oh je, ich glaube eine Woche hätte da nicht gereicht! So haben wir uns "nur" mit dem grünen Gewölbe begnügt, was mit verlaub gesagt atemberaubend war!

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Und was hatten wir auch hier ein Glück mit dem Wetter, ok, etwas wärmer hätte es sein können, aber dafür schien bis zum späten Nachmittag die Sonne und auch sonst blieb es trocken!

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Auch unsere Gaumen wurden mehr als verwöhnt, unglaublich wieviele Restaurants und Bars es dort gibt! Das war auch gut so, denn irgendwie war ich doch noch ganz schön ausgehungert...warum nur?

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Selbstverständlich haben wir auch etwas geshoppt, auch das kann man dort nämlich verdammt gut! Im Runnerspoint lehnte ich übrigens eine Laufanalyse dankend ab, mir war irgendwie nicht so ganz danach ;-)!!

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Und was hätte ich mich tot fotografieren können, echt der Hammer! Aber es war ja mal wieder wie immer, in der Semperoper hat sich die blöde SDCard verabschiedet (es ließ sich nichts mehr darauf speichern) und ich hatte natürlich keine Ersatzkarte mir dabei, so ein Mist! Aber wenigstens ist den Bildern die ich bis da hin gemacht hatte nichts passiert, also unter dem Strich noch einmal Glück gehabt!

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Dienstags fuhren wir dann, nach dem wir uns mit Sushi gestärkt hatten, leider wieder nach Hause. Zwei wunderschöne Tage voller bleibender Eindrücke lag hinter uns.

Und wieder einmal durften wir feststellen, wie schön es doch in Deutschland ist, insbesondere im Osten! Egal ob Eisenach, Jena, Weimar, Erfurt, Leipzig, Gotha, Potsdamm, natürlich auch Berlin - ach, es sind alles so wunderschöne Städte, und jede einzelne für sich hat ihren ganz besondern Reiz!

Hier sind noch mehr Bilder
 
Blog Training
Oder - Reichenbach abseits aller Wertungen einmal ganz nüchtern betrachtet...

Mal ganz egal welche Ziele ich dort wirklich hatte, dass ich unerwartet frühe und heftige Blasenprobleme bekam und überhaupt, betrachte ich mir das ganze mal rein sachlich und vor allem in Hinblick auf die TTdR230 2012, so kann ich nur sagen, alles mehr als im Soll, denn:
- die Regenerationszeit von 3 Wochen ist sogar nach einem 100 Meiler ausreichend, entsprechend kann die Vorbereitung für 2012 geplant werden

- die ersten 100 Km habe ich wieder einmal in unter 11 Stunden absolviert

- also gehen 100 Km in unter 12 Stunden immer!

- die 160 Km, also 100 Meilen, habe ich trotz der Probleme in unter 20 Stunden absolviert, also genau so, wie ich es mir vorgenommen hatte

- also kann ich nun ziemlich sicher sagen, 100 Meilen in 24 Stunden, dessen bin ich mir jetzt ganz sicher, gehen auch mit Schwierigkeiten  immer (gesundheitliche Probleme ausgenommen)!

- 20 Stunden mit Problemen für 160 Km, bei der TTdR werde ich dann noch 70 Km vor mir haben, für die ich, bei einer Cut-Offzeit von 38 Stunden, dann noch 18 Stunden Zeit habe. Darauf lässt sich aufbauen!

- über 100 Km mit heftigen Blasen gehend absolviert, und diese immer in einem guten 8er Schnitt, auch das lässt zuversichtlich zur TorTour blicken

- durch den Thüringen 100 Meilen und den 24 Stundenlauf habe ich in diesem Monat wahnsinnige 601 Km absolviert, und ich fühle mich richtig gut dabei. Das heißt, der Körper hat sich bereits sehr gut an solche Umfänge gewöhnt. Nichts schmerzt, nichts zwickt, und das ist sehr wichtig!

- wenn jetzt noch der Leipziger 100er in 2 Wochen und in 5 Wochen der Kölnpfad mit 171 erfolgreich verlaufen kann ich wirklich mit sehr großer Zuversicht zur TTdR blicken, denn dann hätte ich innerhalb von nur 15 Wochen, immer im 3-Wochenrythmus, einen 100er, 100 Meiler, 100 Meiler, 100er und noch einen 100 Meiler absolviert.

Nein, Reichenbach mal ohne Titel und Medaillen ganz nüchtern betrachtet war ein voller Erfolg! Und das nach diesem total verkorksten 1. Halbjahr, in dem ich 3 mal von vorne beginnen musste, Hammer!

Video vom 24er in Reichenbach
(unverschönt, gnadenlos)
 
Blog Events
Wenn alles anders kommt als gedacht...

Wenn...

- man wie immer liebgewonne Gleichgesinnte trifft
- man sich gleich wieder wie zuhause fühlt
- die sich selbst gesteckten Kilometerziele nicht erreicht werden
- unerwartete Blasenprobleme auftreten, und dies dann auch noch zu einem sehr frühen Zeitpunkt
- die Stunden nicht verrinnen wollen und jeder Meter zur Qual wird
- man mehrfach über eine Aufgabe nachdenkt
- man wieder einmal alles erträgt und gibt, ja sogar erneut über sich hinaus wächst
- man trotzdem noch aufmunternde Worte für Andere hat und selbige entgegen gebracht bekommt
- trotz allem dann noch sehr gute Platzierungen dabei heraus kommen und man völlig unerwartet auf dem Podest landet
- man von den eigenen Emotionen tief ergriffen ist
- sich mit und für Andere freuen kann...
- der Schmerz geht und der Stolz bleibt

ja dann ist wieder ein 24 Stundenlauf - diesmal ausgetragen rund um den Wasserturm in Reichenbach, im Rahmen der Deutschen Meisterschaften der DUV.

Tags zuvor:


Bereits tags zuvor kamen wir dort an, holten die Startunterlagen ab, trafen, wie immer, jede Menge bekannte Gesichter und inspizierten schon einmal die Strecke. Und eines war mir dann da schon klar, es würde 3 Stellen geben, die es in sich haben würden. Die leichte Steigung nach dem Stadion zum einen, und der Gehweg in der Turmstraße zum anderen, da dieser erstens schräg verlief, und zweitens der jeweilige Auf- und Abstieg nicht sehr einfach sein würde (ebenfalls sehr schräg und stolprig).
Anschließend fuhren wir nach Zwickau und bezogen dort unser Nachtquartier.

Vor dem Start:

Nachdem wir recht gut geschlafen, lecker gefrühstückt und den Weg zurück nach Reichenbach gefunden hatten, trafen wir im dortigen Stadion gegen 7:30 Uhr ein und fanden einen wunderbaren Parkplatz direkt an dessen Eingang. Es herrschte schon reges Treiben, welchem wir uns natlos anfügten und meinen Selbstversorgungstisch gegenüber der überdachten Tribühne aufbauten. Hier deponierten wir auch alles, was ich während der nächchsten 24 Stunden glaubte zu brauchen. Natürlich auch Decken, Schlafsäcke und Stühle für meinen  Schatz, der mich die ganze Zeit betreuen sollte. Nach und nach trafen immer mehr Teilnehmer ein und es war wie immer, ein einziuges "Hallo". Gegen 9 Uhr machte ich mich dann so langsam "Lauffertig", schmierte mich überall dick mit Vasiline ein, zog die geplanten Laufklamotten an und wenig später fand dann auch das "Briefing" für alle Teilnahmer  im Startbereich statt.

Reichenbach2011- (2)

Nur Minuten später dann das Übliche, jeder wünschte jedem noch einmal alles Gute, verabschiedete sich von seinen Betreuern und schon ging es los, ...

Reichenbach2011- (1)

Der Lauf:

Alles begann sehr gut, schon fast zu gut, ich schlug ein gemütliches 5:45er Tempo ein und der Puls blieb die ersten 2 Stunden prima unter 120, alles wie geplant. Alle 3 Runden nahm ich einen großen Schluck Selbstgemixtes sowie einen Becher Cola, Iso oder Tee zu mir. Auch Kartoffel- und Apfelstückchen sowie ab und an ein Stück Banane, aber auch Fettbrot fanden in regelmäßigen Abständen ihren Weg in meinen Verdauungstrakt - auch das alles wie geplant. Es schien zu laufen...

Reichenbach2011- (3)

Doch nach etwa 2 Stunden fing der Puls, warum auch immer, mehr und mehr an zu steigen, und das, obwohl ich sofort reagierte und das Tempo etwas heraus nahm. An der Temperatur kann es auch nicht gelegen haben, denn die war geradezu perfekt. Auch bemerkte ich, dass ich außergewöhnlich stark zu schwitzen gegann, was mich auch etwas beunruhigte. Also ließ ich mir bereits nach etwa 3 Stunden von meinem Schatz die erste Salztablette geben. Vom Kopf her stimmte aber noch alles und in meinen Gedanken lief ich sowieso nicht die 1,97 Km langen Runden rund um den Wasserturm hier in Reichenbach, sondern virtuell noch einmal den Thüringen Ultra 100 Meilen ab! Das klappte auch ganz gut und half dann prima über die doch etwas aufkommende Monotonie hinweg zu kommen.
Nach etwa 4:05 Stunden war dann auch schon der erste Marathon geschafft, alles voll im Plan! Doch der Puls stieg weiter an und lag bereits jetzt über 130, viel zu hoch für mich. Also nahm ich weiter das Tempo etwas heraus, allerdings ohne Erfolg, der Puls stieg weiter an.
Die 50 Km-Marke passierte ich dann nach etwa 4:50 Stunden, nahm aber weiterhin etwas Tempo heraus. Aber alle Mühen nutzen nichts, wenn ich hier nicht tierisch eingehen wollte musste er Puls herunter, denn bei 135 Schlägen/ Minute bedeutete das eine stündliche Kalorienrate von etwa 900 Kcal, und das würde ich auf keinen Fall 24 Stunden durchstehen können. Also legte ich schweren Herzens bereits nach 64 Km bzw. 6:15 Stunden eine 2 - ründige Gehpause ein, die ich auch zum ausgiebigen Stärken nutzte. Als ich dann wieder anlief konnte ich mit der Zeit auch fast wieder die alte Pace laufen und der Puls blieb wunderbar unter 120 Schlägen, perfekt! Oder doch nicht? Denn bei Km 70 stach es fürchterlich am rechten kleinen Fußzeh was mir unwiderruflich klar machte, die erste Blase war schon da und ist gerade geplatzt! Das darf doch nicht wahr sein, in Thüringen 3 Wochen zuvor nichts, gar nichts, und jetzt und hier hatte ich bereits so früh damit zu kämpfen, wie sollte das noch weiter gehen...

Reichenbach2011- (4)

Nach etwa 7:20 Stunden war ich dann gedanklich bereits in Sondra (Thüringen Ultra), das hieß, ich hatte 71 Km erreicht und war somit 1:40 Stunden schneller als noch vor 3 Wochen. Aber die Blasen....
Den 2. Marathon beendete ich dann nach etwa 8:45 Stunden, klar, etwas langsamer als geplant, musste ich ja bereits Puls bedingt die erste Gehpause einlegen. Oder kam das Blasenproblem durch das gehen, wäre es besser gewesen ganz langsam weiter zu laufen, ich weiß es nicht...
Die Zeit verging wie im Fluge, und die Blasen wurden mehr und schlimmer! Jetzt gesellten sich auch am rechten Fußballen Blasen dazu, und auch der große Zeh blieb nicht davon verschont - und das nach nicht einmal 100 Km! Das konnte ja noch was werden...
Nach 10:59 Stunden waren dann die ersten 100 Km abgespult und ich virtuell somit auf der Ebertswiese und 2,5 Stunden schneller als beim THU, aber ich fragte mich schon jetzt, wie das noch 13 Stunden weiter gehen sollte. Mehr und mehr musste ich Gehpausen einlegen, zum kotzen, die Kraft war da, der Puls wieder in Ordnung und jetzt so ein Mist! Es war zum heulen....Aber auch andere Läufer schienen immense Probleme zu haben und so stellte ich auf einmal fest, dass ich doch tatsächlich bereits an der 4. Position in meiner Altersklasse M40 geführt wurde.
Die Kilometer zogen sich jetzt doch zunehmend, die Zeit wollte nicht vergehen und es wurde Nacht....die Dunkelheit zog über uns. Das einzige, was mich noch einigermaßen aufbauen konnte, war mein Schatz - und mein iPod. Und wieder musste ich Gehpausen einlegen, wusste schon fast gar nicht mehr, wie ich überhaupt noch auftreten sollte. Zu allem Überfluss gesellten sich jetzt auch noch an den gleichen Stellen wie am rechten, nun auch am linken Fuß zahlreiche Blasen hinzu, die alle samt ab und an mit einem stechenden Schmerz platzten, welch eine Folter...
So kam es dann, dass ich für die folgenden 13 Km fast 2 Stunden brauchte. Und dennoch, gegenüber dem THU war ich nun fast 3 Stunden schneller - aber was sollte das bringen, konnte ich doch keinen Profit daraus schlagen. Die virtuelle Welt brach nach und nach unter der Last der Schmerzen zusammen, und so kam es dann, dass ich mich anfing schon jetzt von Runde zu Runde zu quälen und maximal 5 Km-weise zu denken.
Nach 14,5 Stunden war dann auch der 3. Marathon geschafft und ich viel aus allen Wolken als ich sah, dass ich mittlerweile auf dem 2.Rang der M40 geführt wurde. Hä, wie ging das denn? Hinter mit waren da nur Gernot Herferich, ein guter Laufbekannter, der die Bärenfelsläufe mit organisierte und die ganze Zeit zuvor deutlich vor mir lag, und Günter Thieme, der gerade einmal 3,5 Km hinter mir lag. Alle aderen waren bereits jetzt zu weit weg. Und mir ging es so sch..e.....
Also was sollte ich tun? Eigentlich war mein Minimalziel das erreichen der 100 Meilen in unter 20 Stunden und das überschreiten der 180 Km-Marke. Aber in meinem Zustand erschien mir das alles völlig unmöglich.
Ich konzentrierte mich also auf Günter Thieme, lief immer dann, wenn auch erlief und versuchte dann sogar noch eine Runde dran zu hängen, um den Vorsprung weiter auszubauen. Gernot sagte ich, dass er auf Rang 3 liegen und es sich lohnen würde zu kämpfen. Ihm ging es aber auch nicht gut, musste ebenfalls oft gehen, ja sogar kurz pausieren, sodass wir einige Runden zusammen unterwegs waren. Wir hatte tolle Gespräche, für die ich ihm sehr dankbar bin. Dann war mal er etwas schneller, mal ich, aber wir feuerten uns immer und immer wieder an, sprachen uns Mut zu und versuchten dem anderen Kraft zu geben. Auch Günter schien es schlecht zu gehen, und auch er konnte, entgegen unserer Befürchtungen, nichts mehr zulegen.
Zwischendurch sah ich auch andere Läufer leiden, so auch Margitta, die immer und immer wieder mit ihrer Verdauung zu kämpfen hat, echt ätzend! Sie erklärte sich sogar bereit meine Blasen zu versorgen, was ich aber nicht wollte, wofür ich ihr aber unglaublich dankbar bin und ihr das niemals vergessen werde!
Die Zeit verging im Schneckentempo, und ich kam nur in selbigem vorwärts, 24 Stundenlauf, LAUF, schön wär´s gewesen! Die Kraft war da, aber jeder Schritt wie ein Messerstich, links wie rechts. Aber es ging weiter, immer weiter, wobei ich mir schon des öfteren überlegt hatte, einfach auszusteigen. Aber hey, ich stand auf Platz 2, bei einer Deutschen Meisterschaft, ein Podestplatz war so gut wie sicher, ich musste "nur" durchhalten! Mir war es egal ob Platz 2 oder 3, Gernot hätte ich das genauso gewünscht wie mir, dafür waren wir zu lange schon gemeinsam unterwegs und hatten uns unterstützt, aber der 3. musste und sollte es nun schon werden, eine solche Chance würde ich niemals mehr bekommen.
Also ging es weiter, immer weiter, durch die Nacht, und die aufkommende Kälte. Ich zog mir das lange Shirt sowie die Weste, die Jacke und die Handschuhe an, die mir mein Schatz auf meinen Wunsch hin zurecht legte. Was würde ich nur ohne sie tun...wenig später schlief sie ein paar Stunden, tief vermummelt in die Decke und die 2 Schlafsäcke, ach Schatz, ich liebe Dich!
Die 18. Stunde begann und das Laufen war nun absolut unmöglich. Doch mein und Gernots Vorsprung vergrößerte sich dank unseres sehr flotten Ganges, sodass ich mittlerweile 7,8 und Gernot etwa 4,7 Km Vorsprung gegenüber Günter hatte. Auch wenn es uns schwer viel - wir feuerten uns weiter gegenseitig an.
Nach 19:58 Stunden waren die 100 Meilen, also 160 Km geschafft und mir schossen kurz der Schmerzen die Tränen ins Gesicht, die 100 Meilen in unter 20 Stunden, in einem solchen Zustand, nicht schlecht, dachte ich und es kam erstmals seit langem Freude auf. Aber noch 4 lange quälende Stunden....unfassbar.

Reichenbach2011- (5)

Mein Schatz machte sich Sorgen um mich, sah mich leiden und ging ab und an eine Runde an meiner Seite, was mir unglaublich gut tat.  Sie einfach nur bei mir zu wissen war in diesem Moment einfach alles....
Nach 21 Stunden hatte ich etwa 165 Km geschafft, 11 Km Vorsprung auf Günter und 6 Km auf Gernot herausgelaufen. Wenn ich jetzt noch 2 ultralange Stunden durchhalten würde, wäre mir eine Medaille sicher, und, ich würde sogar eine neue PB erreichen. Also trieb ich mich weiter und weiter an, Schritt für Schritt, Meter um Meter und schaffte nach 22 Stunden die 170 Km.- Marke! Gernot legte auch einen Zahn zu, sodass er nur noch etwa 3 Runden Rückstand auf mich hatte. Wir gingen wieder eine Runde zusammen und beschlossen, nach allem was wir hier gemeinsam erlebt und durchgemacht hatten, rundengleich zu werden und uns die Silbermedaille zu teilen. Klar hätte ich noch die 180 Km-Marke knacken können, aber wozu? Mir war das gemeinsame Finish mit Gernot wichtiger, und so machte ich nach Vollendung der 147. Runde und meinem 177. Kilometer, nach fast genau 23 Stunden, eine 50 minütige Pause, damit Gernot aufholen konnte.

Reichenbach2011- (6)

Ich kontrollierte nochmals alles, nicht das wir uns verrechnet hatten, und dann war es auch schon soweit, die letzten 10 Minuten wurden eingeläutet und Gernot kam ums Eck. Ich trank meinen Kaffee aus, den mir mein Schatz besorgt hatte, stand auf, holte gemeinsam mit meinem "treuen Begleiter" die Markierungsmarke beim Kampfrichter ab und ging in die letzte Runde!

Reichenbach2011- (7)

Gernot und ich überliefen die Rundenmatte, ließen uns von Meli mehrfach fotografieren und gingen die letzten Meter Arm in Arm, bis von 10 herunter gezählt wurde. Auch Gernots Frau Silke gesellte ich noch dazu, sodass wir sie in unsere Mitte nahmen und nach exakt 24 Stunden gemeinsam stehen bleiben, uns um die Arme vielen, gratulierten und unsere drei Marken an exakt die gleiche Stelle setzten.
Schluß, aus und vorbei - es war überstanden und vollbracht!
Damit auch mit der Restmetervermessung nichts schief gehen konnte warteten wir noch auf den Meßtrupp, der dann für jeden von uns die gleichen Restmeter notierte.

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Nach dem Lauf:

Ob das jetzt eine Absprache und erlaubt war oder nicht, dieser Lauf hatte keinen 2. und 3. Platz verdient, und nach alle dem, was Gernot und ich gemeinsam erlebt und durch gemacht hatten, sowieso nicht. Nein, es war mir wichtig, mit ihm gemeinsam das Ding nach Hause zu bringen, pfeif auf ein paar Kilometer mehr oder weniger, das ist nicht alles! Das war ein tolles Gefühl und ein ganz besonderes Erlebnis, ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll. Wie gesagt, gemeinsame 14 Stunden prägen...So sind wir Ultras eben, man verzichtet gerne und gönnt auch dem Anderen, Punkt! Und ich bereue nichts!

Anschließend ging es unter die unglaublich wohltuende Dusche, welch ein Genuss!! Als ich mir die Füße betrachtete wurde mir auch so einiges klar, oh mein Gott!
Mein Schatz räumte derweil schon einmal alles ins Auto, Mensch, wenn ich sie nicht hätte, ich glaube mit meinen Füßen hätte ich dafür Tage gebraucht.

Dann kam die Siegerehrung, bei der dann Gernot und ich gemeinsam auf dem 2. Platz standen, ein tolles Gefühl.
Völlig platt war ich dann als ich hörte, dass ich doch tatsächlich mit der LG DUV Mannschaftsmeister wurde, unfassbar, Gold und Silber an einem Tag - und das - wo ich doch mit überhaupt garnichts gerechnet hatte, Wahnsinn!

Reichenbach2011- (9)

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Ich hätte niemals im Leben damit gerechnet, auch nur eine Medaille erringen zu können, weder hier, noch bei einer andern Meisterschaft - und jetzt das!
Aber das zeigt auch - ein 24-Stundenlauf ist lang und abgerechnet wird erst am Schluss - kämpfen und durchhalten lohnt also immer!

So endete dann eine wunderbare Veranstaltung, die ich wohl in jeder Hinsicht niemals mehr vergessen werde.

Danke den Veranstaltern, allen Helfern, den wunderbaren Teilnehmern, der DUV und natürlich meinem Schatz für dieses tolle Event!

Manchmal kommt eben alles anders als gedacht...

Platzierung Steffen:

Gelaufene Distanz: 176,383 Km, neue PB
Gesamtplatz 23
2.Platz und damit Vizemeister in der AK M40
1. Platz und damit Deutscher Meister mit der Mannschaft der LG DUV
 
Blog Infos
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Blog Training
Der Thüringen Ultra mit seinen 100 Meilen und über 3000 Hm ist ja gerade erst knapp 3 Wochen her, und in Hinblick auf eine erfolgreiche TTdR230 und vor allem einer vernünftig geplanten Vorbereitung dazu wäre es jetzt wichtig zu wissen, wie lange ich nach einem solchen Event für eine vollständige Regeneration brauche. Und, ob aus einem solchen Lauf vielleicht sogar noch ein Trainingseffekt generiert wird oder nicht.
Alle Theorie nutzt da gar nichts, und Vergleiche mit anderen Läufern hinken, den jeder ist anders. Es gibt Ultras, die laufen jede Woche solche Distanzen, was ich mir für mich selbst momentan aber überhaupt nicht vorstellen könnte.
Also, es ist wie mit vielen anderen Dingen auch - die Praxis muss es zeigen. Aber wo und wie, und vor allem wann? So blöde es sich anhört, aber 9 Monate bis zur TTdR sind schnell vorbei und eigentlich kann ich mir keine allzu großen Fehler in der Vorbereitung mehr leisten. Und da nach dem Kölnpfad Anfang September eine kurze 5-wöchige Erholungsphase anstehen soll, auf die dann Mitte Oktober die planmäßige und konstante direkte Vorbereitung auf die TTdR folgt, muss ich wohl oder übel jetzt eine solche Erfahrung machen und entsprechende Erkenntnisse daraus gewinnen.

Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, am kommenden Wochenende (23. - 24.07.2011) in Reichenbach bei der DM im 24 Stundenlauf anzutreten. Und hier soll nach der Schmach von Delmenhorst, Regenerationsgrad seit Thüringen hin oder her, alles anders werden.

Ziel? Keine Ahnung, ok, mehr als in Delmenhorst soll es schon werden, und da waren es gerade einmal 105.676 km nach 13 Stunden, was ja auch meine momentane offizielle Bestleistung ist!

Und ich werde nichts dem Zufall überlassen! Diesmal habe ich mich intensiver auf dieses Event vorbereitet, mit allem, auch und vor allem vom Kopf her. Da habe ich mir gerade für die doch sehr kurzen und immer und immer wieder zu laufenden Runden von gerade einmal knapp 1,2 Km Länge etwas überlegt. Ob das gut ist und diese Taktik aufgehen wird werde ich sehen.
Ich fühle mich gut, verdammt gut, habe mich die letzte Zeit geschont, getestet, alles im grünen Bereich, die Speicher sind gefüllt, die Beine brennen, die Ampeln stehen alle auf Start!
Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen, und da sieht es leider nach Dauerregen aus, aber gut, damit müssen dann alle Teilnehmer zurecht kommen.

Start ist Samstag 10 Uhr, Zielschluss entsprechend am Sonntag 10 Uhr. Mein Schatz wird mich betreuen und diesmal wohl etwas mehr zu tun bekommen. Meli, an dieser Stelle schon einmal ein rieeeesen DANKESCHÖN dafür, was würde ich nur ohne dich machen?

Wen es interessiert, ich habe die Startnummer 233. Eine Liveberichterstattung soll es hier geben:
http://www.24-stundenlauf.de/

 
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