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Läufers Weisheiten

Distanz ist, was dein Kopf draus macht!
Blog Testberichte
Als ich die Testanfrage bekam und über ein eventuelles Interesse befragt wurde war ich direkt hellauf begeistert und stimmte einem ausführliche Test sofort zu. Und dies nicht einfach aus dem Grund, mal wieder etwas kostenlos bekommen zu können! Nein, dieser innovative Kopfhörer könnte eine Lösung eines lange währenden Problemes sein!
Und warum nun? Na weil ich schon seit langem nach einem solchen Kopfhörer gesucht habe. Denn durch meine Bereitschaft (7 Tage 24 Stunden/ Monat) bin ich zwingend darauf angewiesen, ständig telefonisch erreichbar zu sein. 
Klar gibt es da massig "normale", andere Kopfhörer, doch haben sie allesamt einen entscheidenden Nachteil: Man nimmt die Umwelt absolut nicht mehr wahr! Und das, ich spreche da aus Erfahrung, ist ein erhebliches Sicherheitsrisiko! Ausserdem hatte ich in der Vergangenheit bereits massig iPhone-taugliche Kopfhörer, die alle nach sehr kurzer Zeit bereits den Geist aufgegeben hatten, und das obwohl sie angeblich "sporttauglich und Wasserdicht" waren!
Aber Tonübertragung üner die Wangenknochen - DASS soll funktionieren? Und wie ist der Klang, und überhaupt, ich war gespannt!
Seit dieser Woche habe ich nun die Möglichkeit, dieses innovative Produkt testen zu dürfen:
Test AfterShokz - 001
Preis: 79,90 €

Herstellerangaben:

AfterShokz Sportz M2 Sport-Kopfhörer mit Mikrofon 2. Generation

Musik hören & Telefonieren über Wangenknochen


Die AfterShokz Sportz M2 ist die neueste Generation an Bone Conduction Sport-Kopfhörern. Die AfterShokz Kopfhörer sind speziell für Freizeitaktivitäten wie Joggen, Radfahren, Wandern und andere Sportarten konzipiert und ermöglichen ein angenehmes, gesundes und sicheres Hörerlebnis!

Im Gegensatz zu herkömmlichen Kopfhörern wird bei den AfterShokz Headphones der Ton über die Wangenknochen zum Innenohr übertragen - so bleibt das Ohr frei. Durch diese patentierte "Bone Conduction Technology" (Knochen-Leit-Technologie), können Umgebungsgeräusche wie näher kommende Fahrzeuge, Autohupen, Notfallfahrzeuge und andere Warngeräusche deutlich wahr genommen und so mögliche Unfälle vermieden werden.

Die AfterShokz Mobile Kopfhörer verfügen zusätzlich über ein Mikrofon und können somit auch alsFreisprecheinrichtungbenutzt werden. Wenn ein Anruf eingeht während Sie Musik hören, unterbricht die AfterShokz Technologie automatisch und aktiviert das integrierte Mikrofon - so wird die mobile Kommunikation einfacher, sicherer und komfortabler als je zuvor.


  • "Ear-Free-Design" - Nichts im, am oder auf dem Ohr!
  • Patentierte "Bone Conduction Technology" - Knochen-Leit-Technologie (auch von militärischen Spezialeinheiten verwendet)
  • Übertragung von Ton über die Wangenknochen zum Innenohr für sicheres Musikhören bei Outdoor-Aktivitäten
  • die 2. Generation ist 30% kleiner und mit nur 45 g leichter als der Vorgänger
  • Ein/Aus & Lautstärke-Regler (mit kann bequem per Clip an Bekleidung befestigt werden
  • kleiner integrierter Lithium-Ionen-Akku für 12 h Spielzeit
  • mit Micro-USB-Ladeanschluss
  • hervorragender Stereo-Sound und verbesserte Tonqualität
  • ergonomischer und stabiler Kopfhörer-Bügel sorgt für bequemen und stabilen Halt
  • reflektierender Sicherheitsstreifen auf der Rückseite des Kopfhörer-Bügels für zusätzliche Sicherheit
  • Schweiß- und Wasserfest
  • inkl. wasserabweisender Aufbewahrungstasche
  • 130 cm Kabel (einschließlich In-line-Controller)
  • vergoldeter 3,5 mm Anschluss für iPhone, iPod, iPad und meisten Smartphones & MP3 Player
  • Preis: 79,90 €

Die AfterShokz Sportkopfhörer sind bei libo-shop.com erhältlich, dem offiziellen Vertriebspartner für den mitteleuropäischen Raum.

Testbericht:


Der Kopfhörer wird in einer sehr ansprechenden Verpackung geliefert, und auch die Hartschalen-Aufbewahrungsbox wirkt sehr hochwertig.

Alles sehr hochwertig und ordentlich verpackt
Test AfterShokz - 005

In der Schale befinden sich dann folgende Teile:

- der eigentliche Kopfhörer
- ein kurzes Verlängerungskabel 3,5 mm Klinke
- Klett-Kabelbinder 
- ein Microusb-Kabel zum laden des Kopfhörers
- eine Bedienungsanleitung (auch in Deutsch!)
- die Garantiekarte (2 Jahre) 

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Die Steuereinheit mit integriertem Verstärker, Mikro und Lithium-Ionen-Akku

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Sehr praktischer Clip zum anbringen an der Funktionskleidung

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Die  eigentlichen "Hörer"

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Gut durchdacht: Reflektor am Hinterkopfbügel

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Die erste Eindruck es Kopfhörers war sehr positiv und die erste Bedienung erfolgte dann intuitiv und bereitete keinerlei Probleme, alles selbsterklärend. Also, iPhone angeschlossen, Laufsachen an und gleich mal bei starkem Regen (soll ja Wasser- und Schweißrestistent sein) auf eine 14 Km Runde! 

Hier nun meine gewonnenen Eindrücke:
  • der Klang ist erstaunlich gut, klar, nicht mit einem hochwertigen InEar-Hörer vergleichbar, doch bin ich sehr angenehm überrascht, das hätte ich so nicht erwartet
  • die Umwelt ist absolut ohne jede Beeinträchtigung wahrnehmbar - klasse!
  • die Steuerung inkl. Siri-Funktion klappt auf Anhieb einwandfrei
  • es sind keinerlei Kabelgeräusche, wie sehr oft bei InEars bemängelt, wahrnehmbar
  • die Lautstärke des Kopfhörers ist mehr als ausreichend
  • Gehörschäden sind durch die Benutzung dieses Kopfhörers absolut ausgeschlossen
  • die Steuereinheit mit dem Clip am Funktionsshirt befestigt ist während des Laufens absolut nicht störend und sehr gut bedienbar
  • die Verständlichkeit des eingebauten Mikros ist hervorragend, bei mehreren durchgeführten Anrufen war ich klar und deutlich zu verstehen, trotz Regen und starkem Gegenwind
  • der Bügel ist absolut nicht störend, übt keinen zu starken Druck auf den Kopf aus und sorgt dafür, das der Hörer während des Laufens absolut nicht verrutscht
  • der Kopfhörer lässt sich während des Betriebes per MicroUSB-Kabel nachladen, klasse!
  • der Regen konnte dem Hörer und der Elektronik nichts anhaben
  • Leider ist der Klinkenstecker nicht abgewinkelt, was das Verstauen des iPhones oder iPods in Armtaschen, Gurttaschen etc. nicht gerade leicht macht (Geschmackssache)
  • die Elektronik ist wohl nicht ganz sauber funkentstört, sodass die typischen "Mobilfunkstörgeräusche" ab und an zu hören sind, was allerdings nicht all zu sehr stört
  • zur Akkulaufzeit kann ich noch nicht viel sagen, allerdings wird der Ladezustand des Akkus durch eine LED angezeigt
  • ob ich diesen Hörer auf einen Ultralauf > 100 Km mitnehmen würde weiß ich noch nicht, da dieser ja ein weiteres "aktives" Bauteil ist, welches dann während des Laufens mit einem externen Akkupack nachgeladen werden müsste. Auch lässt er sich durch die Bauweise (Bügel) nicht einfach mal eben in der Hosentasche oder ähnlichem verstauen.
  • für Trainingsläufe bei benötigter telefonischen Erreichbarkeit absolut empfehlenswert
  • der Kopfhörer ließ sich nach dem Lauf schnell und einfach, auch dank Klettkabelbinder,  wieder in der Hartschale verstauen
  • den Preis von 79,90 € empfinde ich als angemessen. Vergleichweise "passive" Kopfhörer haben ähnliche Preise!


FAZIT:

Dieser Kopfhörer hat mich sehr positiv überracht und ist wirklich genau das, was ich schon seit sehr langer Zeit gesucht habe!
Ob dieser Hörer etwas für Soundliebhaber ist kann ich nicht beurteilen, würde ich auch eher verneinen. Da geht einfach nichts über InEars oder geschlossene Kopfhörersysteme! Ich denke dieser Personenkreis ist auch nicht die Zielgruppe!
Wer aber den Fokus auf Sicherheit legt und trotz Musik und eventuell benötigter telefonischer Erreichbarkeit und Telefongesprächen während des Laufens seine Umwelt absolut UNEINGESCHRÄNKT wahrnehmen will, dem sei dieser Kopfhörer wärmstens empfohlen!
Gerade wer wie ich sehr oft in Innenstädten oder auf Radwegen unterwegs ist weiß wie wichtig es ist, die Ohren quasi ständig "offen" zu haben, um eben sehr oft auf entsprechende Situationen reagieren zu können. Gerade hier ist dieses System ein immenser Sicherheitsgewinn! Und das zu einem angemessenen Preis!

Für mich ist dieser Kopfhörer das was ich schon lange gesucht habe und eine ganz klare Kaufempfehlung!

Wer sich nun einen solchen Hörer bestellen möchte, kann dies hier tun: 
libo-shop.com

 
Blog Events
Was hatte ich mich diesmal auf den Rheinburgenweg gefreut....

3. Rheinburgenweglauf 2013 - 058

Endlich einmal wieder ein Lauf der über die 100 Km ging und bei dem man ausserdem wieder viele viele Bekannte treffen konnte. Laufen in einer wunderschönen, verträumten Landschaft.

3. Rheinburgenweglauf 2013 - 041

3. Rheinburgenweglauf 2013 - 040

3. Rheinburgenweglauf 2013 - 036

Letztes Jahr hatte ich Idiotin ja den Rheinburgenweglauf nicht mitgemacht, weil ich so richtig Schiss vor dem Klettersteig hatte. Auch in diesem Jahr war mir mulmig, wusste ich doch das er kommt,  und ich hatte richtig Angst und Bange diesen dann erneut womöglich Nachts passieren zu müssen. Ich erinnere mich noch an 2011, da saß ich oben auf dem Klettersteig und wollte weder vorwärts noch rückwärts weiter. Steffen hatte wieder einmal richtig Arbeit mich zu überreden jetzt endlich mal das Drahtseil loszulassen und weiter zu klettern. Aber, letztenendlich hatte ich es geschafft. Deshalb konnte ich mir im nachhinein nur in den Arsch beissen 2012 so einen schönen Lauf sausen zu lassen, aber meine Angst war damals einfach grösser .... und in diesem Jahr.... ihr wisst ja, man wächst mit seinen Aufgaben.

3. Rheinburgenweglauf 2013 - 023

Die ersten vierzig Kilometer lief alles prima, wir waren eine klasse Truppe und die Kilometer vergingen wie im Fluge.
3. Rheinburgenweglauf 2013 - 013

Aber in meinem Unterbewusstsein war mir schon von Anfang an klar, was weitere ca. 16 Km später auf mich zu kommen würde, DER KLETTERSTEIG. Ich dachte schon die ganze Zeit warum es mir im Magen wohl so mulmig war.... Lag es noch am Magen- Darm Virus, der mir bis Ostermontag zu schaffen machte? Nee, ganz klar, mir wurde erst besser nach dem Passieren des Klettersteigs. Thomas Eller, der direkt hinter mir war hat mich ganz lieb versucht ein bisschen abzlenken, aber diese Höhe, und dann der Regen, der etwas glitschige Untergrund,....das alles hat mich dann doch etwas ängstlich werden lassen. Aber glücklicherweise war es noch hell, was ein Glück!

3. Rheinburgenweglauf 2013 - 003

3. Rheinburgenweglauf 2013 - 051

Am liebsten hätte ich den Boden unter meinen Füssen geküsst als wir da endlich durch waren. Ich überlegte mir kurz was schlimmer war, den Klettersteig bei Tag oder bei Nacht zu besteigen.....ich war mir sicher,  beides! Nun gut, da muss man durch. Es ging weiter mit herrlichen Blick auf den Rhein, Gemäuer, Burgen und Wald.

3. Rheinburgenweglauf 2013 - 024
3. Rheinburgenweglauf 2013 - 056

3. Rheinburgenweglauf 2013 - 005

3. Rheinburgenweglauf 2013 - 006

3. Rheinburgenweglauf 2013 - 042

3. Rheinburgenweglauf 2013 - 016

3. Rheinburgenweglauf 2013 - 044

3. Rheinburgenweglauf 2013 - 059

Nachts wurde es richtig fies kalt und ohne Bewegung kühlte man sehr schnell runter, das zehrte schon ein wenig an der Kraft.

Susanne Alexi Gedächtnisbank ;-)
3. Rheinburgenweglauf 2013 - 062

Ich kann mich daran erinnern, dass mir der Rentnerstieg auf den letzten 20 Km dann doch ziemlich zugesetzt hatte, was für eine Kletterei. Die Beine bebten und zitterten bei jedem Schritt. Ich empfand im November den Kobolt halb so schlimm wie den Rheinburgenweg. Doch es war ja auch mein längster Lauf seither, das spielte wahrscheinlich auch eine grosse Rolle. Zum Schluß der Strecke ging es am Morgenbach entlang und da kam die Kälte nochmal extrem durch. Ich hatte mich aber damit abgelenkt immer wieder auf den Boden zu leuchten, denn durch den Frost war der ganze Boden mit Rauhreif bedeckt und alles glitzerte und als es dann ziemlich am Ende im Wald noch über verschieden Brückchen ging und da auch alles glitzerte kam ich mir vor wie in einem Zauberwald. Einfach ein Traum.
Mit Steffen, Mel Zett, Bernd Rohrmann, Hans- Peter Rhoden und Frank Wooßmann liefen wir dann nach 20:53 in der Turnhalle in Bingen ein.

3. Rheinburgenweglauf 2013 - 063

Das Beste war dann in der Halle die herrlich heisse Dusche. Und das Läuferfrühstück im Cafe Rheinblick war ein absolut gelungener Abschluss......und soooooo lecker!

3. Rheinburgenweglauf 2013 - 069

Ich Danke allen, die es mal wieder geschafft haben einen wunderschönen Lauf zu organisieren. Thomas Eller, Achim Knackstedt, Axel von den Bretzelwetzern und den vielen Helfern und Sponsoren, deren Namen ich leider nicht alle weiss.

Der Rheinburgenweglauf ist Kult geworden und ein wunderschönes Erlebnis für jeden Läufer, so sind mir an die Erinnerungen daran am Sonntag beim Abschalten auf der Couch doch wirklich die Tränchen heruntergelaufen, weil es schön ist als Läuferin solche Momente erleben zu dürfen.

3. Rheinburgenweglauf 2013 - 070

Es ist wunderbar so tollen Menschen zu begegnen und jeder ist für sich eine tolle, einzigartige Persönlichkeit, mit allen Ecken und Kanten, die jeder einzelne hat, ein Einzigartiges Unikat und liebenswert so wie er ist. Ich könnte mir ein Leben ohne diese schönen Momente (auch wenn sie manchmal hart sind) gar nocht mehr vorstellen. Ich bin unendlich Dankbar dafür..... Ihr seid alle ein Teil meines Lebens geworden. 

Jeder glückliche Augenblick ist eine kleine Kostbarkeit


Hier sind alle Bilder
 
Blog Events

 

Alle Jahre wieder, so wie die 50er in Rodgau und Marburg (ok, da waren wir dieses Jahr wegen des Remstal-Spendenultras unddes 1.UTAMs ausnahmsweise mal nicht), steht der 50er in Eschollbrücken als feste Größe in der Saisonvorbereitung auf dem Plan. Und alle Jahre wieder ist es ein etwas "gemütlicheres" Treffen der Ultraszene, starten dort doch nur etwa 120 Läufer. D.h, kein Gedränge, keine überfüllte Strecke, alles ganz idyllisch.
Und wie jedes Jahr gibt es nach dem Ankommen bei der Startnummernausgabe erst einmal ein großes "Hallo". Da der Weg zum Start hier sehr kurz und für den Lauf selbst nicht viel vorzubereiten ist, bleibt auch noch ordentlich viel Zeit für schöne Gespräche - nur schade, das Gerd erkältungsbedingt nicht am Start war :-(.

 

50 Km Eschollbruecken 2013 - 005

50 Km Eschollbruecken 2013 - 003

50 Km Eschollbruecken 2013 - 004

Gegen 8:57 gehen wir dann alle zum Start, früher geht nicht, haben wir es doch noch immer -1 °C, und das im Frühling! Viel schlimmer ist allerdings der orkanartige Sturm aus Richtung Osten, der uns ordentlich um die Ohren pfeift. Wir alle wissen schon jetzt was das heißt - 2 Km je Runde (10 á 5 Km sind zu absolvieren) extremer Gegenwind auf dem Damm, na prima! Egal, man nimmt es wie es kommt ;-). Um Punkt 9 Erfolgt dann der Start...
Melanie:
Hallo,  mein Name ist Scarlett O Hara und mein Partner heisst Rhett Butler. Gemeinsam liefen wir vom Winde verweht 50 Kilometer in Eschollbrücken und es war schrecklich. Normalerweise sind wir Läufer ja eigentlich ziemlich ausgeglichen, aber an diesem Sonntag Morgen hingen alle Mundwinkel nach unten. Es war schrecklich kalt und der Wind blies uns bereits an diesem Morgen orkanböenartig um die Ohren. Wir versteckten uns alle bis kurz vorm Start in dem Raum, in dem man seine Startunterlagen abholen konnte. Ich weiss, ihr könnt es wahrscheinlich nicht mehr hören, aber so ein kleines, aber auch ohne unverschämt zu sein, ein klitzekleines bisschen Wärme und ein paar Sonnenstrahlen wären jetzt wirklich nicht verkehrt. Nun gut....
Der Startschuss fiel Punkt 9 Uhr und wir liefen alle los. So ganz ohne Musik ging das nicht, das wusste ich, also laute Dröhnung bis zum Trommelfell und wieder zurück sonst würde meine vorhandene UNLUST schon in der ersten Runde mit meinen Schweinehund diskutieren.
Schließlich wurde es mal wieder Zeit für einen 50er. Runde für Runde war es ein harter Kampf gegen den Wind anzukämpfen, das fluchen (meine Lieblingsbeschäftigung, ich liebe es) brauchte nicht lange auf sich warten lassen. Die ersten Runden war ich ganz gut unterwegs, aber der Wind wurde immer stärker, sodass es mir ziemlich schnuppe war, wie lange ich heute unterwegs sein würde. Ab Runde 5 kam die Sonne ziemlich stark raus. Allerdings war ich da so geschwitzt, da konnte ich die Jacke nicht gleich ablegen weil der kalte Wind auf dem Damm einfach extrem stark blies - ich hatte keine Lust mir einen Zug zu holen.
In der 6. und 7. Runde hatte ich dann solche Rückenschmerzen bekommen, dass ich dachte ich breche in der Mitte auseinander. Am Versorgungspunkt musste ich in beiden Runden einfach mal in die Knie gehen und auch mein Kreuz für 1 - 2 Minuten durchdrücken - das hatte dann schon etwas geholfen. So, noch die letzten 3 Runden und dann geschafft, ich drehte die Musik bis zum Anschlag auf und sang die Texte richtig laut mit. Einer hinter mir fragte mich, ob alles bei mir in Ordnung sei und ich sagte natürlich, ich singe doch nur und Ruckizucki waren die 3 Runden dann auch schon vorbei. Geschafft und im Kampf gegen diesen verfluchten Wind war ich auch ziemlich kaputt.
Die schöne heisse Dusche in der Halle tat richtig gut. Ich hatte bloss einen Fehler gemacht ausser einem Malzbier und einer Banane hatte ich nach dem Lauf  nichts zu mir genommen. Ich hatte einfach keinen grossen Hunger und Steffen wollte mir so eine eklige fettige Rindswurstwurst oder zumindest ein Stückchen Kuchen aufschwatzen. Ging garnicht...
Drei Stunden nach dem Lauf lag ich dann daheim auf der Couch und mir war total Übel. Magenkrämpfe, Kreislauf und Kaltschweiss überkamen mich. Steffen mixte mir einen Frubiascocktail mit Salz und zehn Minuten später war es besser. Nach dem Abendessen, lecker gefüllte Paprika, merkte ich, dass so langsam wieder Kraft in meinen Körper strömte. Also sooo schlecht ging es mir nach einem Lauf schon lange nicht mehr. Ich hatte zu stark geschwitzt als die Sonne raus kam und scheinbar unwahrscheinlich Salz und Mineralstoffe verloren und danach Stundenlang nix zu mir genommen, das passiert mir auch nicht nochmal.
Ob ich nochmal Eschollbrücken laufen werde weiss ich nicht, eigentlich gefällt es mir da von der Strecke her überhaupt nicht, aber immernoch besser als daheim die gleichen Strecken abzulaufen und das Schöne daran ist: Man trifft nette Leute, Freunde und Bekannte und das ist doh nun wirklich das einzige Wichtige! Am Ende war es doch ganz schön, wie immer ;-)
Steffen:
Vorgenommen habe ich mir ja nichts, aber ok, eine Pace von etwa 5:00 Min/ Km sollte es schon sein, was eine Endzeit von etwa 4:10 - 4:15 ergeben würde, mehr würde sowieso nicht gehen, habe ich doch absolut null Tempotraining in den letzten 4 Monaten absolviert. Und bei dem Sturm...das wir heute keinen Schnee haben ist auch gerade alles!
Die ersten zwei 5-Km-Runden laufe ich mit Max Lahann, der momentan in einer bestechenden Form ist. Erst in Marburg stellte er eine neue PB auf, und das in der M 50! Entsprechend schnell ist sein eingeschlagenes Tempo, für mich eigentlich viel zu hoch, ist mir aber egal, da ich wie die Jahre zuvor die ersten 25 Km in unter 2 Stunden absolviert haben möchte, um vor dem Starterfeld des 25-Km-Laufes (startet nach 2 Stunden unseres 50ers) durch zu sein. Denn sonst hätte ich wieder etliche Überholmanöver zu absolvieren, und da habe ich noch echt üble Erinnerungen an das Jahr 2011, beim damals 20. dortigen 50er....da habe ich mir auf dem Damm so dermaßen den linken Fuß verdreht, dass das damalige Laufjahr schon fast gelaufen zu sein schien, nee nee, muss ich nicht noch einmal haben. Nach 10 Km scharrt Max weiter mit den Hufen, sodass ich ihn ziehen lasse und es etwas gemächlicher angehen lasse, zumal mir der Sturm und der daraus resultierende Gegenwind auf dem Damm so langsam mächtig auf den Kranz geht. Aber gut, dafür scheint mittlerweile die Sonne und wir haben mal keinen Schnee und oder Eis, ist ja auch schon mal etwas! Bei Km 11, also voll auf dem Damm, klingelt dann mein Handy, na prima, der Werkschutz, blöde Bereitschaft! Glücklicherweise kann ich das Problem nach einem 3-minütigen Gespräch lösen - gut so! Runde drei und vier werden recht unspektakulär abgespult. Weiterhin einziges Ziel, unter 2 Stunden für die ersten 25 Km, ach das hatten wir schon.
Als ich nach 1:33 durch´s Ziel laufe ist mir klar, dass mit dem unter 2 Stunden für die ersten 25 Km klappt, prima!
Nach etwa 22 Km überhole ich dann meinen Schatz. Sie macht scheinbar ebenfalls das Beste aus den stürmischen Zeiten, ist echt klasse unterwegs und singt munter vor sich hin, gut so!
Auch der Rest der 5. Runde vergeht wie im Fluge und exakt nach 1:59 laufe ich am Starterfeld des 25ers vorbei - gut getimt! Es läuft weiterhin gut, was mich wirklich sehr wundert, so ganz ohne Tempo, geschweige denn Tempoausdauertraining. Nur der verdammte Gegenwind, es ist der Knaller, und, er wird immer schlimmer. Man geht mir der auf den Sack, ach das hatten wir auch schon ;-)!
Runde 6 wird nach 2:23 beendet, prima, alles gut und seltsamerweise habe ich noch immer keinerlei Stress mit der Kraft. Nach nunmehr 2:48 beende ich dann auch die 7. Runde, und es fängt in der Sonne an richtig warm zu werden, also nicht auf dem Gegenwindstück, aber im Wäldchen. Ich fange doch tatsächlich so richtig an zu schwitzen, ts. Und der Wind der Wind, ja ja, ich liebe ihn! Runde 8 wird nach 3:11 beendet, ich wundere mich über mich selbst. Zu Beginn der vorletzten Runde, erneut auf dem Damm, wo auch sonst, klingelt erneut das Telefon und wieder ist es der Werkschutz. Und erneut habe ich das Glück, alles telefonisch klären zu können, allerdings bleibt mir durch das Gequatsche ganz schön die Luft weg, sodass ich ordentlich Tempo raus nehmen muss, egal, abhaken, Hauptsache ich muss den Lauf nicht abbrechen und ins Werk fahren.
Und endlich, endlich merke ich Ermüdungserscheinungen! Nach 3:23 Stunden habe ich dann die 42,195 Km-Marke und somit den Marathon erledigt - cool, endlich mal wieder deutlich unter 3:30 geblieben, geht doch!
In die letzte Runde geht es dann nach 3:39 und ganz ehrlich - bei dem "Sturmlauf" reicht mir das dann auch. Ich gehe mal kurz für kleine Jungs ins Gebüsch und als ich wieder zurück auf die Strecke komme läuft, ähm, geht mir Martin über den Weg. Ich gehe ein kurzes Stück mit ihm und auch er sagt mir, so langsam von dem Winter genug zu haben. Kurz vor dem Damm verabschiede ich mich dann von ihm, um die letzten 4,5 Km anzugehen  - Martin hat noch 9,5 vor sich. Ein letztes Mal fluche ich über den Wind, (das aber richtig), laufe durch den Wald (dort überhole ich meinen Schatz zum zweiten Male, die auch so langsam die Nase voll hat), überquere das Feld und laufe am Wohngebiet vorbei Richtung Sportplatz und somit zum Ziel. Auf den letzten Metern läuft Gabi noch zu mir auf, sodass wir gemeinsam auf der Zielgeraden einlaufen. Klar das ich ihr beim Zieleinlauf den Vorrang lasse - Ladies first, Ehrensache! Nach 4:05:37 bin ich dann drin und, ja, so richtig rundum zufrieden.

Nach dem Lauf
Ich genehmige mir 2 Malzbier und eine Banane, um dann Meli für ihre vorletzte Runde anzufeuern. Die Laufjacke nehme ich ihr auch ab, hat sie doch wie so oft viel zu viel Klamotten an.
Anschließend setze ich mich kurz ins Auto, ziehe mir 2 Jacken an, hole das Handy und mache noch ein paar Bilder.

50 Km Eschollbruecken 2013 - 006

Nach 4:50 geht mein Engel dann in ihre letzte Runde und sieht noch immer richtig gut aus.

50 Km Eschollbruecken 2013 - 007

Ich quatsche derweil noch ein Wenig mit Dietmar und Martin, die beide mittlerweile im Ziel sind. Die Zeit vergeht wie im Fluge und schon ist Meli im Zielbereich.

50 Km Eschollbruecken 2013 - 011

Man hat sie nochmals eine Schlussrunde hingelegt ;-)!!
Nach 5:18 ist sie drin, klasse für diese Bedingungen - und - auch sie hatte ja im Vorfeld absolut nichts für das Tempo trainiert.

50 Km Eschollbruecken 2013 - 015

Sie zieht sich wieder die Jacke an und stärkt sich ebenfalls mit einem Malzbier und einer Banane.

50 Km Eschollbruecken 2013 - 016

Dann geht´s zurück zum Auto und dann in die nahegelegene Turnhalle, wo wir duschen, uns mit alkfreiem Bier, Kaffee und Rindswürstchen stärken und an der Siegerehrung teilnehmen.

50 Km Eschollbruecken 2013 - 019

Gibt´s ja garnicht, ich bin doch glatt dritter in der M40 und zweiter mit der Mannschaft der LG DUV geworden.
Irgendwie steht man in Eschollbrücken immer auf dem Treppchen...;-)

 

Hier sind die Bilder
Hier sind die Urkunden
Hier ist der GPS-Track

 
Blog Gedanken

Erst am 23. August 2011 feierten wir nach damals 3-jährigem Bestehen unserer Homepage den 500.000ten Besucher...und jetzt, nicht einmal 2 Jahre später, was soll ich sagen, es ist schlicht und einfach der Wahnsinn - feiern wir erneut, und zwar den nunmehr bereits 1.000.000ten Besucher, unfassbar.

Hier ein paar Zahlen für Statistiker:

  • Besucher aus über 87 Ländern weltweit
  • aus 862 Städten
  • von 587 verschiedenen Internetanbietern, darunter z.B.:
    bundesministerium fuer inneres sektion iv, landesamt fuer statistik und datenverarbeitung, landeskriminalamt baden-wuerttemberg, beijing zhongbangyatong telecom technology co ltd, deutsches zentrum fuer luft- und raumfahrt e.v., hauptverband der oesterreichischen sozialversicherungstraeger, hawaiian telcom services company inc., helmholtz-zentrum potsdam deutsches geoforschungszentrum - gfz, regulierungsbehoerde fuer telekommunikation und post, schnell zuendstrahlmotoren ag & co. kg, tsbs gmbh fuer wiener fein- baeckerei heberer gmbh, verband deutscher rentenversicherungstraeger , a. greitner gebaeudereinigung+service gmbh, frankfurter allgemeine zeitung gmbh, bundesamt fuer finanzen, schoenherr rechtsanwaelte gmbh, ....,
    nur um einmal ein paar zu nennen ;-)
  • besucht von 12 verschiedenen Internetbrowser
  • von 63 verschiedenen mobile Gerätetypen (Apple iPhone3,4,4s,5, Samsung Galaxy S1, 2, 3, iPod, iPad, Galaxy Note usw.)
  • wir wurden unter 817 verschiedenen Suchbegriffen gefunden
  • wir haben 1712 Beiträge verfasst, davon wurden 15 jeweils mehr als 25.000 mal gelesen
  • es gab 17300 Kommentare (einige gingen durch einen Hackangriff leider verloren :-((),
  • usw., usw....

Ich bin zwar noch immer der Meinung, an unserer Internetpräsenz nichts besonderes gegenüber den zahlreichen anderen wirklich sehr guten Internetauftritten zu finden, doch muss ich schon sagen, dass mich 1.000.000 Besucher dann doch mächtig beeindrucken und mit Stolz erfüllen...

 

Gerade in einer Zeit, in der sich doch mehr und mehr Inhalte, aber auch verbrachte Onlinezeit, auf die sozialen Netzwerke wie Twitter, Google+, ganz besonders aber auch Facebook verschiebt ist das dann doch recht vielsagend, zumal der Besucherstrom seit etwa 2 Jahren nahezu konstant bleibt. Und, egal wo wir als Läuferpärchen auch hin kommen, unter dem Name "Die Runningfreaks" kennt uns nahezu jeder, echt der Wahnsinn!
Allerdings haben auch wir ganz ehrlich schon einmal darüber nachgedacht, www.runningfreaks.de ganz langsam einschlafen zu lassen.
Denn, über was soll man nach 5 Jahren Homepage noch großartig schreiben? Mal vom Zeitaufwand, ein Post bei Facebook geht von jedem Handy oder Tablet wesentlich bequemer und schneller, ganz abgesehen, will man ja nicht immer den selben Kram schreiben. Sprich, ich bzw. wir haben etwas gegen ständige Wiederholungen, gegen Dinge, die schon tausendmal bei uns selbst und erst recht bei Anderen geschrieben wurde. Dies und eben auch die "Bequemlichkeit" von Facebook hat doch in den letzten 1 1/2 Jahren zu einer deutlichen Reduktion unserer Beiträge geführt. Ich meine, was wir über das Laufen an sich denken, wie wir empfinden, unser Training usw., all das wurde in etlichen Beiträgen zu genüge beschrieben.
Nein, lieber weniger, dafür aber von der Qualität her mehr - hoffen wir zumindest - so wollen wir es weiter halten.


Aber egal wie es war und wie es wird, 1.000.000 Besuchern gilt es heute DANKE zu sagen!
Danke für eure Treue, für euer Interesse, für eure klasse Kommentare, für zahlreichen Freundschaften die daraus entstanden sind und für die unzähligen Tipps, die wir auf diesem Weg bekommen haben.

 

 
Blog Events
Samstag morgen, 05:40 Uhr, ich sitze im Auto auf dem Weg nach Würzburg zu Didi Beiderbecks "UTHAM" - Ultra Trail Hammer am Maindreieck. Meli liegt leider mit dicker Grippe im Bett und kann nicht starten, weshalb ich auch erst heute und nicht schon gestern anreise. Ebenso werde ich direkt nach dem Zieleinlauf wieder die Heimreise antreten, um sie nicht so lange alleine zu lassen.
Im Vorfeld dieses Laufes gab es ja leider ein paar Unsicherheiten, woraufhin wohl einige Läufer noch sehr kurzfristig abgesagt hatten - schade, wie ich finde. Gut, auch ich hatte Fragen, die Didi aber durch ein Telefonat zum großen Teil ausgeräumt hatte. Und was die Vps angeht - wir sind erwachsene Ultras, da nimmt man dann halt genug Zeugs mit und fertig, zumal sowieso klar ist, das es nicht viele geben wird, sind doch Punkte für den UMTB beantragt. Somit steht eigentlich schon fest, dass es nicht mehr als 3, maximal 4 VPs auf der 115 Km-Strecke geben kann. Aber, wen juckt´s, Hauptsache die Strecke steht als Track zur Verfügung, und das ist der Fall.
Die Straßen sind frei und so komme ich nach ganz gemütlicher Fahrt gegen 8 Uhr am Startpunkt, der Jugendherberge direkt unterhalb der Residenz in Würzburg, an. Glücklicherweise finde ich auch gleich einen Parkplatz ;-)!

 

1. UTHAM 2013 - 002

Von den anderen Läufern ist noch nichts zu sehen, also gehe ich einfach mal in die Herberge und tippe darauf, noch einige der Starter im Frühstücksraum zu treffen. So ist es auch, Gerd, Stefan, Raimund, Bianka und ein paar andere sitzen dort bestens gelaunt am Kaffeetisch. Apropos Kaffee, den hole ich mir dann gleich mal und erkundige mich über das gestrige "Briefing". Nichts verpasst lautet der allgemeine Tenor. Na gut dann ;-)...Wenig später gehen wir ins Foyer der Jugendherberge, um uns startfertig zu machen.
Dort kommt dann auch Didi und wir tragen uns alle in die jeweilige Starterliste (33, 66 und 115 Km) ein. Eines steht dann auch gleich mal fest, das Starterfeld über die Goldhammer-Distanz von 115 Km ist sehr überschaubar, aber auch gespickt mit sehr lieb gewonnenen alten Bekannten:
Wolfgang Böss, Raimund Slabon, Stefan Beckmann, Frank Beutel, Andreas Löffler, Bianka Schwede, Sven Fischer, Hartmut Lindner, Dieter Ladegast, Jürgen Baumann und eben ich.
Zum Quatschen ist leider nicht wirklich viel Zeit, sodass Didi kurz vor 9 Uhr zum gemeinsamen Gruppenbild und zum Start vor die Herberge bittet. Ich überlege noch ob ich mit oder ohne Lekis laufen soll...entscheide mich dann aber schnell es ohne zu versuchen (115 Km mit etwa 3200 Hm....das muss ohne gehen). Hier gibt es auch eine Ultrakurzbriefing, in dem er auf die Markierung und auf die Verpflegung eingeht. Wir haben also 3 VPs und eine Wasserstelle (ist sogar eine Heilquelle, klasse!), super, das reicht!

1. UTHAM 2013 - 003

Die Gruppenbilder werden geschossen und schon geht´s los, 3, 2, 1 START!
Es geht gleich schön den Berg hinauf, fast ganz hoch zur Residenz, an der wir dann durch die Weinberge links vorbei laufen, und das bei absolutem Kaiserwetter! Sonne satt und sehr angenehme Temperaturen, wie haben wir das die letzten Monate doch soooo vermisst und wie sehr saugen wir das jetzt auf!. Rai, Stefan und Bianka laufen von Anfang an zusammmen und - verlaufen sich gleich mal! Jürgen, mit dem ich von Anbeginn zusammen bin, und ich sehen das, rufen ihnen hinterher das sie eigentlich gerade unseren "Rückweg" laufen, doch vergeblich, die "Torpedos" hören nix...
Jürgen und ich bleiben auf der korrekten Strecke, durchqueren das erste Tal, um dann wieder den nächsten Berg zu erklimmen, so geht das wohl jetzt bis ins Ziel! Aber eines sehen wir jetzt schon auf den ersten paar Kilometern, die Strecke ist klasse und wirklich sehr gut markiert, besser als erwartet. Trotzdem schauen Jürgen und ich ständig auf den Garmin (Jürgen hat auch einen dabei), besser ist das! Und was ist das schön, es geht ein längeres Stück Treppen hinunter, und es liegt sogar noch Schnee (och wie schön, hatte ich schon lange nicht mehr :-)). Na wer kommt denn da mit riesen Schritten von hinter herangeeilt - Rai und Stefan...boah sind die beiden mal wieder flott unterwegs, aber wo ist Bianka ;-)!?

1. UTHAM 2013 - 006

Auf der anderen Seite folgt ein sehr schönes Waldstück, bevor wir uns zum ersten mal über den Main begeben. Welch ein Anblick, ein Traum!

1. UTHAM 2013 - 011

Durch ein paar rote Ampeln schießen wir alle, bis auf Rai und Stefan, wieder zueinander auf. Es kristallisiert sich heraus, dass außer Jürgen nur noch Hartmut und ich ein Garmin mit dabei haben. Gut zu wissen...

1. UTHAM 2013 - 012

Es geht ein Stück den Main entlang, durch einen schönen großen Park und ein wenig durch die Stadt, bevor es von dort gleich den nächsten Berg hinauf in die Weinberge geht. Der Ausblick dort haut mich fast um, einfach nur HAMMER! Doch wer steht denn da, Rai? Nee, oder? Er hat tierische Rückenschmerzen und ist scheinbar leider raus...ich fasse es nicht, och Mensch, das tut mir aber tierisch leid, und das gerade mal nach 18 Km, sehr schade...aber wenn einer weiß was er tut, dann ist es Rai! Wir umarmen uns, er wünscht mir einen schönen Lauf und ich ihm gute Besserung....schade....

1. UTHAM 2013 - 013

Die Strecke ist einfach klasse und sehr abwechslungsreich. Momentan laufe ich mit Wolfgang und Jürgen zusammen und das Tempo scheint zu passen. Wir quatschen über 1000 Dinge und ich bekomme mal wieder unzählige Tipps von Jürgen, für die ich erneut unendlich dankbar bin. Jürgen ist einfach einer von der Sorte Läufer "passt", ein dufter Typ! Die Zeit vergeht, und schon ist Veitshöchheim, Didis Heimat und unser erster VP erreicht. Ähm, VP...naja, das ist wohl eher nichts, wir können nichtmal die Rucksäcke nachfüllen, eieiei...gut, es gibt schlimmeres, trotzdem sind wir geschockt. Irgendwas ist wohl schief gegangen...aber gut, wie soll Didi das alles auch mit nur einem Helfer schaffen, zumal gerade die 33er und kurz zuvor die 66er (oder umgekehrt..?) gestartet sind, vielleicht lag´s daran...

1. UTHAM 2013 - 016

Wir machen uns weiter keinen Kopf und laufen weiter. Und die Landschaft wird immer schöner....An einer Wegegablung steht Didis Helfer (Name schon wieder vergessen, Schande über mich) und bietet uns an, dass Didi vorbei kommt, um uns mit Wasser zu versorgen, würde nur 10 Minuten dauern. Ach was, bis zur "Quelle" mit dem Heilwasser werden wir es noch schaffen. Wir bedanken uns und laufen weiter....

1. UTHAM 2013 - 021

Die Strecke ist weiterhin klasse markiert und trotzdem passiert ein Verlaufer schnell, so jetzt bei Jürgen, der wohl Pfeffer im Hintern hat und weit vor und allen unterwegs ist. Er reagiert allerdings auf unser lautes Rufen und folgt uns dann auf dem Weg der Weisheit ;-)...

1. UTHAM 2013 - 024

Es kommen die ersten echten Trails, quer durch den Wald, über Baumstämme, Gehölz, Geäst, es scheint, als wären gerade größere Fällarbeiten durchgeführt worden. Teilweise ist der Boden auch völlig vermatscht und fast gar icht zu laufen, klasse, was ein Spaß!

1. UTHAM 2013 - 026

Und dann immer und immer diese genialen Aussichten, wirklich traumhaft, gerade wegen de Schneeflecken und den grünen Passagen zwischendrin, wie gemalt, einfach herrlich!

1. UTHAM 2013 - 027

Und das Wetter ist sowieso der Knaller, schöner hätte es nicht sein können, der erste schöne Sonnentag seit einer Ewigkeit, und das heute, Glück muss man haben!

1. UTHAM 2013 - 029

Und dann, wir trauen unseren Augen nicht, stehen da zwischen Tüngersheim und Güntersleben Didi und seine Frau Ute, mit einem "Sonderverpflegungspunkt", wir können es nicht fassen!

1. UTHAM 2013 - 035

Und diesmal gibt es ALLES, wirklich alles was man so als Läufer braucht, 1000000 Dank lieber Didi. Wir füllen alles wieder auf und machen uns wenig später wieder auf den Weg. Unterwegs bin ich jetzt mit Bianka und Wolfgang und auch dieses Grüppchen passt! Vor uns sind nur noch Stefan, Jürgen und Andreas.

1. UTHAM 2013 - 036

Es geht weiter durch die märchenhafte Landschaft, über schwer zu laufende Trails, schön steile und rutschige Abstiege, vereiste Passagen, Singletrails, Felder, quer durch Waldpassagen, einfach nur Genuss pur!

1. UTHAM 2013 - 045

Und immer und immer wieder erstreckt sich das wunderschöne Maintal vor unseren Augen, wir können uns kaum satt dran sehen!

1. UTHAM 2013 - 048

Nach etwa 7:30 Stunden und 52 Km sind wir dann in Markt-Retzbach und werden vom Didis Edelhelfer zum Verpflegungspunkt (hier war doch ausser Wasser eigentlich nichts geplant?) gebracht. Didi, ihr seid einfach nur klasse!

1. UTHAM 2013 - 050


1. UTHAM 2013 - 052

An der Heilquelle nehmen wir dann noch einen kräftigen "Powerschluck" und machen uns weiter auf den Weg.

1. UTHAM 2013 - 055

Direkt am ersten darauf folgenden Anstieg stoßen auch Sven, Hartmut und Dieter wieder zu uns, die scheinbar den VP und die Quelle übersehen bzw. zu früh rechts abgebogen und somit daran vorbei gelaufen sind. Sie rufen gleich bei Didi an, um sich von dort abzumelden, damit der Edelhelfer nicht weiter auf sie warten muss.

1. UTHAM 2013 - 057

Es geht weiter durch den wunderschönen Wald und über freie Felder Richtung Retzstadt, welches wir dann nach 8:50 Stunden und etwa 60 Km durchlaufen. Nach meiner Polar RS800cx ist Bergfest, was die Höhenmeter angeht, denn 1500 davon haben wir nun hinter uns.

1. UTHAM 2013 - 059

Der Weg führt weiter herrlichster Trails, die zum Teil fast nicht zu laufen sind, zu tief und vermatscht sind die Spuren der Fostmaschinen, die hier wohl erst vor kurzem vorbeigefahren sind. Und so langsam aber sicher neigt sich der Tag seinem Ende zu. Tief rot ist der Himmel am Hoizont, einfach nur wunderschön. Doch sind wir uns alle dessen bewusst, dass die zu erwartende Nacht alles andere als gemütlich warm werden wird. Ob wir genug Klamotten dabei haben....?

1. UTHAM 2013 - 064

Es wird Zeit die Stirnlampen heraus zu holen, denn mit der Sicht wird es schieriger und schwieriger, und nicht nur das, auch die Strecke ist an Anspruch fast nicht mehr zu überbieten. Warum den Weg entlang laufen wenn es auch querfeldein geht? Das hat sich Didi bei der Streckenmarkierung wohl des öfteren auch gesagt und uns Läufer mit grandiosen Singletrails reichlich beschenkt, klasse! Nach etwa 10 Stunden und knapp 67 Km kommen wir dann zum "Blauen Turm" einem "Pflichtpunkt" auf dieser Strecke, wo wir angehalten sind, uns etwas aus der "Kiste" zu nehmen und mit ins Ziel zu bringen. Drin sind Schokoladenriegel, über die wir natürlich herfallen. Schöne Idee Didi, nur...von den Riegeln ist als Beweismittel leider nur noch die leere Verpackung übrig geblieben, ob das so in Ordnung ist?

1. UTHAM 2013 - 066

Wolfgang, der bereits vor etwa 3 Stunden Magen- und Kraftprobleme hatte, geht es zunehmends schlechter. Auch die Salztablette von mir hat scheinbar nichts geholfen, schade. Kurz nachdem wir das Waldstückchen kurz vor Himmelstadt durchlaufen und auf dem Abwärtsstück durch die Weinberge ins Tal sind muss er kurz stehen bleiben. Sven, Hartmut und Dieter bleiben bei ihn. Somit ist gewährleistet, das diese Gruppe mit GPS versorgt ist. Bianka, die schon seit geraumer Zeit vorweg läuft, bekommt von alle dem nichts mit und enteilt der Gruppe. Da sie kein GPS hat, eile ich ihr hinterher, denn, wenngleich die Strecke wirklich sehr gut markiert ist, so gibt es doch Passagen, wo Förster oder sonst wer auf größeren Abschnitten alles bereits wieder entfernt haben. Ohne GPS hast du da keine Chance....und eine Frau in der Nacht alleine duch den Wald - geht gar nicht!

1. UTHAM 2013 - 067

Nach 72 Km und etwa 11 Stunden überqueren wir dann zum letzten mal den Main und erreichen wenig später den Sonderverpflegungspunkt, wo Didi und Ute auch schon auf uns warten und unsere Durchlaufzeiten notiert.

1. UTHAM 2013 - 069

Wir stärken uns ordentlich und machen uns nur Minuten später wieder auf den Weg. Die Rucksäcke nachgeladen haben wir nicht, denn laut Didi soll der nächste und letzte große VP ja bereits nach weiteren 18 Km kommen. Das sollte reichen.
So machen wir uns also auf den Weg, und es wird kälter und kälter, und die Wege werden unlaufbarer und unlaufbarer, HAMMER, echt der Wahnsinn! Matsch, Baumstämme, Geäst, fast jeden Meter haben wir Hindernisse im Weg, DAS ist echtes Trailrunning! Und die Anstiege tun ihr übriges dazu. Aber gut, Didi hat uns das ja bereits angekündigt und echt Wort gehalten. Und die nächsten 2,5 Stunden ändert sich daran nichts, gar nichts, Wald, Matsch, Geäst und ein Haufen Spaß!!
Nach 87 Km und etwa 13:45 Stunen geht es dann auf ein freies Feld und wir sehen Leinach vor uns. Hier muss der letzte große VP sein. Am Ortseingang sehen wir Pfeile auf der Straße und folgen ihnen, finden allerdings alles, nur kein VP. Ich rufe Didi an, um ihn zu fragen, wo wir denn hin müssen. Er sagt nur das die Pfeile nicht von ihm sind und wir der Standardmarkierung weiter folgen sollen. Gegen 23 Uhr und nach fast 90 Km, wir haben noch immer kein VP gefunden, muss ich dann bereits meine Handschuhe und die Jacke anziehen, es wird weiter kälter und kälter und ich friere, und wie! Als wir nach 92 Km Leinach hinter uns gelassen haben wird Bianka und mir klar - wir haben den VP nicht gefunden und sozusagen überlaufen. Und was tun, umkehren, ihn suchen oder versuchen so ins Ziel zu kommen? Ihn zu suchen würde bedeuten etwa 3 Km zurück bzw. 6 Sonderkilometer in Kauf zu nehmen. Weiterlaufen würde heißen: Etwa 23 Km bis ins Ziel und fast kein Wasser mehr. Wir überlegen nicht lange und entscheiden uns zum weiterlaufen. Gerade als wir die Entscheidung gefällt haben ruft uns Raimund an, um sich nach uns zu erkundigen. Wir nutzen die Gelegenheit, um uns von diesem VP abzumelden.
Wir kommen weiter sehr gut voran und was mich wundert ist, dass Bianka wirklich jeden Berg laufend in Angriff nimmt. Das ist auch gut für mich, bleibt doch dadurch mein Puls in halbwegs vernünftigen Sphären und bewart mich so vor dem absoluten Kälteschock. Der Himmel ist glasklar und wir halten kurz inne, um uns an dem wunderschönen Sternenhimmel zu erfreuen, ein großartiger Anblick. Ab hier ist die Strecke auch wieder recht gut zu laufen, allerdings muss man bei den Berabpassagen aufpassen, nicht wegzurutschen, denn der Boden fängt überall dort, wo der Wind hinkommt, an zu gefrieren. Apropos Kälte, gut das Bianka weiterhin so stark unterwegs ist und wir fortwährend laufen können, denn selbst kürzeste Standpausen, z.B. Pinkelpausen, lassen einen sofort extremst frieren. Die Zeit vergeht und durch unsere schönen Gespräche verstreichen die Kilometer wie im Fluge. Doch eines wird langsam Bedenklich, nämlich unser Wasservorrat. Nur schlückchenweise trinken wir, wohl wissend, dass wir fast nichts mehr dabei haben.
Trotzdem ist der Lauf weiterhin wunderschön und um so mehr ärgert es mich, dass mein Schatz Meli das alles nicht miterleben kann. Blöde Grippe....
Es geht weiter durch jetzt etwas kleinere Waldstücke und mehr freie Felder in gewaltigen Schritten gen Würzburg, vorbei an einer Großbäckerei (boah bekommen wir da Hunger...) und dem einen oder anderen wunderschönen Aussichtspunkt. Es kommt nochmals ein recht netter und heftiger Anstieg gefolgt von einer steilen und rutschigen Abwärtspassage, die direkt in ein Wohngebiert führt - es ist das von Würzburg, das Ziel naht! Wenig später und nach nichteinmal 18 Stunden erblicken wir dann die Würzburger Residenz, und mein Garmin verlässt mich, Batterie leer! Wir entscheiden uns die letzten 2 Km ohne zu laufen, was NICHT gut ist, denn wir verhaspeln uns in der großen Residenz doch gewaltig und verlieren dort fast 40 Minuten! Die Erkenntnis kommt spät, aber sie kommt, doch besser die Energieträger zu tauschen und es wird schnell klar, wo der Hase lang zu laufen hat. Wieder auf dem Pfad der Weisen angelangt treffen wir auch wieder auf Sven, Hartmut und Dieter, die uns sagen, dass Wolfgang nach 91 Km, also beim letzten VP, den ja Bianka und ich leider nicht gefunden haben, leider raus ist, schade. Gemeinsam bestreiten wir dann die letzten beiden Kilometer und laufen nach exakt 115 Km und 3180 Hm mir einer Zeit (wen interessiert das?) von 18:46 Stunden im Ziel, der Jugendherberge ein.

1. UTHAM 2013 - 071

Mensch was hatten wir alle einen Spaß, ich glaube das Bild sagt mehr als 1000 Worte! Ach ja, in meinem Trinkrucksack sind noch etwa 100 ml Wasser, das war knapp ;-)!
Ich trinke gut, esse ein wenig und verabschiede mich wenig später leider schon, will ich doch schnell wieder heim zu meinem Schatz Meli, die ja leider mit Grippe zuhause bleiben musste.

Danke euch Bianka, Jürgen und Wolfgang für eine wunderbare gemeinsame Zeit mit euch, hat riesen Spaß gemacht und prima gepasst - jederzeit sehr gerne wieder!

Dir lieber Didi Beiderbeck sei gesagt - 1000000 Dank für alles, du hast uns ein ganz wunderbares Lauferlebnis unter Freunden beschehrt. Und das mit minimalistischen Möglichkeiten. Jeder andere hätte nach so vielen Absagen, Helferausfällen und sonstigen Unwägbarkeiten das ganze Ding abgesagt. Du aber nicht, hast die letzten paar Tage und Nächte duchgeschuftet um uns paar Trailverrückten ein unvergessliches Wochenende zu bescheren. Und das hast du, und wie! Und du hast auf so manches Problem schnell und sehr gut reagiert (z.B. der SonderVP nach etwa 40 Km), einfach klasse! Und die Strecke war für wahr ein HAMMER, jeder Meter war es wert, hier mit dabei gewesen zu sein!

Schade, dass so viele Teilnehmer, warum auch immer, kurz vor diesem Event abgesagt haben - eines kann ich aber mit Bestimmtheit sagen - die haben echt was verpasst!

Und klar bin ich 2014 wieder mit dabei, und diesmal hoffentlich wieder mit meinem Schatz!

Hier noch ein grandioses Video von Günter Kromer auf Youtube:

Hier sind alle Bilder
Hier ist der GPS-Track

 
Blog Testberichte

Schon vor geraumer Zeit bekam ich von Maxinutrition, laut Webseite Europas Nr. 1 für Sporternährung (für mich war der Hersteller bis dato allerdings unbekannt), sehr freundlicherweise ein Testpaket mit folgendem Inhalt zugeschickt:

Maxinutrition Viper Boost3

12 Viper Boost Riegel á 45g in der Geschmacksrichtung Fruit and Cereal
Zur Zusammensetzung, Wirkung und weiteren Infos zu diesem Produkt schreibe ich mal nichts, da diese auf der Herstellerseite sehr gut einzusehen sind.

Maxinutrition Viper Boost1

24 Viper Boost Gel á 60ml in der Geschmacksrichtung Citrus Burst
Zur Zusammensetzung, Wirkung und weiteren Infos zu diesem Produkt schreibe ich mal nichts, da diese auf der Herstellerseite sehr gut einzusehen sind.

Maxinutrition Viper Boost2

Da beide Produkte mit 100 mg Koffein (entspricht etwa einer stärkeren Tasse Kaffee) versehen sind, hätte es wenig Sinn gemacht, diese bei "normalen" Trainingsläufen, Wettkämpfen oder ähnlichem zu testen. Dafür wäre sie mir einfach zu schade gewesen! Außerdem halte ich nichts von "Einmaltests", da diese doch etwas ungenau sind, wie ich finde. Denn es gibt doch viel zu viel Einflussfaktoren, die einen solchen Test doch stark beeinflussen können. Wiederholen sich aber gewonnene Eindrücke und Ergebnisse vom ersten auch bei einem zweiten Test, so sind diese dann doch um einiges aussagekräftiger. Also dauerte es etwas bis die entsprechenden Gelegenheiten kamen und auch der Testbericht musste entsprechend auf sich warten lassen.

Den ersten Test habe ich gemeinsam mit Meli beim KoBoLT durchgeführt (hier ist der Laufbericht). Dieser führte über 140 Km und etwa 4500 Hm entlang des Rheinsteiges von Koblenz nach Bonn, eine ideale Strecke, um solche Produkte aussagekräftig testen zu können. Für diese wurden übrigens knapp 27 Stunden benötigt.

Den zweiten Test habe ich dann alleine beim Remstal-Höhenweg Spendenauf durchgeführt (hier ist der Bericht), einem Lauf über 250 Km und etwa 6400 Höhenmetern, für den ich 66:22 Stunden benötigt habe! Auch dieser erschien mir als ideales "Testgebiet".

Verpackung:

Riegel:
Zur Verpackung des Riegels gibt es nicht viel zu sagen, außer, dass sie sich leicht öffnen lässt.

Gel:
Auch die Verpackung des Gels lässt sich sehr gut öffnen, sogar bei ordentlichen Minustemperaturen. Doch kann ich hier zusätzlich noch sagen, dass die Verpackung, im Gegensatz zu vielen anderen Produkten am Markt, nicht zu steif ist. Damit meine ich, dass sich der Inhalt sehr gut aus der Packung drücken bzw. sogar saugen lässt, was ich persönlich als sehr angenehm empfinde. Ausserdem passt sie sich sehr gut den "Transportgegebenheiten" an, ist also sehr gut bie- und knickbar, ohne dabei aufzureißen. Dadurch passt sie sich sehr gut an den Körper (wenn sie in der Innentasche einer Laufhose getragen wird), Taschen, Rucksäcke, Gürtel usw. an. Ein kleiner Nachteil ergibt sich beim Gel allerdings aus der Füllmenge (60 ml) und damit insgesamt größeren Packungseinheit. Wo ich von Konkurrenzerzeugnissen 6 Gels hineinbekomme muss ich mich hier mit 5 Gels begnügen. Wenn´s sonst nichts ist...

Geschmack:

Geschmacklich ist es natürlich immer subjektiv, irgend ein Urteil abzugeben. Doch eines ist mir bei beiden Produkten direkt und sofort als sehr angenehm aufgefallen: Beide schmecken absolut nicht süß, eher erfrischend (auch der Riegel, besonders auch durch die dort verwendete dunkle Schokolade), und dass ist gegenüber all den anderen sich auf dem doch sehr eng besetzten und stark umkämpften Markt aus meiner Sicht ein riesen Vorteil. Denn ganz ehrlich - und ich spreche jetzt nicht von Distanzen unter 50 Km - hat man all das süße Zeugs doch sehr satt! Ob der Geschmack jetzt dem entspricht was drauf steht beurteilt sowieso jeder anders, und das ein Gel wirklich lecker schmeckt hat wohl auch noch niemand behauptet. Wie gesagt, ich empfinde Riegel wie auch Gel als sehr angenehm.

Konstistenz:

Riegel:
Was die Konsistenz angeht so ist beim Riegel nicht viel zu bemerken. Hier gilt wie bei allen anderen Riegeln - mit etwas Wasser geht er besser runter. 

Gel:
Doch was das Gel anbelangt so sticht hier die Dünnflüssigkeit doch sehr hervor. Denn im Gegensatz zu etwa 90 % der Konkurrenzprodukte kann man das Vipergel ohne zusätzliche Flüssigkeitsaufnahme zu sich nehmen, was für mich ein riesen Vorteil darstellt. Ebenso positiv ist die einwandfreie Verwendbarkeit selbst bei Temperaturen von bis zu -10 °C zu nennen, was wohl ebenfalls an der Dünnflüssigkeit liegt. Auch hier konnte das Gel ohne zusätzliche Flüssigkeitsaufnahme problemlos eingenommen werden. 
Genau das macht die ViperGels, ganz egal ob Boost oder Active, auch für kürzere Läufe sehr interessant! Denn bei einem Halb- oder auch ganzen Marathon (bei kürzeren Distanzen benötigt man meiner Ansicht nach soetwas nicht) zählt schießlich jede Sekunde und man braucht die Energie meist schnell und sofort. Gut, wenn man da ein Gel dann schlucken kann, wenn man es braucht, und nicht erst dann, wenn etwas zum Trinken, sprich, ein Verpflegungspunkt da ist! Ein für mich riesiger Vorteil!

Wirkung:

Gerade Meli ist sehr sensibel, was die Energeiversorgung anbelangt. Beim KoBoLT haben wir uns die Riegel und Gels für das letzte Viertel der Nacht aufgehoben, eben um den Koffeineffekt voll nutzen zu können. Und genau da haben beide Produkte genau das gemacht, was sie sollten: Ordentlich Energie gegeben, besonders bei Meli, die im letzten viertel des Laufes ordentlich aufgedreht hatte, und vor allem dazu beigetragen, dass die Müdigkeit verschwindet. Und mit der hatte gerade ich schwer zu kämpfen. So zwischen 3 und 4 Uhr Morgens hatte ich mit vielen Sekundenschläfen zu tun, die nach der Einnahme bereits eines Gels völlig verschwunden waren, klasse! Im weiteren Verlauf des KoBoLTs nahm ich dann nur noch ein Riegel und ein Gel ein, wohingegen Meli noch jeweils 3 Riegel und drei Gels zu sich nahm, bis zum Ziel quasi jede Stunde ein Viper. Und das hatte ihr scheinbar sehr gut getan, denn mit der Kraft hatte sie ab dem Siebengebirge, also auf den letzten 30 der 140 Km, keine Probleme mehr. Beide hatten wir den Eindruck, dass der Energieschub bereits kurz nach der Einnahme sehr gut spürbar war und vor allem recht lange anhielt. 
Der erste Eindruck von den Vipers war also schon einmal ein sehr guter!

Beim Remstal-Höhenweg-Spendenlauf über 250 Km hatte ich dann erneut die Möglichkeit beides ausgiebig zu testen, was ich auch gemacht habe. Insgesamt hatte ich 12 Gels und 6 Riegel mit dabei und mir diese, eben wegen des Koffeins, immer für Nachts aufgehoben. So habe ich in der ersten Nacht 2 Riegel sowie 3 Gels verdrückt, in der zweiten Nacht dann 2 Riegel und 4 Gels und in der dritten erneut 2 Riegel und 4 Gels. Ein Gel habe ich noch übrig ;-). Genommen habe ich sie jeweils dann, wenn ich von Sekundenschläfen heimgesucht wurde. Nach der Einnahme erfolgte die Wirkung jeweils richtig schnell. Fast sofort war der Energieschub zu merken (der auch recht lange anhält), wobei die Koffeinwirkung nach etwa 10 Minuten einsetzte, klasse! Und bis zum jeweiligen Erwachen eines neuen Tages hatte ich dann auch keine Probleme mehr wach zu bleiben. Und auch von der Kraft her ging es mir da richtig gut. Genommen habe ich die Vipers etwa alle 50 Minuten in der Reihenfolge Gel-Riegel-Gel-Gel-Riegel-Gel. In der zweiten Nacht hat mich das Zeugs sogar so sehr gepusht, dass ich bei der geplanten 5-minütigen Schlafpause Einschlafprobleme hatte ;-)!! Mein erster Eindruck vom KoBoLT wurde also bestätigt

Scheinbar macht sich hier die jeweils gute Zusammensetzung der Produkte bemerkbar, die aus 4 Kohlenhydratkomponeten sowie Natrium und eben Koffein bestehen. Protein gibt es hier nicht, was ja auch nicht schlimm ist, da dies von anderen MaxiNutritionprodukten wunderbar abgedecckt wird und gut kombiniert werden kann.

Preis:

Preislich gesehen liegen beide Produkte mit 1,99 € je Riegel/ Gel sicherlich im oberen Preissegment und somit leider etwas teuer! Allerdings werden des öfteren sogenannte "Specials" angeboten, bei welchen man die Artikel dann zu deutlich günstigeren Preisen beziehen kann.

Fazit:

Eines ist klar, preislich sind beide Produkte doch im oberen Drittel des Marktes anzusiedeln. Doch muss ich wirklich sagen, dass mich beide Viper doch zu überzeugen wussten. Besonders das Gel mit seiner flüssigen Konsistenz (man muss bei der Einnahme nichts dazu trinken) in Kombination mit Koffein ist für mich absolut empfehlenswert. Für die nächsten Läufe habe ich mich jedenfalls jüngst ordentlich mit Gels eingedeckt, und zwar nicht nur mit den Boosts (mit Koffein), sondern auch mit den Actives (ohne Koffein)! Denn da wurden eben diese Gels so günstig angeboten, dass sie bei ca. 84 Cent je Gel gelegen haben, klasse! Dumm wer da nicht zuschlägt!

Aufgrund der vielseitigen Einsetzbarkeit bekommen beide Produkte von mir eine Kaufempfehlung! Eine klare Preisempfehlung würde ich aussprechen, wenn der "Normalpreis" nicht doch etwas hoch angesetzt wäre.
 
Blog Events

Wichtiger Hinweis:

Um gewährleisten zu können, das das erstmalig geschriebene Wort nicht durch Ergänzungen und inhaltliche Korrekturen verfälscht wird und entsprechend authentisch bleibt wurde dieser Text nicht korrekturgelesen. Entsprechend bitte ich Rechtschreib-, Grammatik, Tipp- und Formulierungsfehler schon jetzt zu entschuldigen! Ebenso bitte ich über Namensvertauschungen oder ähnliches großzügig hinwegzusehen - es ist schwer sich 66 Stunden exakt zu merken ;-)!
Meine Gedanken dazu etwa 5 Tage nach dem Lauf:

Es gibt Dinge, für die, wenn du sie planst und dann tatsächlich tust, 99,99 % aller, die davon hören, dich für komplett verrückt halten und sagen, es sei völlig unmöglich dies zu erreichen und du seist ein absoluter Träumer. Und wenn du es dann trotzdem tust triffst du genau bei diesem "Traum" auf die restlichen 0,01 % Menschen, die ebenfalls an diese Idee, dieses ach so wahnwitzige Projekt, egal wie verrückt es auch zu sein scheint, glauben.

Man kämpft gemeinsam, erlebt Erfolg und Leid, geht gemeinsam durch Dick und Dünn und verliert das gemeinsame Ziel niemals aus den Augen - einer für alle, alle für einen! Man kennt sich erst kurz und ist sich doch so vertraut...Und du stellst fest das genau DIE Menschen es sind, die das Leben besonders machen, für die du gerne kämpfst und alles gibst, die aber auch alles für dich geben, die es sich lohnt zu kennen, die einfach wunderbar und einzigartig sind!
Ich bin gerne verrückt und bekloppt, sonst hätte ich niemals all diese wunderbaren Menschen kennenlernen können!
Und seltsamerweise sind oftmals genau diese "Verrückten" die Menschen in unserer Gesellschaft, die etwas bewegen, die sich um Andere, denen es nicht so gut geht, Gedanken machen. Sie sind berührt von deren Geschichten und Schicksal und nehmen es eben nicht einfach so hin, sondern handeln und versuchen mit dem, was sie tun, und sei es noch so unvorstellbar, ihnen zu helfen!

Verträume nicht dein Leben - lebe deine Träume!


Steffi Rennt Logo

Welch ein wahnwitziges Spendenlaufprojekt...der Remstal-Höhenweg-Spendenultra

  • Start: 17.01.2013, Fellbach, 0:02 Uhr
  • Ziel: Olgäle Hospital Stuttgart
  • Distanz: 250,3 Km nonstop
  • 13 Etappen (von VP zu VP) zwischen 15 und 25 Km Länge
  • Höhenmeter: 6380 positiv
  • Geplante Zeit: 65 - 75 Stunden
  • Drei Nächte...
  • Initiatorin, Organisatorin und Hauptläuferin: Steffi Praher mit der Lauferfahrung eines einzigen 100 Km-Laufes

Dazu noch zu erwartende Temperaturen  von -2 °C bis -10 °C und das bei dauerhaftem Schneefall - welch ein Irrsinn!
Und jede Menge Skeptiker in der Ultraszene die sagen: Mission Impossible!

 

Mein Job: Steffi unter allen Umständen und unter völliger Unterordnung eigener Bedürfnisse oder Probleme ins Olgäle zu bringen, komme da was wolle!
Mit diesem Wissen und 1000 Gedanken im Kopf sitze ich gegen 13 Uhr im Auto und fahre Richtung Steffi nach Plüdershausen. Der Tag hat für mich ja nicht gerade gut angefangen, habe ich doch schon am frühen Morgen unser Auto geschrottet und aus diesem Grund bereits jetzt schon Adrenalin satt in mir. Diesen Spendenlauf absagen? Wozu - am Zustand unseres Autos würde das nichts ändern...

 

 

Gegen 15:30 Uhr stehe ich vor Steffis Wohnung. Mensch ist die nervös....aber gut, wen wundert´s? Wir fallen uns in die Arme und besprechen den mehr oder weniger geordneten Ablauf bis zum Start. Außerdem hole ich meine Sachen aus dem Auto - ist ja zum Glück nicht so viel ;-)!
Nach und nach kommen auch die Supporter Steffi J., Sascha, Klaus und Holger dazu. Wenig später nimmt Steffi J. unsere Rennerin dann mit in ihre Wohnung, damit diese dort hoffentlich noch etwas Schlaf finden kann. Selbiges habe ich eigentlich auch noch vor...doch scheitert das, da noch schnell eine Route (der Weg vom Remseck zum Olgäle) auf GPSies erstellt werden muss, um diese dann noch auf der Homepage veröffentlichen zu können. Außerdem wird Klaus in den GPS-Spot eingewiesen. Apropos Klaus, der isst unendwegt und sorgt für einen leeren Kühlschrank in Steffis Küche. Also, wohl eher kein Schlaf für mich, na toll, das heißt also nach 18 Stunden wach sein ist der Start - ich bin begeistert, bin ich doch schon jetzt totmüde...Als der Track erstellt ist verschwinden Sascha und Oli wieder, um die Homepage zu aktualisieren. Klaus hat die Ruhe weg, pennt tief und fest und sägt sämtliche Bäume im angrezenden Wald ab! So um 19 Uhr lege ich mich dann auch hin, in der Hoffnung zur Ruhe zu kommen oder vielleicht sogar kurz noch schlafen zu können, doch die Gedanken kreisen unentwegt durch meinen Kopf....nix mit schlafen...ich rufe meinen Schatz Meli an um ihr von meinem morgentlichen Missgeschick zu erzählen. Sie macht sich Sorgen...nicht wegen dem Wagen, sondern wegen dem, was die nächsten ca. 70 Stunden auf mich zu kommen wird...
Gegen 20:30 Uhr trudelt dann Michael ein, der extra aus Hamburg gekommen ist, um Steffi ebenfalls möglichst lange zu begleiten. Seine bisherige maximale Laufdistanz: Marathon! Ich fasse es nicht....aber gut, wer die Cabanauten kennt weiß wie verrückt die sind...
Doch wen ich noch vermisse ist der zweite Läufer, der genau wie ich vom Start bis zum Ziel an Steffis (ich nenne sie absofort Duracellinchen!) Seite laufen möchte..hoffentlich kommt der noch, dann alleine würde ich das nicht schaffen sie ins Ziel zu bringen, dessen bin ich mir sicher, nicht unter den zu erwartenden Bedingungen.
Um 21 Uhr kommt Steffi J., um uns, also Michael, Klaus und mich, zum Essen abzuholen. Duracellinchen ist quasi schon lauffertig als wir dort eintreffen. Es gibt richtig leckere Nudeln mit Tomaten und/ oder Pestosauce - gut, esse ich halt von jedem jeweils einen Teller voll!! Und Klaus mampft schon wieder....wo schafft der das denn nur alles rein?
Die Zeit schreitet voran und so machen wir uns wenig später alle gemeinsam auf den Weg zurück in Duracellinchens Wohnung. Es schneit, und wie, und ich fange mir so langsam nochmehr an Gedanken zu machen...konnte ich doch wirklich NULL Schneeläufe als Vorbereitung absolvieren. Man man, das kann ja was werden, und an die Kälte darf ich erst gar nicht denken!
Noch 90 Minuten bis zum Start, und da der pünktlich erfolgen soll, heißt es nun keine Zeit zu verschwenden! Also schnell rein die die Laufklamotten (was und wieviel ziehe ich nur an...?), Trinkrucksack packen, Trinkblase füllen und alles was während des Laufes benötigt wird ab in das Supportermobil. Hoffentlich habe ich nichts vergessen...

 

Remstal Spendenultra 2013 - 083

Etwa 20 Minuten vor dem Start kommen wir am Startpunkt in Fellbach an, und was ein Glück, ich erblicke Georg Kunzfeld als zweiten Führungsläufer!! Mir fallen Tonnen an Steinen vom Herzen...gut, wir sind also 2 Begleiter, die unser Duracellinchen ins Olgäle begleiten, gut so! Und Georg hat in etwa gleichlange Distanzen absolviert wie ich und läuft auch in etwa auf meinem Niveau, sogar noch etwas besser und vor allem seit einer bedeutend längeren Zeit (etwa 15 Jahre), bringt also viel Wissen und Erfahrung mit. Meine Zuversicht steigt...
Duracellinchen gibt noch schnell ein Interview (die hat Nerven), was aber wichtig ist, wollen wir doch so viel wie möglich an Spendengeldern erlaufen, und da geht eben ohne Rundfunk, Fernsehen und Presse nichts, gar nichts! Derweil ziehe ich mich schon mal an: 4 Langarmshirts, davon 2 Thermo, 2 Laufhosen und 3 Jacken. Mein Respekt vor der zu erwartenden Kälte ist immens!

Remstal Spendenultra 2013 - 089

Hier lerne ich auch die restliche Supportercrew kennen, also auch Melanie, Sebastian und Carina und ich muss schon sagen, wenn sich der erste Eindruck bestätigt, alle samt klasse Leute! Aber gut, mal sehen wie das alles so funzt wenn es später darauf an kommt....Ein riesen Lob allerdings schon mal vorweg für all das was Steffi hier an "Sportlernahrung" alles organisiert hat! Wahnsinn, Gels, Riegel, Drops, Drinks, von fast allen Herstellern, in Unmengen, Hammer! Sie muss echt alle Sportläden im Umkreis von 100 Km abgeklappert haben! Na von daher kann ja echt nichts schief gehen, denn auch ich habe, ach, einen Haufen von dem Zeugs mit dabei ;-)!
Ich checke nochmals meinen Trinkrucksack und die Laufjackentaschen, blos nix vergessen! Riegel, Gels, Stirnlampe, GPS, Garmin, Handy, Powerakku, Ersatzbatterien, alle benötigten Kabel, zusätzliche Handschuhe, eine zusätzliche Jacke,  ....die Liste ist lang. Ich scheine aber alles zu haben, glaube ich. Und dann ist es auch schon soweit, Duracellinchens, aber auch mein bisher mit Abstand größtes und längstes Laufprojekt aller Zeiten startet, wir zählen von 10 herunter und los geht´s!

Remstal Spendenultra 2013 - 088

Remstal Spendenultra 2013 - 025

Im Blitzgewitter der Fotografen begeben wir uns mit Warnwesten bestückt (es wurde wirklich an alles gedacht!!) wie geplant um Punkt 0.02 Uhr auf die erste Etappe von Fellbach nach Stümpfelbach und erklimmen gleich mal den ersten Berg. Eines vorweg - Steffi haben wir Handyverbot erteilt. Diesen Part, also die Kontaktaufnahme mit dem Supporterteam, habe ich übernommen. 14,4 Km sollen das sein und geplant ist eine Zeit von 3 Stunden. Die Stimmung unter den Läufern ist klasse, mit dabei ist auf diesem Teilabschnitt auch Michael, der, genau wie ich, vorerst ohne Stöcke unterwegs ist. Doch schon auf den ersten Schritten wird uns schlagartig klar, auf was wir uns da eingelassen haben, denn mit jedem Schritt rutschen wir...und es schneit kräftig weiter, sodass sich zu den bereits jetzt unangenehmen 5 cm Neuschnee noch einiges dazugesellen wird. Aber, no way back, ab jetzt zählt nur eins, ANKOMMEN!
Ich spreche kurz mit Georg, dem auch schnell klar geworden ist, was das hier und heute für ein Brett ist, auf das wir uns alle eingelassen haben. Ich schaue kurz auf den Laufcomputer um unsere Pace zu checken und...Mist, vergessen auf Start zu drücken! Klasse, fängt ja gut an, die ersten 12 Minuten bzw. der erste gute Km fehlt schon mal....Dann kontrolliere ich unsere Strecke auf den Garmin und...man, das gibt´s doch gar nicht, wir haben uns bereits jetzt verlaufen!!!! So, die ersten beiden Extrakilometer sind schon mal im Sack! Sprich, von den 4 die wir schon gelaufen sind waren 50 % umsonst...das kann ja noch was werden!! Die Schneedecke ist noch einigermaßen dünn und so kommen wir recht gut voran. Wir einigen uns darauf, dass ich mich mit meinem Garmin primär um die Wegfindung kümmere, um weitere Extrakilometer möglichst zu vermeiden. Also geht es weiter, doch es dauert nicht lange, bis die Wegfindung wieder problematisch ist. Also eines kann ich jetzt schon sagen - die Beschilderung ist..na sagen wir mal mäßig! Ich stelle den Garmin auf eine Kartenansicht von etwa 400 Meter um und beschließe, ab sofort bei nahezu jeder Wegegabelung oder Kreuzung kurz auf die Karte zu schauen, na das kann ja was geben! Doch das bedeutet auch höchste Konzentration, und das bis ins Olgäle. Es schneit munter weiter und das Laufen wird zunehmend anstrengender. Bei Kilometer 13 rufe ich das erste mal die Crew an um sie über unsere ungefähre Ankunftszeit zu informieren, damit sie schon mal alles vorbereiten können. Es läuft gut, und so kommen wir nach vielen schönen Gesprächen untereinander bereits deutlich früher als geplant am ersten VP in Strümpfelbach an. Etwas über 16 Km haben wir da auf dem Tacho und waren gerade einmal 2:05 Stunden unterwegs, eigentlich viel zu schnell....

Remstal Spendenultra 2013 - 102

Hier wird nicht lange rum gemacht, die Trinkblasen aufgefüllt, den "Essensvorrat" aufgefüllt, einen heißen Tee getrunken und schon geht es weiter! Schon hier ein riesen Lob an die Crew, die alles bestens vorbereitet hat. Nach 2:18 sind wir wieder unterwegs - allerdings habe ich mittlerweile mein "zusätzliche" Jacke, die ich im Rucksack mit dabei hatte, angezogen - und wie soll ich sagen - ich friere...Mensch Mensch, das kann ja noch was geben! Auch auf dieser Etappe bin ich nach wie vor ohne Stöcke unterwegs, obwohl es eigentlich besser wäre. Doch da ich ständig den Garmin in der Hand halten MUSS, würde mich das doch eher behindern...und Bilder und Videos will ich ja auch noch machen, also versuche ich so lange wie nur irgend möglich ohne auszukommen. Doch an den Anstiegen rächt sich das und kostet mich immens Kraft, da ich ständig nach hinten weg rutsche. Sowieso wird das Laufen immer schwieriger und riskanter, da es auf den Feldwegen schon zu Schneeverwehungen kommt und wir es dort bereits mit über 10 cm Schnee zu tun haben, will heißen, Löcher, Spurrillen und sonst alles sind nicht mehr zu erkennen. Wir beginnen bereits jetzt ab und an nach links, nach rechts und wo sonst noch überlall hin wegzuknicken - höchste Anstrengung für die Sprunggelenke! Und auch die Wegfindung wird immer abenteurlicher, denn nach etwa 30 Km stehen wir nun schon zum zweiten male an einer Stelle, an der die offizielle Beschilderung des Weges vom offiziellen Track abweicht - herzlichen Glückwunsch liebes Touristikbüro, das ist echt der Knaller. Für uns heißt das jedesmal stehen zu bleiben, beim Garmin aus der Karte zu zoomen um zu sehen was los ist, ob sich beide "Routen" irgendwann wieder treffen oder nicht! Super! Und meine Hände freuen sich jedesmal, beißen sie doch schon jetzt wie verrückt, und das, obwohl ich drei Paar Handschuhe an habe, meine Fresse, was ein Ding hier! Uns (Georg und mir) wird immer mehr klar, dass dies wohl so ziemlich das brutalste ist, was in Deutschland jemals gelaufen wurde. Mal von der Distanz ganz abgesehen, aber alleine schon die Bedingungen sind mehr wie grenzwertig! Und Steffi? Alles im Lack, sie läuft und läuft und läuft, wie das Duracellmännchen - womit sie ihren Spitznamen bereits jetzt weg hat - sie ist unser Duracellinchen! Super macht sie das, einzig an die Nahrungsaufnahme müssen wir sie immer und immer wieder erinnern - wenn´s sonst nichts ist! Ach doch, sonst ist noch etwas, ihr Husten, den sie bereits beim Start hatte, scheint schlimmer zu werden...naja...
Ich denke an meinem Schatz Meli, die jetzt sicherlich zu Hause vor ihrem Pad sitzt, jeden Facebookeintrag mitverfolgt und sich bestimmt riesen Sorgen macht. Mein Schatz, ich liebe dich! Gut ist, dass sie durch die sehr gute Berichterstattung immer auf dem aktuellen Stand ist und ich sie nicht ständig anrufen muss, um ihr mitzuteilen, wo wir sind und wie es uns geht. Danke Olli und Team!
Wir kommen aber trotz allem weiterhin gut voran und die Stimmung ist super, keiner zweifelt am Ziel und alle denken nur an das eine - ANKOMMEN! Gut so, denn alles andere könnten wir jetzt nicht gebrauchen! Der Wind pfeift wie verrückt und es schneit weiter sehr stark, sodass es auch mit der Sicht sehr schlecht ist. Und wir haben alle mit der Müdigkeit zu kämpfen, ständige Sekundenschläfchen sind nun unsere ständigen Begleiter. Aber die Stimmung bleibt super und wir quatschen über Gott und die Welt, lachen sehr viel und haben einfach nur Spaß. Allerdings nutzen Georg und ich auch die Gelegenheit, Steffi bereits jetzt mit ein paar mentalen Tricks vertraut zu machen, die sie später sicherlich sehr gut brauchen kann. Als Beispiel nenne ich hier nur den Umgang mit der Distanz. Wir sagen ihr ständig bitte nie an die 250 Km zu denken, sondern sich die Strecke in Teilabschnitte aufzuteilen. Etwa in die sowieso geplanten Teiletappen, oder in Marathons, oder in was auch immer. Das hilft die Angst zu verlieren. Wir berichten von unseren Erlebnissen mit all ihren Problemen und davon, wie wir damit umgegangen sind. Wir sagen ihr, welche Probleme auch hier noch sicher auf sie zukommen werden und das das normal ist - und - das wenn sie sich jetzt schon darauf einstellt, es dann in der entsprechenden Situation viel leichter ist, damit fertig zu werden, da man ja wusste, das es kommt. Teilweise wundert sie sich über unsere Ausführungen, saugt aber alles wie ein Schwamm in sich auf....gut so! Aber ich friere, und wie! Und das obwohl wir noch laufend unterwegs sind und mein Puls mit etwa 100 noch einigermaßen hoch ist. Wie wird das erst - ach denk nicht dran! Ich habe allerdings eine gute Taktik zur Wegfindung gefunden, sodass uns bis zum zweiten VP in Schorndorf nach etwa 37 Km keine weiteren Extrakilometer aufgebürdet werden - gut so! Ich kündige uns etwa 30 Minuten vor unserem Eintreffen telefonisch an und gebe unsere (Steffis) wünsche durch. Georg und ich haben beschlossen, unsere Bedürfnisse komplett zu ignorieren, damit sich das Team voll und ganz auf Steffi konzentrieren kann, zumal die Möglichkeiten des Kochens sowieso sehr begrenzt sind. Um etwa 5:54 Uhr sind dann in Schorndorf und wie soll ich sagen - das Team ist der Knaller! Alles wie gewünscht vorbereitet, sagenhaft. Diesmal ist die Pause schon etwas länger, da wir uns alle kurz im Mobil aufwärmen müssen, ich ganz besonders. Um etwa 6:10 geht es weiter, auf zur dritten Etappe, auf nach Rattenharz, was etwa 17 Km bedeutet.
Es schneit munter weiter, sodass wir es mittlerweile mit einer etwa 10 - 15 cm dicken Schneedecke zu tun haben. Das macht die Wegfindung noch schwieriger, denn führen die Wege über oder zwischen Feldern hindurch, sind diese nicht mehr zu erkennen - alles ist nur noch eine riesige weiße Fläche, echt der Hammer. Und was haben wir Abweichungen zwischen Beschilderung und Track gefunden, nee nee nee! Und die Beschilderung....oftmals gibt es gar keine! UNTERIRDISCH, echt! Ohne Garmin - nicht zu machen, auch nicht ohne Schnee. Also was die sich hier erlaubt haben ist ein Witz, sonst nichts!
Allerdings tut uns das unserer klasse Stimmung keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil, wir nehmen die Herausforderung an! Was uns erstaunt ist, wieviele Tierspuren wir im tiefen Schnee entdecken. Wahnsinn was hier so alles unterwegs ist. Und wer hat eigentlich behauptet Tiere würden vom Menschen begangene Wege meiden? Blödsinn, absoluter Quatsch. Wir sind fasziniert von den vielen Spuren und uns sicher nach diesem Spendenlauf zur Weltelite des Tierspurenlesens zu gehören!
Was sehr schön ist ist die Tatsache, das Michael weiterhin mit dabei ist. Allerdings setzen ihm die Bedingungen doch merklich zu. Es geht weiter bergauf, berab, wir rutschen weiterhin munter durch die Gegend und das Laufen wird immer schwieriger. Aber egal, weiter, immer weiter, in den neuen Tag hinein. Denn mittlerweile wird es wieder hell, die erste Nacht ist überstanden und die Kräfte scheinen wieder in unsere Körper zurück zu kehren. Wir quatschen weiter was das Zeugs hält über die unmöglichsten Dinge und das Gesprächsniveau fängt langsam an in den Keller zu gehen ;-)!
Aber wen interessiert das eigentlich? Hauptsache Spaß haben, wach bleiben und das Ding hier weiterhin genießen, und genau das tun wir. Gut, die Wegfindung, die geht uns auf den Keks, aber sonst - alles bestens! Gegeben 8:30 Uhr rufe ich das Team an und melde Steffis Wunsch nach abgekochten Kartoffeln an. Als wir gegen 9:05 Uhr am dritten VP in Rattenharz und nunmehr gelaufenen knapp 56 Km eintreffen ist alles fertig - Weltklasse Team! Wir stärken uns, füllen die Wasser- und Essensvorräte wieder auf, wärmen uns etwas und gehen gegen 9:30 Uhr auf die vierte Etappe Richtung Straßdorf. Allerdings macht Michael, auch "Weichei" genannt, so nennen ihn die Cabanauten (ich frage mich nur warum, denn das ist er ganz und gar nicht), eine Pause. Doch sind wir glücklicherweise nicht alleine unterwegs, denn ab hier sind nun Uwe Leuschner und drei weitere Mitläufer (Etappenläufer) mit dabei, suppi!. Bevor es los geht klatschen wir uns allerdings alle ab und schwören uns dieses Ding hier zu Ende zu bringen, komme da was da wolle! Habe ich das schon mal erwähnt das es weiterhin schneit...? Nee? Tut es aber...und verdammt windig ist es auch noch...egal, das "bisschen" schaffen wir jetzt auch noch, sagt Steffi, sind ja nur noch gut 190 Km...

Remstal Spendenultra 2013 - 108


Die Wege sind weitestgehend unbefahren und unbegangen und der Schnee ist mittlerweile stellenweise sehr tief. Teilweise sacken wir richtig ein, jeder Schritt ist schwer und im Wald teilweise riskant, sind doch Steine, Äste und Wurzeln in keinsterweise zu sehen. Seltsamerweise ist Georg und ich noch gar nicht und Steffi gerade erst zweimal gestürtzt, was bei diesen Bedingungen echt an ein Wunder reicht. Und ich bin noch immer ohne Stöcke unterwegs, was allerdings nicht nur an den An-, sondern ganz besonders auch an den Abstiegen zum Problem wird. Aber gut, solange es noch so geht - ist halt blöd wenn man den Garmin ständig in der Hand halten muss. Habe ich die absolut beschissene Beschilderung und den noch ätzenderen Track eigentlich schon mal erwähnt...? Egal, weiter geht´s!

Remstal Spendenultra 2013 - 114

Remstal Spendenultra 2013 - 116

Aber mal von allem ganz abgesehen, die Landschaft hier ist echt ein einziger Traum und in Schnee gehüllt sieht das alles richtig märchenhaft aus, einfach nur wunderschön, und ob man es glaubt oder nicht, wir können es sogar in vollen Zügen genießen! Der Schnee wird weiter tiefer, doch wir kommen voran und ehe wir uns versehen heißt es wieder: Team anrufen, wünsche nennen und unseren Zustand durchgeben. Nach etwa 60 Km sagt mir Georg, dass ihm bereits jetzt die Fußsohlen brennen würden, ach du scheisse, so früh? Na das kann ja was geben, Steffi sagen wir aber von alle dem nichts, besser ist das. Um etwa 12:25 kommen wir dann zum vierten VP in Straßdorf - 73 Km sind geschafft und wir bereits über 12 Stunden unterwegs.

Remstal Spendenultra 2013 - 118

Vom Zeitplan her liegen wir richtig gut und lassen uns auch weiterhin durch nichts aus der Ruhe bringen. Das Team hat wieder ganze Arbeit geleistet und alles ist bestens vorbereitet, vorbildlich! Und die Berichterstattung auf Facebook muss auch erstklassig sein, denn der Spendenstrom reißt einfach nicht ab - das motiviert, und wie!

Remstal Spendenultra 2013 - 132

Nachdem alles wieder aufgefüllt ist und wir uns richtig gestärkt haben (es gibt wirklich alles, was man so braucht: Salzkartoffeln, Käse, Chips, Nüsse, Gummibärchen, Tee, Brühe, Brezel, echt der Hammer) geht es gegen 13 Uhr weiter. Gemeinsam, die Etappenläufer verabschieden sich undvMichael ist wieder mit dabei, jetzt aber mit Stöcken,  machen wir uns auf die fünfte Etappe über etwa 19 Km auf nach Heubach. Der Schnee wird tiefer und tiefer und das Gehen und Laufen schwerer und schwerer.

Remstal Spendenultra 2013 - 112

 

Die Anstiege sind hier echt der Hammer und kaum zu bewältigen. Es gibt Zeiten, zu denen wir gerade einmal 2 Km in der Stunde schaffen, echt der WAHNSINN! Aber gut, wir denken in keinsterweise darüber nach und kämpfen uns weiter... voran. Es schneit munter weiter und der beißende Wind preift uns nur so um die Ohren. Dick eingemummt, teilweise sind nur noch unsere Augen zu sehen, nehmen wir Anstieg für Anstieg, Schritt für Schritt. Es geht nur noch langsam vowärts, laufen ist im tiefen Schnee fast nicht mehr möglich und auch einfach zu riskant (Umknickgefahr!). Und ich, ich friere immer mehr, kein Wunder, ist mein Puls doch viel zu niedrig (75) um mich wirklich wärmen zu können! Ab und zu laufe ich die Anstiege schnell hinauf, nur um meinen Puls "künstlich" nach oben zu treiben und wenigstens für einen kurzen Moment mal nicht zu schnattern.

 

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Hier soll es einen Weg geben....?



Remstal Spendenultra 2013 - 120

Remstal Spendenultra 2013 - 124

Steffi fängt uns an etwas Sorgen zu machen, klagt sie doch bereits jetzt über leichte Knieschmerzen am linken Knie außen....hoffentlich geht DAS gut! Wir versuchen es mit dehnen, ermutigen sie ab und an zu laufen, um die Beine "frei" zu bekommen, was sie auch schön brav macht. Überhaupt, Steffi ist echt der Wahnsinn, was sie hier leistet ist unfassbar. Und trotz Knieschmerzen und stetig schlimmer werdenden Husten, Duracellinchen ist die Ruhe selbst, "funktioniert" wie ein Uhrwerk und ist nach wie vor sehr gut gelaunt - Georg und ich kommen aus dem staunen nicht mehr raus.
Remstal Spendenultra 2013 - 126

Wo andere jammern würden hat Steffi immer ein Lächeln parat...unser Duracellinchen...
Remstal Spendenultra 2013 - 127

Wir schleppen uns weiter voran, auf den Scheuelberg hinauf! Welch ein Sturm, welch ein Tiefschnee, welch eine Kälte, welch hammerharte Anstiege! Aber auch die Abstiege haben es in sich, die ich gerne zum "kurzsprint" nutze, um einen inneren Ofen etwas auf Touren zu bringen und die Beine einmal durchzuspülen. Was die Wegfindung anbelangt so sind wir hier am Maximum des Vergnügens angekommen! Viele Wege, die hier durch den Wald führen, sind absolut nicht zu erkennen, ja noch nicht einmal zu erahnen! Oft stehe ich vor dem Rätsel: Wo geht es denn jetzt lang? Schilder, GPS-Track, ein einziges Fiasko! Welch ein Spaß! Teilweise ist es regelrecht gefährlich, denn die Bodenbeschaffenheit ist ebenfalls nicht zu erkennen, und so stolpern wir oftmals mehr vor uns hin als vernünftig vorwärts zu kommen. Ständig warnt der vorausmarschierende den Rest vor Steinen, Wurzeln, Ästen, Löchern, Mulden, Kuhlen, Spurrillen, ach, einfach vor allem! Was nun ebenfalls zunehmend zum Problem wird sind unsere seit dem Start durchweg völlig durchnässten und komplett unterkühlten Füße, wobei die Kälte ja eher "schmerzlindernd" wirkt.
Remstal Spendenultra 2013 - 130

Gegen 16:30 Uhr Uhr klingele ich dann wieder beim Team durch, um sie "auf uns vorzubereiten". Etwa 45 Minuten später treffen wir dann auch dort ein, Heubach ist erreicht und wir haben etwa 92 Km geschafft! Im Caravan wird dann ein Wort geboren, über das ich erst einmal lachen muss: Pumakäfig! Doch als ich den Grund dafür erfahre und in den "Geburtsort" gehe, nämlich die kleine Toi im Caravan, wird mir schnell klar, warum man auf dieses Wort gekommen ist! Hier werden nämlich getragene Kleider und Schuhe verstaut und zum trocknen aufgehängt - jo, eine Mischung aus Schweiß, Ammoniak (von der Fettverbrennung), Schnee, uvm....riecht DAS GEIL!!
Doch nun steht die zweite Nacht bevor, vor der sowohl ich als auch Georg bammel haben. Ich noch etwas mehr, da ich furchtbare Angst vor der verdammten Kälte habe, sind doch sage und schreibe bis zu -12 °C gemeldet! Entsprechend ziehe ich mich auch anders an und packe zusätzlich noch 2 Langarmshirts und eine Jacke drunter bzw. drüber. Schnell noch etwas essen, trinken, alles wieder auffüllen, die Batterien am Garmin tauschen, den GPS-Empfänger vom Polar an den mobilen Powerakku hängen und weiter geht´s. Nach fast 45 Minuten Pause setzen wir uns wieder in Bewegung, auf in die sechste Etappe nach Mögglingen. 21 Km warten darauf, von uns in Angriff genommen zu werden. Mit dabei sind jetzt noch Lars Sommerkind und Jimmy Alves Gomes Frazao. Die Stimmung ist prächtig und von Müdigkeit bis jetzt noch nichts zu spüren. Es geht gleich mal knackig hinaus auf den Rosenstein, von dem aus wir einen grandiosen Blick auf Heubach genießen dürfen! Welcher Couchpotato bekommt soetwas schönes schon zu sehen? Gut das wir Läufer sind...

Remstal Spendenultra 2013 - 134

Es geht weiter über den Rosenstein einen Abstieg entlang, vor dem uns Steffi schon gewarnt hatte. Kein Wunder, denn der hat es absolut in sich! Man man, das Ding hat echt schon etwas von einem Klettersteig! Aber auch das schaffen wir, wenngleich es uns unglaublich viel Zeit gekostet hat - aber - Sicherheit ging hier absolut vor! Unten angekommen geht es wieder "normal" weiter. Ach ja, ab dieser Etappe habe ich nun doch die Lekis mit dabei, zu gefährlich wäre es ohne! Aus Angst vor der Müdigkeit und dieser Nacht ziehe ich jetzt meine Geheimwaffe und schlucke alle 60 Minuten im Wechsel je ein Maxinutrition Vipergel und Riegel (stark koffeinhaltig), zu groß ist meine Befürchtung während des laufens glatt einzuschlafen! Echt geil das Zeugs, kenne ich ja schon vom KoBoLT und hat mich auch dort durch eine schwierige Nacht gebracht!
Remstal Spendenultra 2013 - 136
Remstal Spendenultra 2013 - 137

Wir sind wieder wild am quatschen und wie soll ich sagen - schwupp hat diese Nachlässigkeit wieder Konsequenzen! Bei Km 95 verpassen wir einen Linksabzeig und gönnen uns erstmal wieder einen Extrakilometer, so ein Mist, mein zweiter Fehler bisher! Glücklicherweise bemerke ich das aber recht schnell, sodass wir flux wieder umkehren und den korrekten Weg nehmen. Jetzt haben wir alles zusammen schon 4 Extrakilometer auf dem Bockel, und das nur wegen mir, Mensch Steffen, reiß dich verdammt noch mal zusammen! Das DARF dir nicht nochmals passieren. Ich berede mich kurz mit Georg und wir sind uns eigentlich schon jetzt darüber einig, in Stuttgart den direkten Weg ins Olgäle, also ohne die Extraschleife zu nehmen. Denn, selbst wenn wir uns jetzt, wovon ich absolut nicht ausgehe, nicht mehr verlaufen sollten, kämen wir so ebenfalls auf exakt 250 Km. Aber wie mit so manchem zuvor, von alledem erfährt Steffi erst einmal nichts...Duracellinchen selbst ist nach wie vor sehr gut unterwegs, und das obwohl ihre Knieschmerzen deutlich zunehmen. Kampftier eben. Einzig an das Essen und Trinken müssen wir sie ständig erinnern - wenn das alles ist! Gegen 21 Uhr rufe ich dann die Crew an, um ihr folgendes mitzuteilen: Die ersten 100 Km sind im Sack! Steffi ist überglücklich, zumal wir gerade einmal 21 Stunden unterwegs sind, und das bei diesen Bedingungen, klasse! Damit hätten wir beim Start niemals gerechnet, da dachten wir eher an gute 24 - 26 Stunden für den ersten 100er....auch das motiviert zusätzlich! Nur Steffis Husterei - die machen Georg und mir zusehens Sorgen...ihr einziger Kommentar dazu: "Weiter"! Doch trotzalledem kommen wir recht gut voran, wobei die Wehfindung, man soll es kaum glauben, immer abenteuerlicher wird! Was haben die sich dabei eigentlich gedacht, einen offiziellen Weg so SCHEISSE zu beschildern und vor allem - den Track sehr oft woanders einzuzeichnen als er in Wirklichkeit lang geht? Leute, kommt mal an den Rhein, zum Rheinburgenweg oder zum Rheinsteig, SO WIRD SOETWAS GEMACHT! Bei Km 108 stehen wir wieder vor der Entscheidung, Beschilderung oder Track folgen...nee nee nee, ohne Worte! Ich zoome einmal mehr aus der Karte und wir entschließen uns 200m zurückzugehen und der Beschilderung zu folgen. Ohne Worte, ehrlich! Trotz allem rufe ich gegen 23 Uhr beim Team an, um uns erneut anzukündigen. Um Punkt 24 Uhr halte ich dann mit Steffi kurz an, denn, na, was wohl, hm? Genau, sie hat Geburtstag!! Ich falle ihr in die Arme um unseren Duracellinchen von ganzem Herzen zu ihrem Ehrentage zu gratulieren, was dann wenige Augenblicke später auch all die anderen Mitläufer tun. Gegen 00:05 Uhr laufen wir dann auch am siebten VP in Mögglingen ein, unserem 114. Kilometer, und ich bin völlig durchgefroren! Die sechste und schwerste Etappe ist somit im Sack, YES! 

Remstal Spendenultra 2013 - 010


Remstal Spendenultra 2013 - 028

Dort angekommen verkündet man uns, das sich die Spenden seit unserem Start vor nunmehr über 24 Stunden verdoppelt haben und aktuell bei 6700 € liegen, es ist unfassbar! Das Team um Oliver Harder leistet scheinbar ganze Arbeit, was die Berichterstattung im Internet angeht, anders ist das nicht zu erklären. Und die Crew hat für Steffi sogar einen kleinen Kuchen mit Kerzen organisiert, klasse! Alle gratulieren ihr, was ihr aber irgendwie mächtig auf den Keks zu gehen scheint. Es wird sich gestärkt, die Vorräte aufgefüllt und vor allem, zumindest bei mir, sich ordentlich aufgewärmt. Ebenso versuchen wir, Steffis Knie durch eine leichte Druckmassage in den Griff zu bekommen. Ob´s was gebracht hat werden wir sehen. Auf alle Fälle pausieren wir hier ca. 50 Minuten, ganz schön lange also. Doch bis jeder mal auf der Toi war usw., das dauert halt, zumal Steffi und Georg die Schuhe und die Socken gewechselt haben. Ich selbst habe nur noch ein Shirt mehr angezogen und bin nun so dick aufgeplustert, dass ich den Trinkrucksack kaum noch zu bekomme. Da sich die Füße noch "gut" anfühlen beschließe ich dort nichts zu wechseln....Zu fünft machen wir uns dann auf die siebte Etappe, die über etwa 22 Km nach Schwäbisch Gmünd führt. Da Uwe morgen arbeiten muss, verlässt er uns hier für ein paar Etappen, verspricht uns aber, später wieder dazuzustoßen.

Remstal Spendenultra 2013 - 035

Es geht also weiter, immer weiter, und so langsam macht sich bei Georg und mir wie bereits in der Nacht zuvor erhebliche Müdigkeit breit. Georg ist sowieso momentan nicht gut drauf und bittet mich, ihn für ´ne halbe Stunde mal ganz hinten alleine zu lassen. Ihm geht es mental und vom Magen her absolut nicht so gut und scheinbar braucht er mal eine Auszeit, um mit sich selbst klar zu kommen. Steffi bekommt von alledem nichts mit und so geht es Schritt für Schritt voran. Ihr Knie hat sich übrigens nicht gebessert und auch die Husterei ist der Knaller. Dazu scheinen jetzt noch Schulterschmerzen zu kommen, was mich dazu veranlasst, ihr den Trinkrucksack abzunehmen. Ebenso übernehme ich, wenn sie nicht mehr benötigt werden, ihre Stöcke, damit sie sich ganz auf sich selbst und das Vorankommen konzentrieren kann. Bei Km 120 gibt es erneut einen kleinen Verlaufer, den ich aber bereits nach wenigen Metern bemerke, was ein Glück! Gegen 3:15 Uhr ist es dann soweit, ich rufe erneut das Team an um folgendes vom Stapel zu lassen: BERGFEST, die Hälfte ist geschafft, ab sofort wird runtergezählt! Steffis einziger Kommentar, inklusive einem breiten Grinsens: Was einmal geht geht auch zweimal.....ok!!
Georg hat sich scheinbar wieder gefangen, hat allerdings auch erste Sekundenschläfe für diese Nacht - genau wie ich. Es fällt uns zunehmens sehr schwer, die Augen offen zu halten und vor allem, uns weiter zu konzentrieren. Wir schieben uns ordentlich Koffein hinein (ich erhöhe die Viperdosis nun auf alle 40 Minuten je Gel/ Riegel) und versuchen irgendwie durch diese zweite Nacht zu kommen. Bloß nicht einschlafen, bloß nicht verlaufen und erst recht nicht stürzen, das sind meine einzigen Gedanken. Unterwegs beschließen wir beim nächsten VP gut zu essen, ordentlich zu trinken und für etwa 5 - 10 Minuten zu schlafen. Dies gebe ich auch gleich telefonisch durch, damit das Team einen halbwegs vernünftigen und ruhigen Platz finden kann. Länger wollen wir nicht ruhen, um kein zumachen der Beine zu riskieren. Weiter geht´s, noch gute 11 Km bis dorthin, WENN wir uns nicht wieder verlaufen. Meine Augen wollen einfach nicht offen bleiben und ich schiebe mir zusätzlich noch einen Activator von Sponsor rein...der scheint dann auch tatsächlich zu wirken! Gegen 4 Uhr ist das gröbste für diese Nacht scheinbar überwunden, zumindest bei mir. Steffi geht es zunehmend schlechter und auch sie hat ausser mit dem Knie und dem Husten ebenfalls mit der immensen Müdigkeit zu kämpfen. Von der Kälte rede ich erst gar nicht....mir ist es unbeschreiblich kalt und ich bibbere am ganzen Körper, und das obwohl ich sowohl vorne als auch hinten einen Rucksack habe und mit den Armen ordentlich arbeite (um den Puls hoch zu treiben)...doch das alles scheint nichts zu nutzen. Kalt, eiskalt, sibierisch kalt, zum verrückt werden....Wir schleppen uns weiter voran, und ich fluche wie ein wilder über meinen Trinkrucksack, da mir dort ständig das Kunststoffmundstück einfriert. Da nutzt es auch nichts, den Schlauch immer wieder leer zu pusten, sprich, das Wasser aus dem Schlauch in die Blase zurückzudrücken, denn ein paar Resttropfen bleiben immer und die frieren mir dann das verdammte Mundstück zu! Shit...Steffi hingegen kämpft mit ihrem langsam beginnenden Ekel gegen Gels und Riegel, sie kann das Mistzeugs einfach nicht mehr ab....komisch, geht mir genauso. Wobei eines trotzdem immer besser funktioniert: Alle 40 Minuten halten wir an, Steffi streckt uns ihren Rucksack hin, wir holen das, was sie essen soll raus, geben es ihr und sie isst es schön brav. Ach ja...Was sie nicht alles so tut um das Ziel zu erreichen! Auch auf Kartoffeln haben wir keinen Bock mehr, und so rufe ich gegen 5:30 Uhr beim Team an, um uns Nudeln mit Sauce zu bestellen. Wenn wir DIE nicht hätten....Doch als wir in Schwäbisch Gmünd ankommen finden wir sie nicht, entweder ich habe sie bei der Standortbeschreibung nicht richtig verstanden oder wir haben sie übersehen. Wir schauen links, wir schauen rechts, nichts! Gibt´s doch nicht, so eine Scheisse! Ob sie etwas ausserhalb stehen....Wir gehen weiter, einen höllischen Anstieg hinauf und - Mensch, Mensch, Mensch, vor lauter Crew suchen wieder verlaufen! Ich zoome aus der Karte und stelle fest - 500 Meter zurück und viel schlimmer - fast den ganzen Anstieg wieder runter! Aber es geht nicht anders, sonst kämen wir absolut nicht mehr auf diesen verdammten Höhenweg. Und, wie soll ich sagen - wir hatten ja fast gar keine Chance den Weg zu finden, also noch beschissener kann man ein Schild nicht anbringen, KEINER von uns hat es gesehen und der Weg geht auch nur ganz leicht links von dem den wir fälschlicherweise gegangen sind zwischen Reben und einem Gartenzaun entlang - sorry, die haben sie ja wohl nicht mehr alle! Und wo die das Schild angebracht haben....nä, ich sag jetzt besser nichts, sonst vergesse ich mich noch. Und auf dem Garmin sind solche Vergabelungen nur sehr schwer zu sehen, erst nach 1-200 Metern ist das zu erkennen, wenn die Wege sich eben weit genug voneinander entfernen....ich könnt kotzen! Gut, hilft ja nichts, wir gehen weiter, sind fix und alle, kämpfen uns erneut den Ansteig (diesmal aber richtig) hoch und - vom Team nichts zu sehen! Und jetzt? Ich beschließe, dass wir vom Waldweg ab auf eine Straße mit Namensschild gehen und dann das Team anrufen, damit sie zu uns kommen können. Ach ja, zwischenzeitlich wird es auch schon wieder hell....nur recht freuen können wir uns darüber nicht. Ich rufe die Crew an und die wundert sich schon, wo wir so lange bleiben. Ich gebe ihnen unseren Standort durch und etwa 15 Minuten später sind sie dann auch endlich da. Fast eine Stunde sind wir nun herumgeirrt und 31:15 Stunden und 141 Km sind wir jetzt insgesamt schon unterwegs, Wahnsinn! Wir fallen uns in die Arme als hätten wir uns zuvor über Jahre aus den Augen verloren ....
Steffi sitzt kaum im Caravan, gerade noch was gegessen - und - schläft wie eine eins! Ich lasse schnell den Polar-GPS ans Ladegerät hängen, um ihn etwas nachzuladen und schiebe mir derweil ein paar Nudeln rein. Georg und ich sind sowieso noch viel zu aufgewühlt...wir sagen dem Team bescheid uns nach etwa 10 Minuten wieder zu wecken...doch irgendwie...so recht pennen kann ich nicht, 5 Minuten vielleicht, und Georg geht es nicht besser. Doch die wenigen Augenblicke haben gut getan, wir essen ordentlich, trinken wie die Verrückten, tauschen die Batterien am Garmin und unseren Stirnlampen und füllen alle Vorräte wieder auf. Klamotten werden auch noch gewechselt, wobei ich alles so lasse wie es ist. Nach über 70 Minuten geht es dann wieder weiter, also gegen 9 Uhr, ab auf die achte Etappe über gute 19 Km nach Lorch. Und die Crew hat uns schon mal vor einem nicht ganz so ungefährlichen Abstieg gewarnt, für den es aber scheinbar keine Ausweichroute gibt. Also gut, auch das werden wir noch schaffen, auch wenn es nochmals allerhöchste Konzentration erfordert. Was uns nicht umbringt .....ja genau!

Remstal Spendenultra 2013 - 139

Was ja der absolute Knaller ist ist die Tatsache, das Michael noch immer mit dabei ist, Wahnsinn! Außerdem ist Jimmy noch mit dabei, sodass wir also ein wunderbares 5er-Grüppchen bilden. Und so langsam zeigt auch der neu erwachte Tag seine Wirkung, kommt doch so langsam wieder neue Kraft in unsere Körper. Und - es hat endlich aufgehört zu schneien. Nur die verdammte Kälte und der eisige Wind bleiben uns weiter erhalten. Ebenso gibt es hier mittlerweile gut begangene und/ oder befahrene Wege, sodass wir nicht mehr all zu oft durch den tiefen Schnee müssen. Auch die Wegfindung ist nun bedeutend einfacher, da die Wege nun wenigstens erkennbar sind.
Remstal Spendenultra 2013 - 140

Und dann, wir können es kaum fassen, kommt doch tatsächlich die Sonne heraus - wunderbar! Die Landschaft sieht aus wie in einem von Grimms Märchen, einfach nur wunderschön. Und nein, wir sind noch lange nicht so kaputt DAS nicht mehr wahrnehmen zu können.
Remstal Spendenultra 2013 - 143

Mensch ist das schön hier!
Remstal Spendenultra 2013 - 144

Doch die Freude hält nicht lange vor, denn, ja was wohl, ja genau, die Wegbeschilderung und der Track, ich könnte KOTZEN! Und was noch viel schlimmer ist, hier wurden scheinbar Baumfällarbeiten durchgeführt (ohne Hinweisbeschilderung oder so, nee, wozu auch?!!?!?), denn der Weg ist übersät mit Baumstämmen, sodass ein weiterkommen unmöglich ist! Haben wir den einen Holzhaufen überstiegen oder haben wir ihn querfeldein umgangen wartet nur wenige Meter weiter der nächste auf uns. Nach etwa 700 Metern beenden wir das Drama.....Ich schaue wieder auf den Garmin und wir beschließen umzukehren, um uns einen anderen Weg zu suchen. Dieser führt mehr oder weniger quer durch den Wald, ständig sacken wir tief im Schnee ein, sehen Wasserläufe nicht, in die wir dann tapsen, stolpern über Geäst, Wurzeln und Steine, es ist der Hammer und einfach nur unbeschreiblich. Aber auch das meistern wir mit Bravur.
Remstal Spendenultra 2013 - 146



Und wenig später ist ein weiterer Meilenstein erreicht - wir haben die 150 Km geschafft, das heißt, es sind "nur" noch weniger als 100 Km! Klasse - wie gehabt rufe ich das Team an, um sie darüber zu informieren. Seit etwas mehr als 35 Stunden sind wir nun schon unterwegs, echt der Hammer! Steffis einziger Kommentar: Cool, 100 Km bin ich schon mal gelaufen, das kann ich"!
Georg und ich rechnen kurz mal durch, überlegen was noch so vor uns liegt und wagen eine erste Prognose, wann wir etwa im Olgäle sein könnten. Wir liegen beide etwa gleich auf und sind uns sicher - es wird unter 70 Stunden sein, also deutlich vor 23 Uhr. Aber sagen tun wir es niemandem...zumal noch viel passieren kann, was wir natürlich nicht hoffen!
Und Steffi - wie ein Uhrwerk - nicht zu fassen! Kein meckern, kein zedern, kein einziges Wort, trotz schwindenden Kräften, höllischen Knieschmerzen und übelstem Husten. Unser Duracellinchen....
Und da ist er auch schon, der gefürchtete Abstieg. Und er ist wirklich nicht so ohne, Stufen die man nicht sieht, steile felsige Kletterpassagen, verdammt rutschige Abstiege, alles mit dabei. Aber wie gesagt, uns hält nichts auf, gemeinsam bahnen wir uns den Weg hinab, sichern uns gegenseitig ab und kommen wenig später wohlbehalten unten an. Und ganz ehrlich? Schön war´s!
Remstal Spendenultra 2013 - 150

Weiter geht es nach Lorch, und zum Glück werden die Wege wieder "begeh- und laufbarer". Apropos laufen, Steffi fällt das wegen ihres Knies immer schwerer, trotzdem versuchen Georg und ich sie immer wieder zum laufen zu animieren, und wenn es nur ein paar hundert Meter sind. Denn durch das lange gehen wird alles steif und die Beine gehen auch nach und nach zu. Also, auch wenn es weh tut - Beine, Gelenke, einfach alles muss ab und an mal ordentlich durchgetreten werden - hilft nichts! Doch Steffi geht es nun leider zunehmend schlechter, die Kräfte schwinden und die Schmerzen sowie der Husten nehmen stetig zu. Georg und ich empfehlen ihr eindringlichst, Obst und vor allem auch Proteine und Fette zu sich zu nehmen, da die Energieversorgung alleine mit Kohlehydraten nicht mehr zu machen ist. Nach etwa 37 Stunden rufe ich beim Team an um uns wie immer "anzumelden" und Hustenlöser, Brötchen, Butter, Käse, kleine Salamis, Ananas und Bananen zu bestellen.
Remstal Spendenultra 2013 - 152

Und dann, um etwa 14 Uhr, nach 38 Stunden und ca. 160 Km haben wir auch diesen erreicht, den 9. VP in Lorch. Steffi ist fertig, hat Schmerzen und kann niemanden sehen. Doch der aktuelle Spendenstand muntert dann doch auf: 8000 €, Wahnsinn! Und überhaupt erneut ein riesen Lob an das Team, welches in sehr kurzer Zeit alles gewünschte besorgen könnte, klasse!! Habe ich den Pumakäfig schon mal erwähnt? Eigentlich will ich da mal auf die Toi, entscheide mich dann aber dazu, lieber im nächsten Wald mich des Druckes zu erledigen...
Hier wird dann auch gar kein großes Tamtam gemacht, kurz die Rucksäcke aufgefüllt, Nudeln, Käse, Salamis, Hustentee, Suppe, aber auch ein dick mit Butter bestrichenes Brötchen, Ananas und Banane reingeschoben und nach "nur" 30 Minuten geht es auch schon weiter - ab auf die nun schon neunte Etappe von Lorch nach Plüderhausen über knapp 16 Km, ab zu Steffis Heimatort!
Doch bevor wir wirklich loslaufen verraten mir Steffi J. und Melanie noch ein Geheimnis, eine Überraschung, über die sich Steffi sicherlich sehr freuen wird....und nicht nur sie! Doch eines ist klar, ab jetzt ist endgültig Schluss mit Lustig, Steffis Kampf zwischen Körper und Geist beginnt...und auch für Georg und mich wird es nicht leichter...
Die Anstiege sind zwar nicht mehr so steil, dafür schwinden Steffi aber leider mehr und mehr die Kräfte. Und die Schmerzen - reden wir nicht drüber. Am übelsten ist aber ihr Husten, sie bekommt bei den Anstiegen immer schlechter Luft und oben angekommen braucht sie Minuten, um ihre Lungen frei zu husten. Ich nehme ihr erneut den Trinkrucksack ab und wir beginnen, sie die Berge hochzudrücken bzw. zu schieben. Der Kampf hat begonnen, ab jetzt ist scheinbar wirklich Schluss mit lustig, jetzt sind Georg und ich voll gefordert!
Was mich angeht so wundert es mich, weiterhin null Kraftprobleme zu haben. Ich laufe weiterhin ab und an ohne jedwedes Problem die Anstiege hoch um "warm" zu werden und alles mal durchzutreten, und das tut mir auch noch immer sehr gut. Doch der Schein trübt, denn auch für Georg und mich (mir fangen jetzt langsam die Schienbeine an weh zu tun) hat jetzt der Kampf begonnen, denn für uns beide wäre laufen jetzt bedeutend besser und leichter als zu gehen, doch Steffi kann nicht, denn bei ihr ist es genau umgekehrt, bei ihr geht laufen gar nicht - welch eine verrückte Situation. Jetzt wäre bei einem normalen Wettkampf der Zeitpunkt gekommen, an dem man sich trennen würde. Doch hier geht das nicht, Georg und ich haben einen "Job" zu erledigen und sämtliche eigene Bedürfnisse und Probleme zu unterbrücken - Punkt! Wir beide brauchen etwas Zeit, um uns mit dieser neuen Situation vom Kopf her klar zu werden. Nur gut das wir noch Jimmy und Michael mit dabei haben, die Georg und mich bei der Fürsorge für Steffi tatkräftig unterstützen. Ich denke Steffi merkt von alle dem nichts und so schleppen wir sie und uns allesamt weiter über die tiefverschneite Landschaft. Es ist weiterhin kalt, eiskalt und der Wind schwirrt uns nur so um unsere Ohren...ich friere bitterlich. Doch die Moral ist weiterhin ungebrochen und der Wille stärker als die Erschöpfung, der Schmerz sowie die Müdig- und Kraftlosigkeit.
Leider erst im dunkeln, nämlich gegen 18:30 Uhr erreichen wir den 10. Verpfegungspunkt in Plüderhausen, Steffis Wohnort. Sie ist völlig fertig und möchte eigentlich nur noch schlafen. Doch hier warten auch viele Bekannte und Freunde (z.B. die Überraschung Milos, der extra für eine Etappe von weit her angereist ist und über dessen Anwesenheit wir uns alle sehr freuen, WAHNSINN!), besonders aber auch ihre Eltern auf sie! Ihre Mutter zieht mich an sich heran und sagt mir: "Ich bin ja so unendlich stolz auf Steffi, was sie hier leistet,....., aber trotzdem, ich habe Angst um sie, versprich mir das du gut auf sie aufpasst, ja?" Ich bin total ergriffen und gerührt und verspreche ihr sie gut ins Olgäle zu bringen, woraufhin wir uns in die Arme fallen....ich bin den Tränen nahe...nach über 42 Stunden und etwa 175 Km gehen die Emotionen mit mir erstmals durch...
Im Caravan wechsele ich dann die Schuhe....welch Qualen! Die Socken lasse ich besser mal an, will ich doch die völlig aufgeweichte wahrscheinliche Einheit von Socken, Haut, Eiter, Blut und Sonstigem besser gar nicht sehen - reicht ja wenn ich all das seit etwa 20 Stunden spüre! Etwa 5 Minuten brauche ich dafür...ganz schön aufgequollen die Flossen! Aber die Schuhwahl (Hokas) war bisher wohl goldrichtig, bin ich doch wegen der extrem breiten Sohle der Laufschuhe nur selten nach links oder rechts weggeknickt. Und, ich ziehe noch ein Langarmshirt, mein letztes, und noch eine Jacke an! Allerdings bekomme ich Schwierigkeiten den Trinkrucksack anzuziehen, was mir nur noch mit Hilfe gelingt - so dick bin ich mittlerweile eingepackt. Doch ich habe höllische Angst vor der dritten Nacht - der Müdigkeit und vor allem der verdammten Kälte!! Habe ich schon erwähnt mitterweile vier Paar Handschuhe anzuhaben?
Nachdem wir uns "Nachtfest" (Batterien getauscht, GPS nachgeladen, Vorräte aufgefüllt usw.) gemacht und Steffi sich einigermaßen gestärkt hat geht es wieder weiter. Unser Supporter Olli sieht nicht mehr ganz so optimistisch aus, Georg und ich versichern im aber, dass Steffi sich sicher wieder fangen und es bestimmt schaffen wird. Eine gewisse Skepsis bleibt allerdings in seinem Gesicht...
Wir aber klatschen uns ab, schwören uns auf die noch verbleibenden Kilometer ein und machen uns auf den Weg, auf die zehnte Etappe von Plüderhausen nach Schornbach über knappe 19 Km.
Remstal Spendenultra 2013 - 154

Mit dabei sind jetzt auch wieder viele Etappenläufer, von Milos mal ganz abgesehen, mit denen man sich wunderbar unterhalten und viel Spaß haben kann. Aber auch ernste Themen werden angesprochen, so führe ich ein etwas längeres Gespräch mit einem Mann vom SWR (der Name will mir nicht mehr einfallen...) über das Thema Spendenläufe, warum, für wen und wie man so etwas aufzieht und welche Möglichkeiten der Spende es dabei jeweils gibt. Er erzählt mir, nie ein richtiger Läufer gewesen zu sein und sich extra für diese Aktion hier erst frisch mit Laufklamotten und Schuhen bei Decathlon eingedeckt zu haben - total verrückt! Unbedingt wollte er hier mit dabei sein, sehen und erleben, was das für Menschen sind, die sich so für andere einsetzen. Na da ist er hier ja genau richtig ;-)!
Und mit Milos gibt es auch viel zu quatschen, und vor allem, zu lachen! Der Kerl ist einfach der Hammer! Kommt hunderte Kilometer extra wegen Steffi hier her gefahren um ein paar Kilometer mit dabei zu sein, unfassbar. Aber gut, seit dem Spendenlauf für die Bärenherzstiftung letzten Sommer kenne ich ihn ja, einfach ein toller Typ! Allerdings merken Georg und ich auch, dass Steffi zusehens genervt von all den Leuten ist, eigentlich eher ihre Ruhe braucht um mit sich selbst klar zu kommen. Gemeinsam mit Michael organisieren wir das so, dass wir eine Lücke zwischen Steffi und den anderen Läufern (außer Milos) entstehen lassen und den Mitläufern selbst für Fragen und zum babbeln zur Verfügung stehen. Außerdem können wir so Steffi weiterhin bei den Anstiegen - und zunehmend auch bei den Abstiegen unterstützen. Nicht einfach...
Nach etwa 180 Km bemerke ich, dass meine Schienbeine anfangen so richtig zu schmerzen. Shin Splint? Nee, bitte nicht, kann ich nicht brauchen. Mensch Mensch, es sind doch noch gute 70 Km, für die wir sicherlich noch gute 20 Stunden brauchen werden, Wahnsinn, einfach nur Wahnsinn! Wenn ich alleine unterwegs wäre würde ich laufen und das Ding wäre nach 10 Stunden im Sack, aber so....Jammern hilft nix, eigene Schwierigkeiten zählen nicht, also weiter, immer weiter. Auch Georg sah schon besser aus und er erzählt mir von seinen tierisch brennenden Fußsohlen. Wir schwören uns auf alle Fälle GEMEINSAM ZU DRITT ins Olgäle einzulaufen, eine andere Option würde es definitiv nicht geben! Aber Steffi macht uns Sorgen, ihr Knie sticht wie Hölle, besonders bei den steilen Abstiegen, sodass Georg und ich sie ab sofort links und rechts in den Arm nehmen, um ihr Knie zu entlasten, Wahnsinn! Aber Steffi will weiter, unbedingt weiter und kämpft mit sich und den Schmerzen....Georg und ich sind sprachlos über ihren Willen und ihren Kampfgeist! Denn trotz allem, oder vielleicht gerade deshalb, haben wir nach wie vor Spaß und es gibt noch immer viel zu quatschen und vor allem auch zu lachen, gut so!
Die Zeit vergeht, die Kilometer ziehen sich und wir haben ab und an den Eindruck nicht von der Stelle zu kommen. Gegen 2 Uhr rufe ich das Team an, um unsere baldige Ankunft zu verkünden, was sie sehr wundert, da sie uns "so früh" noch gar nicht erwarten würden. Hm, waren wir so schnell? Wie dem auch sei, nach 48:30 Stunden um etwa 00:30 Uhr morgens erreichen wir dann endlich den 11. Verpflegungspunkt in Schornbach - 194 Km sind im Sack - und ich habe höllische Schmerzen an beiden Schienbeinen sowie in den Fußgelenken, na klasse! Wir machen Pause, eine lange Pause, denn auch Steffi geht es echt scheisse! Wir versuchen ihre Beine durch leichte Massage frei zu bekommen. Das Essen ekelt sie nur noch an, bekommt von selbst fast nichts mehr rein, sodass wir sie fast dazu zwingen müssen. Man merkt uns die Strapazen nun allen deutlich an, sehr deutlich sogar. Und Steffis Husten wird ebenso immer schlimmer, sie hat eine fast 20 minütige Attacke, doch leider ohne den erwünschen Erfolg, dass sich auch nur ein kleinstes Teil des Schleimes in ihrem Hals lösen würde. Wir machen uns Sorgen, gewaltige Sorgen, denn der kälteste Punkt dieser Nacht war noch lange nicht erreicht und diese tiefen Temperaturen sind pures Gift für sie. Sie trinkt viel Tee, versucht es auch mit Schleimlöser, doch all das scheint nichts zu nutzen, leider...
Georg und ich essen und trinken viel und beraten uns kurz, ob und wie es weiter gehen soll. Doch Steffi macht uns eindeutig klar - sie macht trotz Husten und Schmerzen weiter! Eine Aufgabe - absolutes NOGO! Unser Duracellinchen...
Es wird alles wieder aufgefüllt, die Batterien nochmals getauscht und der Polar GPS nachgeladen, und als ich aufstehe...oh je, was ist das, meine Fußgelenke sind geschwollen und fangen an steif zu werden. Na toll, DAS wird ja noch was...ich komme als letzter aus dem Caravan und versuche zu gehen - die Hölle! Auch der Crew fällt das auf und auch sie machen sich Sorgen, doch ich wiegle ab und weise darauf hin, dass es hier nur eine Person gibt, um die sich gekümmrt werden muss! Also, weiter! Laufen geht, aber gehen....meine Fresse, noch über 50 Km und bestimmt noch 18 Stunden, ich kann eigentlich nicht mehr gehen und müsste laufen, aber Steffi eben nicht, ...es ist der Hammer! Aber egal, ich finde mich damit ab, wir klatschen uns ab und machen uns gegen 2 Uhr weiter auf den Weg, die elfte und längste Etappe von Schornbach nach Korb über etwa 24,5 Km! Es geht wunderschöne Weinberge hinauf und der Schnee und die Lichter zaubern eine traumhafte Kulisse in die Landschaft. Zwecks Wegfindung und Entlastung meiner selbst laufe ich etwas vorweg - tut das gut! Ich bleibe kurz stehen, schaue mich um, mache die Stirnlampe aus, hole ganz tief Luft und genieße für einen ganz kurzen Augenblick die unbeschreibliche Situation, die wunderschöne Landschaft, die Lichter, die Kälte, den Schnee, es durchströmt mich ein sehr intensives Gefühl des Glückes...
Remstal Spendenultra 2013 - 158

Nur wenige Augenblicke hinter mir kommen dann auch schon all die anderen. Mit dabei Wolfgang Fredrich, Tanija Savic und Uli Kuhn und ein paar andere. Irgendwie sehen die Lichter unserer Stirnlampen in der Dunkelheit verloren aus...Wir sind wieder eine recht große Gruppe, was es aber nicht unbedingt einfacher macht. Denn wieder müssen wir sehen, dass Steffi möglichst ihre Ruhe von den Begleitern hat. Es mag zwar sehr unhöflich erscheinen, allerdings bin ich mir ziemlich sicher (Steffis Gesichtsausdrücke sprechen da Bände!!), dass sie momentan wirklich nicht an einem Vortrag über die vielen Rebsorten interessiert ist, die hier angebaut werden, wirklich nicht. Schlimm ist nur wenn es Menschen gibt, die einfach nicht verstehen wollen, dass es manchmal besser ist, es einfach mal gut sein zu lassen! Nein, immer und immer wieder wird versucht ihr ein Gespräch aufzudrücken - unfassbar, wie kann man nur so wenig Feingefühl haben - Georg, Michael und ich leisten Schwerstarbeit, um ihr einigermaßen Ruhe zu verschaffen. Und an den Abstiegen ist jetzt immer einer bei Steffi, die übrigens zu keiner Zeit um irgendeine Hilfe gebeten hatte und wirklich nur bei den ganz steilen Stücken unsere Hilfe annimmt! Nur gut, das es zunehmends flacher wird. Gegen 4 Uhr rufe ich das Team an: 200 Km sind nach 52 Stunden geschafft, wir haben "nur" noch etwa 50 vor uns!
Remstal Spendenultra 2013 - 160

Auch das Essen fällt Steffi schwerer und schwerer, den sie kann einfach keine Gels und süße Riegel mehr sehen, schon gar nicht die von Powerbar und co.! Ich gebe ihr einen normalen Müsliriegel, den sie recht gut runter zu bekommen scheint! Sind zwar etwas trocken, aber mit Wasser und Tee geht das ganz gut. Gut so, glücklicherweise habe ich noch so um die 10 Stück davon und reserviere sie gleich mal alle für unsere Duracellinchen. Die Zeit verrinnt, und wir werden immer müder...Michael bekommt übelste Hallus, sieht überall im Wald Caravans, und Georg sieht überall Tieraugen. Steffi ist auch völlig alle, und ich, jo, ich sehe überall Holzbänke mit Tischen im Gehölz die es gar nicht gibt, es ist der Hammer! Was mich nur wundert, obwohl uns ständig die Augen zufallen bin ich geistig noch voll da! Uhrzeit, zurückgelegte Kilometer, ungefähre Position, alles immer parat, erstaunlich! Wir quälen uns weiter voran, doch wird die Erschöpfung einfach immer schlimmer, trotz all dem koffeinhaltigen Zeugs, was wir ständig so zu uns nehmen. Nach 206 Km und nunmehr 53:30 Stunden beschließen wir einen Kurzschlaf zu absolvieren, es geht einfach nicht mehr anders. Ich laufe vor um eine geeignete "echte" Bank mit Tisch zu finden. Nur wenige 100 Meter weiter werde ich auch fündig, räume den Schnee von Tisch und Bank und bereite alles für ein Ultrakurzaberintensivschläfchen vor. Wenig später treffen die anderen auch schon ein. Die Etappenläufer werden instruiert, uns, um bei -11 °C nicht völlig auszukühlen, nach maximal 5 Minuten wieder zu wecken und um selbst nicht auszukühlen, in Bewegung zu bleiben und den Weg ständig auf und ab zu gehen. So machen wir es dann auch, Georg, Steffi Micha und ich sitzen kaum auf der Bank und sind quasi sofort im Land der Träume...aus dem wir dann alsbald auch schon wieder hart aber bestimmt gerufen werden. Man hat das gut getan, die zweiten 5 Minuten Schlaf seit wir unterwegs sind, also in über 53 Stunden! Und berücksichtigt man, dass wir ja um 00:03 Uhr morgens gestartet und da schon 18 Stunden wach waren, so sind das 10 Minuten Schalf in nunmehr 71 Stunden, WAHNSINN!! Und wir haben ja noch ein wenig was vor uns...wobei, es ist ja "nur" noch ein Marathon!!!
So schön der Schlaf auch war, so sehr haben die wenigen Minuten ausgereicht uns völlig auszukühlen, es ist der Hammer! Wir stehen auf und setzen uns sofort wieder in Bewegung, doch ich, und auch Steffi Micha und Georg, bibberln wie verrückt. Es ist so unglaublich kalt....die Hände beißen....ich kann es einfach nicht beschreiben, ich bin ein einziger Eiszapfen. Auch meine Lippen beginnen von der Kälte anzuschwellen und aufzuplatzen, da nutzt auch kein Labello etwas. Aber was hilft´s?

Remstal Spendenultra 2013 - 162

Ich laufe wieder etwas vor, renne wie ein Idiot um warm zu werden, was mir aber einfach nicht gelingen will. Wie auch...bei einem Puls von 76....da bleibt die körpereigene Heizung einfach abgeschaltet. Wir kommen weiter gut voran und die Stimmung steigt, als die ersten Sonnenstrahlen am Horizont erscheinen! Auch die dritte und mit Abstand kritischste und brutalste Nacht haben wir überstanden, und was hatten wir Angst diese nicht zu überstehen. Doch, mit den Leuten, mit dem geilen Team geht einfach alles!
Die Wegfindung bleibt weiter schwierig, sodass ich noch immer mit dem Garmin den Leitwolf spiele .Ich laufe immer bis zum nächsten kritschen bzw. unklaren Punkt und warte dort auf die anderen. Das hat für mich auch den Vorteil, mich um meine Füße kümmern zu können, die mittlerweile so schmerzen, dass es fast nicht mehr auszuhalten ist. Beide Gräten und vor allem aber auch die Sprunggelenke sind mittlerweile so geschwollen, dass ich die Schnellspannschuhbändel schon seit längerem immer etwas gelockert habe und diese nun bereits am maximalen Öffnungspunkt angelangt sind, total bekloppt. Ich stelle fest das mir die Kälte hier weiterhilft und schiebe mir ständig Schnee und Eis in die Schuhe und auf die Gelenke (in die oberen Socken), was die Schmerzen etwas betäubt. Ich versuche mir nichts anmerken zu lassen und verrichte weiter meinen "Job".
Nach etwa 212 Km und gut 55 :30 Stunden geht es einen Abhang hinunter, bei dem es uns fast alle auf die Schnauze haut! Komischerweise regt uns das gar nicht auf, ganz im Gegenteil, wir haben sogar unseren Spaß dabei, verrückt. Die Stimmung bleibt weiter gut, Steffi ist weiterhin ordentlich Müsliriegel und so arbeiten wir uns weiter voran. Überhaupt scheint sie sich wieder zu fangen, mal von den Knie-, Schulter-, Rücken-, und sonstigen Schmerzen ganz abgesehen. Kein Jammern, kein Jomern, keine Klagen, nichts, stark die Frau! Nach 217 Km und etwa 57 Stunden sind wir auf dem Aussichtsplateau oberhalb von Korb und sind von der dortigen gigantischen Aussicht hin und weg! Und wiedereinmal wird uns klar welches Privileg es ist, Läufer zu sein und so etwas genießen zu dürfen, toll!

Trotz allen Strapazen - Gute Laune haben wir immer und lachen geht sowieso!
Remstal Spendenultra 2013 - 166


Klasse Ausblick auf Korb und die Umgebung - sogar Stuttgart ist schon zu sehen!
Remstal Spendenultra 2013 - 167

Nicht so toll ist, das Steffi immer heftiger husten muss, ihre Lungen und Bronchien mehr und mehr zu machen - sie pfeift wirklich aus dem letzten Loch! Umso mehr kommen Michael, Georg und ich aus der Bewunderung für unserer Duracellinchen nicht mehr heraus, welch ein Wille, welch ein unbändiger Kampfgeist, welch eine Schmerzresistenz! Trotzdem machen wir uns Sorgen um sie und sind froh das uns das Supporterteam, das ich gerade anrufe um unser baldiges Ankommen in etwa 45 Minuten anzukündigen meldet, das am nächsten, unserem vorletzten und elften VP Prof. Dr. Bielack auf uns wartet. Ich gebe durch das dieser sich doch bitte Steffi mal kurz anschauen soll....und bestelle außerdem PIZZA! Ja, PIZZA, schön mit KÄSE, SALAMI und TOMATENSAUCE! Boah haben wir von dem anderen Zeugs die Faxen dicke...Die Crew teilt mir außerdem mit, den Weg "speziell" markiert zu haben - ich bin gespannt! Gut ist, dass es ab hier bis zum VP bis auf einen kleinen Anstig fast nur bergab geht. Wobei Steffi schon die kleine Steigung völlig fertig macht. Sie ist von der kleinesten zusätzlichen Anstrengung schon völlig außer Atem...und kämpft und kämpft und kämpft...und ich weiche nicht von ihrer Seite.
Georg versucht derweil mal wieder, ich muss es leider so sagen, uns eine nervende Etappenläuferin, es ist die gleiche die uns schon die Rebsorten näher bringen wollte, vom Hals zu halten. Steffi will eigentlich nur noch mit ihrer "Stammbegleitung" zusammen sein und hat absolut keine Nerven mehr für irgendetwas anderes drumherum. Aber es gibt Leute, die das einfach nicht raffen wollen und scheinbar null Verständnis für Steffis momentanen Zustand haben! Ein Beispiel von unzähligen: Steffi muss mal für kleine Mädchen, ich gehe voran (aber immer nur so weit, um ihr, wenn nötig, helfen zu können), um sie in Ruhe (es braucht ja auch immer bis sie immer ihr ganzes Zeugs aus und dann auch wieder an hat) ihr "Geschäft" machen zu lassen und aufzupassen, das niemand kommt. Und wie soll ich sagen, ständig kommt dann diese eine Person zurück und will doch tatsächlich noch an mir vorbei zu Steffi und fragt mich so beim gewollten, aber von mir mit Bestimmtheit verhinderten vorbeigehen : Kann ich helfen, soll ich nach Steffi schauen....? Man, sorry, ich habe ihr das glaube ich schon 20 mal gesagt, ALLES IST GUT, DANKE!! Und wieder fordere ich sie auf, einfach mit den anderen schon mal zum VP zu marschieren, aber hey, die rafft es einfach nicht! Man, unfassbar! Steffi ist auf gut Deutsch gesagt mächtig angepisst, hat mehr wie genug mit sich selbst zu tun und zu kämpfen und bittet mich, das Team darüber zu informieren, auf den letzten beiden Schlussetappen, so leid ihr das auch tut, keine Etappenläufer mehr zuzulassen und den bereits zugesagten höflich aber bestimmt abzusagen. Gesagt getan rufe ich die Crew an, die natürlich vollstes Verständnis dafür hat. Was hat Steffi doch für ein absolut geniales Team...

Remstal Spendenultra 2013 - 038

Gegen 09:40 Uhr ist es dann soweit, ohne die "spezielle" Markierung gesehen zu haben (die war ein Weg nebenan, soviel zu der tollen Remstal-Höhenwegbeschilderung!!) treffen wir unter riesigem Beifall schneller als vom Team erwartet nach rund 218 Km und 57:30 Stunden am elften Verpflegungspunkt am Schützenhaus in Korb ein. Der Chefarzt des Olgäle, Prof. Dr. Bielack ist auch da, schaut sich Steffi an, befragt sie ein wenig und meinst nur: "Den Rest schafft sie auch noch"! Georg und ich sind beruhigt, und wie!!
Wir gehen in den Caravan und, YES, die PIZZA ist da!! Wir fallen über sie her als hätten wir seit Wochen nichts mehr zum Essen bekommen und die Stücke gehen runter....ich kann es nicht beschreiben. Es ist für uns alle wie Neujahr, Ostern, Pfingsten und Weihnachten zusammen, Fett, Eiweiss, Salz, boah ist das lecker! Mal was anderes wie dieses beschissene süße Zeugs...Als uns die Crew vom aktuellen Spendenstand informiert stockt uns fast der Atem: Über 11.000 €, unfassbar, na wenn DAS nicht nochmals motiviert!

Remstal Spendenultra 2013 - 170

Wir fressen auf Deutsch gesagt wie die Scheunendrescher und greifen auch bei Salami, Käse, Salzstangen, Nüssen, ach einfach bei allem (außer bei Gummibärchen) ordentlich zu. Und wir behandeln nochmals Steffis Knie und kneten nochmals vorsichtig ihre Beine durch. Olli meint nur, sie sehe jetzt bedeutend besser aus als noch in der Nacht - gut so!

 

Remstal Spendenultra 2013 - 171

Als wir auch unsere Rucksäcke wieder mit Vorräten und alle benötigten Geräte nachgeladen haben (wir nehmen soviel mit, das wir im Prinzip ohne zusätzliche große Pause durchlaufen können), gehen wir wieder raus. Dort verabschieden wir uns von den Läufern, die uns bis hier hin begleitet haben und von denjenigen, welchen wir "abgesagt" haben und bedanken uns für ihr Kommen und ihre Unterstützung - es bringen ALLE Verständnis dafür auf, das Steffi ab hier nur mit der Stammcrew unterwegs sein möchte. Optimistisch und weiterhin gut gelaunt machen wir noch ein Gruppenbild! Auch Lars verlässt uns hier, der Mann, der über zwei Nächte mir dabei war und bei dem ich mich an dieser Stelle für seine tolle Unterstützung ganz herzlich danken möchte! Great Job!

Remstal Spendenultra 2013 - 046

Nach etwa 60 Minuten machen wir uns dann wieder auf den Weg, auf zur zwölften Etappe von Korb nach Neckarrems (etwa 15 Km), "nur" noch insgesamt etwa 32 Km liegen vor uns! Steffi rüstet jetzt auf und zieht den MP3-Player auf. Sie braucht Ablenkung von ihren Schmerzen...Mit dabei sind jetzt nur noch Michael (er ist der Knaller, hat mittlerweile selbst weit über 130 Km absolviert, sein Maximum, nur zur Erinnerung, war zuvor ein Marathon!!), Georg und ich.
Remstal Spendenultra 2013 - 048

Es geht wieder in die Weinberge, wo doch glatt, ich weiß nicht zum wievielten male, ein Fotograf von irgendeiner Zeitung auf uns lauert. Und überhaupt ist das Medieninteresse gigantisch! Mal von dem lokalen Fernsehsender am Start ganz abgesehen, berichten mittlerweile mehrere Radiosender live über diese Aktion und darüber, wo wir ungefähr gerade jeweils sind, verrückt, total verrückt! Und immer wieder treffen wir auf Leute, die uns auf diesen Spendenlauf ganz geziehlt und bewusst ansprechen, teilweise extra schon länger auf uns warten und uns zusätzliche Spendengelder in die Hand drücken, es ist der unbeschreibliche Wahnsinn! Und auch das motiviert ungemein! Spätestens jetzt ist klar, welch super gute Arbeit Steffis Leute im Hintergrund seit Stunden und Tagen leisten, WELTKLASSE!
Remstal Spendenultra 2013 - 172

Wir ziehen weiter und weiter, Schritt für Schritt, immer mehr unserem Ziel entgegen. Georg scheint es zwischenzeitlich wieder etwas besser zu gehen, was Michael nicht von sich behaupten kann. Er überlegt sich am Ausgang eines Waldstückes vom Team abholen zu lassen, da wir dort aber keinen Netzempfang haben, zieht er notgedrungen mit uns weiter. Und ich, boah, reden wir nicht drüber! Es ist schlichtweg die Hölle, es sind Schmerzen, wie ich sie in meinem ganzen Leben noch nie zuvor hatte, unbeschreiblich, mörderisch! Laufen ginge, nur gehen nicht. Nur Steffi kann nicht laufen....ach das hatten wir schon....Und verdammte Scheisse, es sind noch knapp 30 Km und etwa 8 - 9 Stunden bis ins Olgäle, eine kleine Ewigkeit, wie soll ich DAS nur aushalten? Normalerweise würde ich beissen und wäre in spätestens 4 - 4:30 Stunden drin, aber so....ich könnte heulen...Ständig schiebe ich Schnee und Eis in die Schuhe und auf die Gelenke, die mitterweile übrigens komplett versteift sind, tierisch knirschen und sich nur noch wenige Millimeter bewegen lassen, nee nee nee...
Remstal Spendenultra 2013 - 174

Aber es geht weiter, immer weiter und ich versuche mich so zu geben, das Steffi von alle dem nichts mitbekommt. Sie ist es, die wir hier ins Ziel bringen müssen, koste es verdammt noch mal was es wolle!
Mit dabei sind jetzt auch wieder Uwe und Lars, worüber ich sehr froh bin. Somit sind wir von nun an also wieder mit 6 Leuten unterwegs, prima! Was wir aber glücklicherweise schon sehr sehr lange nicht mehr hatten sind Verlaufer in jedweder Hinsicht! Allerdings liegt das nicht an der nun besser beschilderten Route oder dem besser zu scheinenden Track, sondern schlicht und einfach an der hohen Konzentration und mittlerweile auch Routine, was den Umgang mit dem Garmin anbelangt. Also in dieser Hinsicht bin ich bis jetzt echt stolz auf mich, ist es doch bei den bis jetzt etwa 4 - 5 Extrakilometerchen, und das bei über 220 Km und diesen Bedingungen, geblieben. Aber gut, noch sind wir ja nicht da ;-)! Und genau hier nehmen wir auch die letzte nennenswerte Steigung in Angriff und haben somit laut Polar etwa 6100 Hm im Sack, Wahnsinn. Ich rufe die Crew an und gebe die Erstellung einer Karte auf direktem Wege von der Remsmündung, also dem letzten VP am Remseck, bis ins Olgäle in Auftrag. Wenig später geht es in Höhe von Schwaikheim über die B14 in eine Senke, wo wieder einmal Passanten auf uns warten, uns mitteilen, wie begeistert sie von Steffis Aktion sind und uns ganz sponan, natürlich gegen ein Erinnerungsfoto, eine weitere Spende überreichen. Wir sind fassungslos, wieviele Leute von diesem Spendenlauf wissen, echt! Als wir aus der Senke wieder draußen sind treffen wir nochmals auf die "Spender", die uns alles alles Gute für den Rest der Strecke wünschen und uns ganz herzlich verabschieden. Was man hier nicht so alles erlebt, unglaublich!
Doch so schön das hier auch alles ist, so sehr habe ich momentan mit mir selbst zu kämpfen. Ich laufe etwa 500 Meter vorneweg, suche mir eine Bank und setze mich nach etwa 225 Km und 60 Stunden erstmal hin. Ich fühle mich, als sei für mich alles vorbei, die Füße selbst schmerzen ohne Ende, ich habe das Gefühl jeweils eine riesige Blase über die gesamte Fußsohle hinweg je Fuß zu haben, und die Sprunggelenke, das Schienbein, es ist schlichtweg der Wahnsinn. Jeder Schritt ist wie auf Messern und die Gelenke und die Schienbeine fühlen sich an, als würde mir jemand ganz fest die Hoden zusammenpressen, unbeschreibliche Schmerzen. Es ist so schlimm, dass ich mittlerweile eine Art Schüttelfrost habe, unfassbar, mich schüttelt es am ganzen Körper....
Ich ziehe die Schuhe aus, was mir nur mit Mühe gelingt, da alles so extrem geschwollen ist, und stelle beide Füße direkt in den tiefen Schnee. Bis zu den Knien hin brennt und pulsiert einfach alles, es ist unbeschreiblich. Beide Gelenke sind jetzt fest und steif und knirschen ohne Ende. Ich bin an einem Punkt angelangt, an dem ich noch niemals zuvor in meinem Läuferleben war, trotz all der Erfahrung. Alles, wirklich alles, was ich zuvor jemals erlebt habe, ist gegen das hier absolute Pillepalle und nicht zu vergleichen. Fußsohlenbrennen bei der TTdR mit all den Kreislaufproblemen, gigantische Hitze und unzählige Blasen beim Thüringen Ultra, wunde und blutige Füße beim 24er in Reichenbach - alles nichts gegen das Ding hier. Mir gehen tausend Dinge durch den Kopf und ich weiß nicht, wie ich das noch aushalten kann und soll und vor allem, wie ich hier ins Olgäle kommen und vor allem Steffi dabei weiter unterstützen soll. Ist hier für mich Schluss, werde ich hier zu Steffis Behinderung und Last? Wenn dem so ist wäre es definitiv besser auszusteigen....
Während ich so grüble schießen die anderen zu mir auf und sehen, wie scheisse es mir geht. Sie sind alle bemüht um mich, Jimmy, Uwe, Micha, Georg und Steffi. Ich sage ihnen aber, dass sie um Himmelswillen weiterziehen und sich nicht um mich, sondern weiterhin um Steffi kümmern sollen. Sie ist es, die unbedingt ins Ziel gebracht werden muss, nicht ich. Außerdem geht es ab hier nur noch durch eine Siedlung und dann direkt an der Rems entlang bis nach Remseck, sodass die Wegfindung absolut unproblematisch und auch ohne mich machbar ist. Ich mache ihnen klar, dass hier und jetzt der Zeitpunkt für mich gekommen ist, an dem ich eine Auszeit dringend brauche. Georg bleibt noch einen Moment stehen - unsere Blicke treffen sich, und er versteht, dass ich mich jetzt einfach mit mir selbst beschäftigen muss, ein paar Minuten für mich selbst brauche - und zieht wortlos, aber mit vollstem Verständis weiter. Er weiß genau was jetzt in mir vor geht...
Das schlimme ist ja das, das ich eigentlich körperlich, geistig (also von der Wachheit und dem Denkvermögen her) und kräftemäßig absolut super und top drauf bin - wenn - ja wenn da der verdammte Mist unterhalb der Knie nicht wäre. Ich bin mental am absoluten Nullpunkt angelangt, tiefer geht es nicht und ich weiß, das sich hier und jetzt alles entscheidet. 
Ich sitze bestimmt 15 Minuten hier, hole alle Tricks der Motivation aus der Hinterkammer und versuche wirklich alles, aus dieser Krise herauszukommen. Aber ich habe erhebliche Zweifel und vor allem Angst vor Stuttgart, wenn es kein Schnee zum kühlen und zum lindern der Schmerzen gibt, weil dort alles geräumt ist. Schon verdammt oft habe ich Schmerzen akzeptiert, mich ihnen hingegeben, sie akzeptiert, weitergemacht. Doch dies hier und heute ist eine andere Dimension. Sollte hier und jetzt mein erstes DNF sein? Sollte ich hier und heute als Steffis Begleiter versagt haben? Ist hier und heute mein Körper stärker als mein Geist? 
Ok Steffen, du hast es Steffi selbst und vor allem auch Steffis Mutter versprochen auf sie aufzupassen und sie sicher ins Ziel zu bringen, du hast also noch einen Job zu erfüllen, du musst weiterhin für Bild- und Videomaterial sorgen, du bist für den vollständigen GPS-Track (von der Polar) verantwortlich den wir u.a. als Beweis ins Internet stellen wollen, wir haben es uns als Team geschworen GEMEINSAM ins Ziel zu kommen, Steffi und Co haben ohne dich momentan weder GPS noch Handy dabei was gar nicht geht, du hast NUR noch 25 Km vor dir für die du maximal noch 7 Stunden brauchst, die verdammten Schmerzen hast du jetzt sowieso, egal ob du hier aufgibst oder nicht, den anderen geht es sicherlich auch nicht besser, ....(alles schreibe ich hier nicht was ich mir noch so alles gedacht habe)...,REIß DICH VERDAMMT NOCHMAL ZUSAMMEN DU WEICHEI, NIMM DIE BEINE IN DIE HAND UND STEH AUF UND KÄMPFE ENDLICH!
Etwa 5 Minuten später bin ich wieder auf der Piste...laufend! Doch die anderen sind schon weit voraus...
Auch ich komme nun an das Ufer der Rems, womit mir klar ist, nur noch etwa 5 Km bis zum zwölften und letzten Verpflegungspunkt und somit nur noch 20 Km bis ins Olgäle vor mir zu haben!
Remstal Spendenultra 2013 - 176

Ich versuche immer etwa 800 Meter zu laufen und dann 200 Meter zu gehen, was mir recht gut gelingt. Auf diese Weise ist der Schmerz immer etwas anders und auf etwa die gleich lange Zeit verteilt. Die Landschaft ist hier ebenfalls wunderschön - ja, trotz allem habe ich dafür noch ein Auge. Doch der Weg ist hier sehr schwerlich, gilt es doch tiefe Matschpassagen über einige Kilometer hinweg zu überwinden. Und auch nach 30 Minuten ist von den anderen nichts zu sehen. Ich bekomme Panik - haben die sich doch verlaufen, oder haben sie den 2. Frühling bekommen und sind mir nun soweit voraus, dass ich sie nicht mehr einholen kann? Ich erreiche Neckarrems - und noch immer, nichts von den anderen zu sehen. Ich gehe zügig weiter, immer dem GPS-Track entlang, überquere die Rems, den Neckar und stehe plötzlich gegenüber der Remsmündung an einem Busbahnhof, hier endet der Remstal-Höhenweg - und von den anderen und der Crew - nichts zu sehen, shit...
Ich rufe das Team an, welches mir sagt, etwas neben der Strecke zu stehen und das die anderen vor ein paar Minuten von hier aus zur letzten und 13. Etappe gestartet sind. Scheisse, ich bin ziemlich alle, habe ich doch die letzten 8 Km ziemlich Gas gegeben um verlorenen Boden wieder gut zu machen und bräuchte ich doch unbedingt etwas zum trinken und essen...vor allem aber etwas mit ordentlich Koffein! Und noch viel wichtiger - ich brauche eine Karte, denn ab hier habe ich keinen Track mehr auf meinem Garmin, also schon, aber nicht den mit dem kürzesten Weg ins Olgäle. Im gleichen Augenblick sehe ich Steffi, Georg, Micha, Uwe und Jimmy den Weg entlang marschieren....sie sehen mich und ich winke sie nur weiter. Uwe bleibt allerdings bei mir....Doch die Crew ist der unbeschreibliche Hammer, fragt kurz wo ich bin und kommt wenig später mit dem von mir gewünschten bei mir vorbei! Ich könnte sie alle knutschen! Mir fällt ein Stein vom Herzen...allerdings...haben sie leider keine Karte für mich, Scheibenkleister! Die einzige existierende Karte hat Jimmy....Und jetzt? 
Das alles hat etwa 10 - 15 Minuten gedauert und mir schweifen nur so die Gedanken durch den Kopf. Ich weiß, das der schnellste Weg etwa 5 Km am Neckarufer entlang führt, dann allerdings in die Stadt hinein geht. Ich, ähm wir, also Uwe und ich, müssen sie also bis zu diesem Punkt eingeholt haben, sonst würde das mit dem gemeinsamen Finish nichts mehr geben. Ich nehme alles was ich habe in die Hände, frage Uwe kurz ob er etwas gegen "Gejomer und Gestöhne" hat, was er glücklicherweise verneint, und laufe los! Nicht sehr schnell, aber wir laufen, in einem etwa 7:30er Tempo. Zu diesem Zeitpunkt ist es etwa 14:30 Uhr. Ich stöhne, schnaufe wie eine Dampflok, habe wieder Schüttelfrostattacken, doch Steffi und Co sind einfach nicht zu sehen. Scheisse...ich habe Jimmys Handynummer nicht, und Steffi, Micha und Georg haben ihres natürlich nicht mir dabei...doch dann kommt Uwe! Bleib ruhig, ICH habe Jimmys Nummer und rufe schnell mal durch und frage sie wo sie in etwa sind. Sie sind etwa 600 Meter vor uns, sagt er - GEEEIIILLLL! Wir laufen wieder los und etwa 10 Minuten später, kurz vor der Brücke links über den Neckar, nach etwa 237 Km und 63 Stunden, sehe ich Jimmy, und etwas weiter voraus auch Steffi, Micha und Georg! Hammer, absoluter Hammer, nur wenige Augenblicke später und wir hätten uns verloren. Tausend Dank lieber Uwe, dass du dich ab dem Remseck um mich gekümmert hast!! Auf der Brücke schließen wir dann wieder zu Steffi auf, die sich riiiesig freut mich zu sehen - mit leichten Tränen in den Augen fallen wir uns in die Arme und ich entschuldige mich dafür, sie im Stich gelassen zu haben. Sie sagt nur sie hätte vollstes Verständnis und immer an mich und ein gemeinsames Finish geglaubt! Ich schwitze wie ein Ochse, gebe Uwe erstmal meine Jacke ab, wenig später auch meine zweite, mache weiter Bilder und weiche keinen Millimeter mehr von Steffis Seite.
Remstal Spendenultra 2013 - 178

Mir geht es vom Kopf her wieder richtig gut, klar, die Schmerzen, aber scheiss drauf! Sämtliche Zweifel das Olgäle zu sehen sind völlig weggeblasen. Und unsere  Duracellinchen marschiert und marschiert, wie in Trance, immer weiter dem Ziel entgegen. Sie ist zwar völlig am Ende, doch ihr Geist ist deutlich stärker als ihr Körper. Das beweist allein die Tatsache, dass sie sich, nicht zu fassen, tierisch darum sorgt, das wir VOR den magischen und von ihr doch so anvisierten 250 Km schon im Olgäle sein könnten, Mädel, sonst hast du keine Probleme? NICHT ZU FASSEN!! Ich sage ihr, dass sie sich keine Sorgen machen muss und es auf JEDEN FALL reichen wird! Obwohl - könnte knapp werden, doch das sage ich ihr nicht!
Remstal Spendenultra 2013 - 180
Auf den Asphaltwegen ist es stellenweise tierisch glatt, ja zuweilen laufen wir auf purem Eis! An diesen Stellen ist immer jemand an Steffis Seite, um sie zu stützen - nur nicht stürzen, das würde jetzt noch fehlen. Micha ist ebenfalls völlig alle und kann sich auch fast nicht mehr bewegen. Es sieht eher wie ein Entenmarsch aus...wie erbärmlich müssen wir auf andere Passanten wirken......ist aber völlig schnuppe, Hauptsache es geht weiter. Auch er denkt nicht mehr ans Aufgeben und bei Km 240 halte ich den Tross kurz an, um ihm, meinem zweiten Helden dieser Geschichte, ganz recht herzlich zu seinem ersten 100 Meiler, den er hier und heute geschafft hat, zu gratulieren. WIE GEIL IST DAS DENN? Der Mann, der vorher maximal einen Marathon gelaufen ist, unfassbar. Die Crew meldet derweil per Handy bereits im Olgäle zu sein und dort auf uns zu warten.
Remstal Spendenultra 2013 - 050

Und wir, Schritt für Schritt immer weiter...wie gesagt, wie in Trance, völlig weg, nur noch das Ziel vor Augen habend...
Remstal Spendenultra 2013 - 182

Ein letztes mal geht es über den Neckar und ein letztes mal rufe ich das Team an, um ihnen Steffis wohl letzten Kommentar durchzugeben: Wir sind jetzt zum letzten mal über den Neckar und haben noch etwa 9 Km vor uns. Umkehren wäre jetzt echt blöd...
Auf der anderen Seite angekommen dann der Schock: Die Karte zeigt uns den Weg entlang einer stark befahrenen Hauptstraße, alles gut soweit, nur, die hat absolut keinen Bürgersteig! Hä, was ist das denn jetzt bitte? Wir schauen uns die Karte genauer an, telefonieren mit dem Team und stellen fest - in Googlemaps wurde nicht Fußgänger, sondern Auto ausgewählt, na klasse! Die Karte ist für uns also mehr oder weniger nutzlos! Gut, kann passieren, die Crew ist genauso fertig und müde wie wir, shit happens! Und jetzt? Ich hole das Handy raus und schaue dort auf die Karte, wir suchen nach Umgehungsmöglichkeiten und kommen zu dem Ergebnis, dass es diese durchaus gibt, aber erneut etwa 2 Extrakilometer bedeuten würde. Gegen jede Vernunft, ich weiß, entscheiden wir uns doch die Hauptstraße entgegen der Fahrtrichtung entlang zu marschieren. Mensch werden wir teilweise heftig beschimpft...Ok ihr Autofahrer, ihr habt ja Recht, aber wenn ihr wüsstet....! Als wir nach einem guten Kilometer endlich wieder auf einem Fußgängerweg sind dann gleich der nächste Schock, die Karte, die wir erneut versuchen zu nutzen, scheint nicht ganz auf dem neusten Stand zu sein, denn hier, an der Kreuzung Löwentorstraße/ Hallschlag, ist alles umgebaut und wir haben erneut extreme Orientierungsschwierigkeiten. Auch das Handy hilft uns hier leider nicht weiter, ebenso wie der Garmin. Mensch Mensch, auch das noch, zu einem solchen Zeitpunkt so ein Mist, das braucht jetzt wirklich keiner mehr...
Ich rufe erneut beim Team an, welches uns mitteilt, doch bitte weiter die Löwentorstraße bis zur B10 entlang zu laufen. Ab da würden sie sich kümmern....Ok, machen wir!
Und dann, etwa 15 Minuten später, trauen wir unseren Augen nicht! Prof. Dr. Bielack, der ärztliche Direktor des Olgäle höchtpersönlich ist mit dem Fahrrad gekommen, um uns verrückte bis ins Ziel zu begleiten, ja es ist einfach nur der Wahnsinn! Ich kann es nicht beschreiben was in diesem Moment in uns allen vorgeht, welche immense Last da gerade von uns fällt. Der Mann ist einfach der Hammer, schon jetzt, vielen Dank für die klasse Begleitung! Der Prof sagt uns, dass es noch etwa 8 Km bis ins Olgäle wären, na gut, die schaffen wir dann auch noch, bedeutet aber noch etwa 2 Stunden, abseh- und überschaubar! Das bedeutet auch, da wir jetzt 64:30 Stunden unterwegs sind, das wir nach etwa 66:30 Stunden, also gegen 18:30 Uhr das Ziel erreichen werden. Doch diese 8 Km ziehen sich wie Kaugummi und scheinen ewig zu sein. Und, es wird wieder empfindlich kalt.
Für mich ist das ausnahmsweise mal kein Problem, ich lasse mir meine beiden Jacken wieder geben und damit ist es erstmal gut. Nur Steffi, sie friert bitterlich, sodass wir doch noch einmal das Team an die Strecke rufen müssen. Bis dahin bekommt sie vorübergehend erst einmal Georgs Weste, um uns nicht ganz auszukühlen. Nach 245 Km, also etwa 5 Km vor dem Olgäle, treffen wir dann auch auf die Crew, sodass sich Steffi dick verpacken und wir alle nochmals etwas trinken und ein paar Happen essen können. Diese Helfer, dieses Team ist einfach WELTKLASSE und UNBEZAHLBAR! Außerdem sagen sie uns, das die Spenden mittlerweile gigantische 13500 € erreicht haben...unfassbar!
Nur ein paar Minuten später ziehen wir dann weiter und es wird bereits schon wieder dunkel. Steffi ist absolut fertig, kann nicht mehr, schleppt sich nur noch langsam voran, genau wie Michael, der ebenfalls absolut am Ende ist. Beide haben schon lange ihre körperliche Leistungsfähigkeit überschritten, ihren inneren Schweinehund überwunden, den Geist schon mehrfach über den Körper siegen lassen und sich in eine Art Trance begeben. Der absolute Hammer ist, dass Steffis scheinbar einzige Sorge es ist, die magische 250 Km-Marke nicht zu erreichen, sprich, vorher das Ziel zu erreichen, nicht zu fassen, da geht es ihr so scheisse und, ach, Steffi eben!! Doch scheinen sie nun auch dessen Kampf müde zu sein - es wird Zeit, Zeit endlich das Ziel zu erreichen. Aber wie programmierte Roboter geht es weiter, Schritt für Schritt, sie und Micha sind einfach unglaublich. Und Steffi friert, trotz aller Kleidung, sehr sogar....wir weichen nicht mehr von ihrer Seite, versuchen sie warm zu rubbeln, sie zu unterstützen, reden ihr gut zu....doch von alle dem kommt bei ihr nicht mehr viel an. Sie ist einfach zu erschöpft...nciht mehr recht aufnahmefähig. Und Georg? Jo, der hat scheinbar den zweiten Frühling, läuft ab und an mal ein wenig vor um zu schauen wo es noch so hingeht, läuft dann wieder zu uns zurück, total verrückt, absolut Banane der Kerl!
Remstal Spendenultra 2013 - 190

Es ist nicht mehr weit, doch für Steffi ist jeder weiterer Meter definitiv ein Meter zu viel...jeder Schritt eine einzige Qual, und außerdem muss sie dringend mal für kleine Mädchen...kurz, es wird Zeit nun endlich anzukommen! Mittlerweile stützen wir sie links und rechts, um einen Sturz auf dem doch zum Teil noch sehr glatten Untergrund zu verhindern. Sie wäre zu erschöpft um sich noch abfangen zu können...Doch irgendwie, es geht mal rechts ums Eck, mal links in eine Seitenstraße, nur das Olgäle, das will einfach nicht auftauchen.....
Doch dann, endlich, nach 66 Stunden und nunmehr 19 Minuten, 249,8 zurückgelegten Kilometern mit über 6380 positiven Höhenmetern ist es in Sichtweite, nur noch wenige hundert Meter trennen und von im, dem Olgäle Hospital, zu dem es links in eine Einfahrt geht. Prof. Dr. Bielack fährt mit seinem Rad schon mal voran um uns dort anzukündigen.....
Remstal Spendenultra 2013 - 191

Wir sehen Steffi J. und Melanie in der Einfahrt stehen, wir hören die ersten Leute, die wir noch gar nicht sehen, klatschen... Was nun in mir und sicherlich auch in den anderen vor sich geht kann ich nicht in Worte fassen...es ist einfach nicht zu beschreiben...Wir sind knapp vorm heulen, schnappen nach Luft, ringen mit unserer Fassung...mir schießen tausend Gedanken durch den Kopf...es ist unfassbar...der ganze Körper bebt...

Remstal Spendenultra 2013 - 192

Ein letztes mal geht es links herum ums Eck und der Eingang des Spitales ist zu sehen. Ich schaue kurz auf die Uhr, 250,2 Km, 66:10 Minuten zeigt sie an...ich sage es Steffi, worauf hin sich ein breites Grinsen und eine tiefe Zufriedenheit in ihrem Gesicht ausbreitet. Wir haben noch etwa 50 Meter, und alles, aber auch wirklich alles an Schmerzen und Strapazen scheint wie mit einem Schlag vergessen zu sein. Mit jedem weiteren Schritt gen Ziel wird unsere Gefühlswelt mehr und mehr durcheinander gewirbelt...
Remstal Spendenultra 2013 - 193

Es ist unfassbar, nicht zu greifen. Unter riesigem Applaus reißen Georg und ich Steffis Arme hoch, es ist so emotional, so surreal, so unbeschreiblich, so ergreifend....Steffi J. und Melanie gehen neben uns, haben genau wie wir Tränen des Glückes in den Augen, können es einfach nicht greifen, nicht fassen. Auch Michael (170,7 KM war er mit dabei!!!!) Uwe und Jimmy sind an unserer Seite und ebenso ergriffen. Ich habe die ganze Zeit die Kamera fest in der Hand und nehme alles auf, diesen Moment, diesen Augenblick des totalen Triumpfes. Steffi, aber auch Georg und ich, haben es allen gezeigt, allen Skeptikern und Zweiflern, haben dieses absolut verrückte und unbeschreibliche Projekt tatsächlich gefinisht, nonstop, und das sogar noch in unter 70 Stunden! Noch fünf, vier, drei, zwei, noch ein Meter, FINISHT! 250,3 Km in 66:22:22 Stunden, ca. 6500 Höhenmetern und nur 10 Minuten Schlaf. YES WE HAVE! WIR, und da schließe ich ganz ausdrücklich und besonders die absolut geniale Crew mit ein., haben diese "Mission Impossible" geschafft, einer für alle, alle für einen, und jeder, wirklich jeder hat alles dafür gegeben, Wahnsinn!
Allerdings begreifen wir in diesem Moment alle noch nicht so recht, was wir da gerade geschafft haben, das dies wohl Deutschlands bisher längster und mit Abstand härtester Nonstoplauf war, den wir geschafft haben - all das ist für uns noch so unwirklich, so unbegreiflich...
Remstal Spendenultra 2013 - 217

Im Foyer des Klinikums, unter weiterhin unglaublichem Applaus der, ich schätze mal über 50 Leute, übernehmen Meli und Steffi J. unsere Heldin und bringen sie erst einmal auf die Toilette. Georg und ich aber umarmen uns und gratulieren uns gegenseitig dafür, Steffi erfolgreich ins Olgäle gebracht zu haben. Georg ist echt ein klasse Kumpel....
Als sie wieder zurück kommt soll sie in der Halle noch einmal symbolisch das Zielband durchlaufen. Sie marschiert drauf zu, bleibt 5 Meter davor stehen und sagt: Nicht ohne meine Begleiter, nicht ohne meine Supporter und ohne meine ganzen Helfer, denn ohne sie hätte ich das niemals geschafft. Es ist so ergreifend, mir läuft es eiskalt den Rücken herunter. Wir alle kommen zu ihr, nehmen uns in die Arme und durchlaufen GEMEINSAM das Zielband.
Remstal Spendenultra 2013 - 054

Direkt im Anschluss daran entsteht dieses absolut alles sagende Finisherbild - alle Projektteilnehmer Arm in Arm, eine Festung, eine Wand, gemeinsam waren wir unglaublich stark! Nur schade, das ein paar Helfer, so z.B. Olli fehlen, aber gut, einer muss ja schließlich das Bild für die Ewigkeit machen!! Nichts, aber auch absolut gar nichts hatte und hätte uns aufhalten können, never! Das gesamte Team, und zwar alle, auch und besonders die Leute im Hintergrund, hat absolut zusammengepasst und einen exzellenten Job abgeliefert! Erst recht, nachdem uns Olli mitteilt, das die Spendensumme nun bereits über 15000 € beträgt.
Remstal Spendenultra 2013 - 219

Mit den letzten Akkureserven meines Handys erreiche ich meinen Engel Melanie, um ihr unser erfolgreiches Missionsende mitzuteilen. Sie ist unglaublich erleichtert, sagt mir, dass sie auf Facebook ständig alles verfolgt hat, unglaublich angespannt war und fast nicht schlafen konnte und sich solch unvorstellbare Sorgen um uns und natürlich besonders um mich gemacht hat und nun überglücklich und unbeschreiblich erleichtert ist. Ach mein Schatz, meine Melanie, die für mich beste Frau der Welt, ich liebe Dich!
Es folgt was folgen muss, Presse, Radio, keine Ahnung wer sonst noch alles uns die unmöglichsten Fragen stellt, die wir natürlich bereitwillig beantworten. Und was die alles wissen wollen, hier mal ein paar Fragen, die mir gestellt wurden:
  • Wie geht es ihnen jetzt? ...jo...
  • Haben sie Schmerzen?...och...
  • Wieviele Kalorien haben sie etwa verbraucht?...ähm, laut Polar etwa 30000...
  • Haben sie wirklich nicht geschlafen?...nö, nicht wirklich...nur 2*5 Minuten...
  • Waren sie niemals müde?...och...
  • War es sehr kalt?...eijo...bei bis zu -12 °C...die Sahara war´s nicht...
  • Haben sie jemals an einen Abbruch gedacht?...no way...
  • Wie lange haben sie sich alle gemeinsam darauf vorbereitet?..gar nicht...
  • Wie hat sich das Team gefunden, aufeinander abgestimmt und speziell vorbereitet?...null...

Unzählige Fragen, ich bringe sie schon gar nicht mehr alle zusammen. Ich versuche vernünftige Antworten zu finden, wobei so manche Frage echt der Hammer ist und ich mich....naja, zurückhalten muss...Haben sie Schmerzen....nee, war ein Kindergeburtstag!!!! Ts....Aber gut, immer freundlich bleiben!

Remstal Spendenultra 2013 - 073

Diekt nach der "Öffentlichkeitsarbeit" kommt Steffis Mutter zu mir, schaut mir in die Augen, nimmt mich fest in die Arme, bricht fürchterlich in Tränen aus und sagt nur: Danke, danke das du auf meine Tochter aufgepasst und sie unversehrt ins Ziel gebracht hast! Ich weiß gar nicht was ich sagen soll, hatte ich doch stellenweise genug, mehr wie genug, mit mir selbst zu tun und mich gar nicht recht um Steffi kümmern können. Aber ich sage ihr es sehr sehr gerne gemacht zu haben und was sie doch für eine klasse Tochter hat. So viel Willenskraft, Kampfgeist, Schmerzresistenz und Durchhaltevermögen, und was sie hier und heute geleistet hat, unfassbar. Sie sagt nur: Ja, das weiß ich, ich habe es schon immer gewusst, und spätestens jetzt weiß ich es erst recht! Es fällt mir schwer meine Emotionen, Gefühle und Tränen zurückzuhalten...
Als jetzt noch Steffi J. und Melanie auf mich zu kommen und mich in den Arm nehmen brechen alle Dämme - jetzt ist es auch bei mir vorbei und ich kann die Emotionen nicht mehr zurückhalten. Gemeinsam halten wir uns fest und brechen in Tränen aus...
Wenig später bittet uns Dr. Bielack, ihm in den ersten Stock zu folgen, um uns kulinarisch, medizinisch und sonst wie versorgen zu lassen. Wir verabschieden uns von Uwe und Jimmy (1000000000 Dank für alles!!!, ihr habt sehr viel für das Gelingen dieser Mission beigetragen) sowie den vielen Zuschauern, indem wir ihnen selbst Applaus spenden und uns tausend mal bedanken und gehen in einen extra für uns vorbereiteten Raum.
Remstal Spendenultra 2013 - 203

Hier legen wir erstmal ein paar Klamotten ab. Die Pflegekräfte fragen uns, ob wir eine Infussion zur schnelle Erstversorgung möchten, was Michael und Steffi dankend annehmen. Wir werden mit Pizza, frischen Kaffee, Cola, Saft, Wasser, Tee, ach, mit allem umsorgt, was man sich nur so vorstellen kann. Georg und ich schlagen dann dort lieber zu ;-)! Steffi bekommt außerdem, um ihr das atmen zu erleichtern, Sauerstoff direkt in die Nase geführt. Und dann fragen wir höflich, ob wir uns auch...unserer...Schuhe entledigen dürfen....wir dürfen.
Ich sage nur - ooohhh meeeiiinn  Gooootttt.....mal von dem pumakäfigmäßigen Geruch ganz abgesehen.... Als ich meine Flossen sehe, die riesen Blasen, die Schwellungen, die Rötungen, wird mir schnell alles klar und ganz besonders auch, woher welcher Schmerz wann und in welcher Intensität gekommen ist.....
Remstal Spendenultra 2013 - 205

Hammer, einfach nur der Hammer!
Remstal Spendenultra 2013 - 206

Ganz schön geschwollen...
Remstal Spendenultra 2013 - 207

Blasen bis auf die Zehen, eidrig, blutig, zum großen Teil offen...
Remstal Spendenultra 2013 - 208

 

Einzige Frage des Chefarztes: Und sie sind mit diesen Füßen gelaufen?
Ähm, ja, also, jo, das geht...
Und dann, ganz unvermittelt, kommen die glatzköpfigen Kinder ganz ungezwungen und ungerufen in unserem Zimmer vorbei und bedanken sich für das, was wir für sie getan haben. Sie gehen zu Steffi, Georg, Micha und mir, schauen uns mit ihren lebensfrohen Augen ins Gesicht und sagen danke....ich bin gerührt, ergriffen, es ist unfassbar, nicht zu beschreiben und mit Sicherheit einer der schönsten und tiefgreifensten Momente in meinem Leben. Diese Kinder wissen nicht genau WAS wir da gemacht haben, welche Distanz wir überwunden haben. Sie wissen aber sehr wohl, dass wir alles gegeben haben, um ihnen wenigstens ein bisschen zu helfen. Als ich ihnen in die Augen sehe ist mir klar, das wir absolut keine Probleme haben, das die Wehwehchen, die wir hatten und haben nichts gegen das sind, was diese kleinen Geschöpfe hier an Schmerz und Leid ertragen mussten und vielleicht noch müssen. Unser Stolz wird bleiben und unser Schmerz gehen - und genau das wünsche ich mir auch für diese kleinen Seelen von ganzem Herzen, dass sie bald wieder gesund werden und mit ihren dankbaren Blicken und liebevollen Lächeln diese Welt etwas schöner machen. In diesem Augenblick bin ich der glücklichste Mensch der Welt...
Wegen Steffis Husten und der pfeifenden Lunge ordnet Dr. Bielack an, Steffi in das nahegelegene Haupthaus der Klinik zum Röntgen und für eine Nacht zur Beobachtung zu bringen. Auch Michael, Georg und ich sollen mit, um unsere Füße versorgen und ein großes Blutbild machen zu lassen. Steffi J. und Melanie kümmern sich um uns und bringen uns dorthin. Ich selbst bin, genau wie Micha, nicht mehr in der Lage zu gehen, die Füße sind jetzt absolut fertig. Die Mädels organisieren Rollstühe für uns....ach ihr beiden, ihr seid einfach.....!!!!!
Dort angekommen bekommen Steffi, Georg, Micha und ich Blut für das Blutbild abgenommen und im Anschluss die Füße behandelt - wobei - außer sie mit Desinfektionsmittel zu reinigen wird da gar nichts gemacht. Hätte gedacht es würden die Blasen geöffnet und...., ach lassen wir das!! Als unsere Ergebnisse da sind wollen sie uns nicht nach Hause lassen, zu hohe Entzündungswerte, knapp vorm Herzinfakt und so, oh Mann, als ob wir das nicht wüssten und vor allem - wüssten woher das kommt!! Wir, bis auf Steffi, unterschreiben die Klinik auf eigenes Risiko verlassen zu wollen. Steffi ist so vernünftig, auch wen sie bitterliche Tränen vergießt und logischerweise lieber mit uns mitkommen würde, eine Nacht hier unter Beobachtung zu bleiben. Wir verabschieden uns voneinander...unter Tränen (wir wissen noch nicht, was mit Steffis Lunge ist) und versprechen uns, morgen, nee, es ist ja schon nach null Uhr, also heute, bei ihr in der Wohnung auf sie zu warten, um uns auf jeden Fall noch vernünftig voneinander veranschieden zu können.
Georg, Michael, Klaus und ich werden ganz schweren Herzens gegen 00:30 Uhr von Melanie in Steffis Wohnung gefahren...meine Güte brauche ich lange für die paar Meter vom Auto bis zum Eingang, die Stufen hinauf in den ersten Stock und dann bis in ihr Wohnzimmer. Obwohl, Michael ist auch nicht viel schneller. Duschen geht gar nicht, habe ich doch Schmerzen ohne Ende. Wir verteilen uns auf der Couch, quatschen noch ein wenig und vertilgen so ziemlich alles, was wir irgendwo noch finden können, vornehmlich allerdings salzige Sachen...und trinken was das Zeugs hält,...warum nur? Ich versuche erneut meinem Engel anzurufen, doch leider ist der Akku jetzt endgültig leer. Schade, ich hätte ihre liebliche Stimme jetzt so gut brauchen können....
Georg geht dann doch duschen, worum ich ihn echt beneide, ich würde ja gerne, geht aber nicht, absolut nicht. Unsere Gedanken sind bei Steffi und wir machen uns große Sorgen, was mit ihrer Lunge wohl ist. Beim Fernsehschauen schlafen wir dann irgendwie alle gegen 02:00 Uhr, nach über 92 Stunden mit nur 2*5 Minuten Schlaf, quer in Steffis Wohnung verteil, auf dem Wohnzimmerboden, im Flur und egal wo Platz ist, nach und nach ein. Doch ich schlafe sehr schlecht, wache ständig wegen den heftigen Schmerzen wieder auf, weiß nicht, wie ich mich drehen und wenden soll, ab den Knien abwärts pulsiert alles, quäle mich von links nach rechts, vom Bauch auf den Rücken - es sind Stunden der Qualen. Und ich muss heute auch noch nach Hause fahren - na DAS gibt ja ein Spaß! Wie soll ich - ach, wird schon irgendwie gehen...
So gegen 8 Uhr werde ich dann wach, Georg pennt noch, Klaus ist schon im Zug Richtung Heimat und Micha ist ebenfalls schon wach. Auch ihm geht es noch, na sagen wir mal, sehr bescheiden. Boah, und Micha muss noch bis Hamburg fahren, verrückt. Nachdem sich Micha und ich auf´s Klo gequält haben ist auch Georg wach, sodass wir alle gemeinsam frühstücken (Gummibärchen, Chips, Salzbrezel, Saft, Wasser...was halt so da ist). Und wieder machen wir uns Gedanken um Steffi, sodass Georg ihr gleich mal eine SMS schickt. Steffi meldet wenig später: Alles gut, Lunge ok, mir geht es schon wieder besser und komme gegen Mittag nach Hause! Uns fällt ein riiiiiieeeesen Stein vom Herzen....
Wir beschließen ihr zum Empfang einen Blumenstrauß zu organieren. Wie überraschend das Georg an die Tanke zur Beschaffung fahren muss....Micha und ich sind noch nicht ganz so dazu in der Lage. In der Zwischenzeit versuche ich zu duschen, ooohhh mmeeeiiinnn Goootttt! Fast eine Stunde brauche ich dazu...unfassbar. Und dann versuche ich schon einmal mein ganzes Zeugs zusammen zu räumen...ooohhh meeeiiiin ,..., ach das hatten wir schon! Gegen 12:30 Uhr ist es dann soweit, es klingelt und Steffi, Steffi J. und Sascha sind da! Als Steffi ins Wohnzimmer tritt gibt es erst einmal eine riieeeesen Applaus, den sie sich wirklich mehr wie verdient hat. Ihr geht es wirklich schon wieder deutlich besser, was uns alle sehr erleichtert. Wir quatschen noch über viele Dinge, schwelgen nach wie vor in einer riesigen Euphorie und können noch immer nicht so recht fassen, was wir hier alle zusammen geleistet haben.
So gegen 13:30 Uhr mache ich mich dann schweren Herzens auf den Heimweg. Die anderen gehen wohl noch alle gemeinsam Essen, was bei mir leider nicht geht, da ich ja wegen des defekten rechten Scheinwerfers am Auto unbedingt noch im hellen wieder zu Hause sein muss. Außerdem möchte ich auch zu meinem Schatz Meli, die so lange ohne mich sein musste, so viel Angst um mich hatte, und das alles nur weil ich hier so ein Ding durchgezogen habe. Danke mein Schatz, du bist die beste Frau der Welt!
Wir fallen uns alle nochmals in die Arme und es fällt wirklich sehr schwer, voneinander zu lassen, so sehr ist man sich in den letzten drei Tagen ans Herz gewachsen, so sehr hat man miteinander gekämpft, alles gegeben...
Es sind einfach wunderbare, großartige, tolle und liebe Menschen, egal ob Mitläufer oder Helfer, die ich hier kennenlernen durfte und nun zurücklassen muss....
Tief bewegt räume ich mein Zeugs ins Auto, steige ein, trete auf´s Gaspedal und somit die Heimreise an...
Auf der Höhe von Speyer fahre ich auf einen Parkplatz, mache den Motor aus, schließe die Augen und halte kurz inne...mir wird bewusst, wie verdammt gut es mir geht! Ich bin gesund, habe eine großartige Frau, einen tollen Job, ein Haus, ein Auto, bis auf den ungewollt unerfüllten Kinderwunsch eigentlich alles, was man sich so wünschen kann. Und ich habe das Privileg, ganz einzigartige und großartige Menschen zu kennen und wunderbare Freunde zu haben - danke!
Ein Film über diesen Lauf wird noch folgen...
Über 20.000 € Spendengelder für die an Krebs erkrankten Kinder - Da ist wirklich JEDER Schmerz vergessen. Nein, ich bereue absolut nichts und würde gerade mit diesen Leuten jederzeit wieder ein solch verrücktes Projekt unterstützen.
Dieser Lauf hat mich geprägt, er hat viel in mir bewegt und noch immer, Wochen danach, arbeitet er in mir. Unvergesslich...

Läufer:

 

Steffi Praher – Firstheadoverheelchiefexecutiveofficer (volle Distanz)
Steffen Kohler - Secondbasecameranavigator (volle Distanz)
Georg Kunzfeld - Secondheadinfrontrunner (volle Distanz)
Michael Wedemeyer - Secondsofteggparttimeofficer (171 Km)
Lars Pfitzner - Secondnightparttimeawaker (über 100 Km)
Uwe Leuschner - Secondparttimeponnytailer
Jimmy Frazao – Secondparttimeinfrontbackender

 

 

Supportmobile:

 

Melanie Krauß – Planung, Vorbereitung, Spenderaquise im Vorfeld, Administration, Logistik, Kommunikation Läufer-Team-Backoffice

Steffi Joos – Planung, Vorbereitung, Administration, Logistik, Kommunikation Läufer-Team-Backoffice

Sascha Schönwald – Planung, Vorbereitung, Administration, Logistik, Koch und Technik

Sebastian Saul – Planung, Vorbereitung, Administration, Logistik, Technik und Ersthelfer

Klaus Puchinger – GPS Controlling, Schlafdienst ;)

Backoffice (WoW-Art):

Oliver Halder – Design, Entwicklung CI, PR-Koordination, Publikationen, Pressemitteilungen, Medienkommunikation, Facebook-Moderation, Fotografie

Carina Halder – Fotografie und Fahrdienst

Björn Aicher – Design und Programmierung der Webseiten.

Print:

Michael Krauß – Flyer- und Plakatdruck

 

Ein Video folgt später

 

 
Blog Training
Bevor wir über 2013 sprechen hier unser mittlerweile traditionelles Jahresabschlussfilmchen - diesmal über, wie überraschend, unser Laufjahr 2012:



Nachdem das für uns grandiose vergangene Jahr nun (leider) zu Ende ist ;-), haben wir uns für dieses Jahr natürlich auch wieder ein paar Highlight herausgesucht, auf die es nun vernünftig vorzubereiten gilt. Denn das ist einfach das A und O!

Melis Jahreshighlight wird definitiv der Rennsteig Nonstop von Blankenstein nach Hörschel sein! Zwar ist dieser von den Höhenmetern mit etwa 3000 nicht ganz so heftig wie der KoBoLT, hat dafür aber auch 28 Km mehr - wobei - wen interessieren bei solchen Distanzen ein paar Kilometer mehr oder weniger ;-)!
Steffens ansolutes Jahreshighlight wird der WiBoLT nonstop von Wiesbaden nach Bonn mit seinen 320 Km und über 12.000 Höhenmetern sein. Besonders deshalb, da es viel zu wenige VPs gibt und eine Radbegleitung absolut unmöglich ist. Mission Impossible?
Und deshalb sieht der Eventplan auch mal wieder schlimmer aus als er eigentlich ist ;-)! Denn wie gesagt - eine gute Vorbereitung und vor allem auch genügend Lauferfahrung über solche oder ähnliche Distanzen mit all den verschiedensten Gegebenheiten sind da unabdingbar!
Hier unser bis jetzt geplanter Laufkalender:

17.-18.01.2013
Remstal-Höhenweg (250 Km, 6800 Hm) nonstop Spendenlauf
26.01.2013 * 50 Km Rodgau, Meli und Steffen
02. - 03.03.2012 Würzburg Ultra 101 Km, ca. 3000 Hm, MEli und Steffen
23.03.2013 50 Km Eschollbrücken
06.04.2013 3. RBWL, 108 Km, 4400 Hm, Meli und Steffen
12. - 14.04.2013 *Junut 230 Km, 6000 Hm, Steffen
27.-28.04.2013 *24 Stunden Seilersee, Meli und Steffen
01.05.2013 Bärenfels Ultra
12.05.2013 Mainz Marathon
26.05.2013 Knastmarathon Darmstadt
29.05.-02.06.2013 *WiBoLT 320 Km, 12000 Hm nonstop, Steffen
21.06.2013 Bärenfels Ultratrail Meli und Steffen
27.07.2013 Ultratrail Römische Weinstraße 85 Km 3000 Hm, Meli und Steffen
11.08.2013 Felsentrail Pfälzerwald Meli und Steffen
30.-31.08.2013 Rennsteig komplett (168 Km, 26 Stunden) , Meli und Steffen
00.09.2013 P-Weg 67 Km, 1900 Hm, Melanie und Steffen
00.-00.09.2013 9ème Les 24 heures de Liege (Bel), Melanie und Steffen
07.-08.09.2013 24h DM Karlsruhe
Röntgenlauf
10.11.2013 DM 50 Km Bottrop
KoBoLT
MMM
Heiligabendmarathon
........?

Na dann, auf geht´s, gleich morgen, beim 250 Km Spendenlauf entlang des Remstal-Höhenweges zu gunsten der Kinderkrebsstation Olgäle!

 

 
Blog Events

Als ich im Sommer zusammen mit Melanie den großartigen Spendenlauf von Michael Pieper und Robert Nolte zugunsten der Bärenherzstiftung in Wiesbaden (dort kamen über 10.000 € an Spenden zusammen!) unter anderem auch läuferisch unterstützen durfte lernten wir gleichzeitig auch Steffi Praher kennen, die dort genau wie wir auf einer Teiletappe mit von der Partie war. Steffi Praher

Und genau dieses aus Thüringen stammende und jetzt in der Nähe von Stuttgart lebende Ausdauerpaket plant nun zu ihrem 30. Geburtstag (18.01.) ebenfalls einen Spendenlauf.
Erstmals erzählt hatte sie uns im September 2012 davon und das ganze Projekt war so kaputt und unvorstellbar, dass eine Zusage zur Unterstützung durch die Runningfreaks quasi Pflicht war!
Der Spendenlauf verläuft etwa 250 Kilometer und 7.000 Höhenmeter auf einem der schönsten Wanderwege im Remstal, am Stück und möglichst ohne größere Unterbrechung - und das im Winter! Und genau da liegt auch die besondere Schwierigkeit. Einmal ganz davon abgesehen, das keiner von uns jemals eine solche Distanz und schon garnicht mit so vielen Höhenmetern nonstop zurück gelegt hat, haben wir noch dazu ganz überraschend auch noch Winter! Und der wird nach jetzigen Kenntnissen erbarmungslos zuschlagen, denn bis zu -10 °C sind für die Nächte vorhergesagt. Die Müdigkeit (Start ist am 17.01., 0.00 Uhr, Ziel spätestens am 19.01., 23:59) wird uns frieren lassen und die Kälte zusätzlich müde und mürbe machen! Ein Wahnsinnsprojekt!

Da Meli leider keinen Urlaub bekommen hat werde ich alleine versuchen gemeinsam mit 2 weiteren Ausdauerbekloppten Steffi möglichst nonstop über diese Strecke bis ins Hospital zu bringen. Bis jetzt sind schon über 5000 € an Spenden eingegangen und Steffi und alle anderen Projektteilnehmer hoffen natürlich, dass noch weitere zahlreiche Spenden bis zu unserem Eintreffen im Olgahospital eingehen werden.

Entsprechend rufe ich an dieser Stelle alle Leser auf - unterstützt uns, feuert uns über Facebook kräftig an, sorgt mit dafür, das wir alle das Ziel in Stuttgart erreichen und vor allem, bitte spendet für diese außergewöhnliche Aktion:

Spendenkonto Olgahospital
Konto-Nr. 1001161301
BLZ 602 500 10
Kreissparkasse Waiblingen


oder ganz bequem über Paypal!

Wie immer gilt: Jeder Euro zählt!

Alle weiteren Informationen gibt es auf Steffis Aktionshomepage: http://www.spendenultra.de 

Ein riesen Dank an dieser Stelle an Steffi und ihrem Orga-Team, dass ich ein kleiner Teil dieser großartigen Aktion sein darf!

 
Blog Training
Um es gleich vorweg zu sagen - 2012 war sowohl für Meli als auch für mich ein absolutes Traumjahr! Wir haben nicht nur all unsere Ziele, beispielsweise die TorTour de Ruhr (nochmals 1000 Dank an meine Supporter Gerd Dietrich-Rosenbrock und Michael Kohlbrok) oder den KoBoLT, erreicht, sondern außerdem noch an vielen anderen tollen Laufaktionen teilnehmen dürfen.
Zu nennen ist hier z.B. die Wahnsinnsaktion von Michael Pieper und Robert Nolte, die für Bärenherz über 10.000 € durch ihren gigantischen Lauf über den gesamten Rheinsteig mit über 250 von Michael gelaufenen Kilometern gesammelt haben; oder aber auch der MMM von Sascha Kaufmann und Brigitte Mollnar, bei dem ebenfalls für einen sehr guten Zweck gesammelt wurde, nämlich für den Laufclub 21 (steht für das 21. Chromosom)!
Und nicht zu vergessen - all die lieben Menschen, die wir in diesem Jahr neu kennenlernen durften! So z.B. Didi Beiderbeck, den ich als Guide über den Rennsteig bringen durfte und der mich um eine ganz wunderbare Erfahrung bereichert hat! Ich könnte jetzt ewig viele weitere Personen aufzählen, was allerdings den Rahmen sprengen würde.

Ich möchte jetzt hier auch nicht alle Events aufzählen, an denen wir teilgenommen haben, sondern verweise jetzt schon einmal auf den Film "Unser Laufjahr 2012", den ich gerade am erstellen bin. Ich hoffe das dieser bald fertig ist...wir haben halt viel erlebt ;-).

Stattdessen hier abschließend ein wenig Statistik:

 

Melanie:

3213 Km (16661 Km seit Beginn des ambitionierten Laufens in Oktober 2007)
Höhenmeter: 32381 m
290496 Kcal
Herzfrequnezdurchschnitt: 149
Temposchnitt: 6:49
Trainingseinheiten: 238, davon 31 * Kraftrainingseinheiten und 207 Laufeinheiten
Laufzeit: 452 Stunden
Events: 15, davon 1 Hm, 4 Marathon, 10 Ultras

Neue persönliche Bestzeiten:
Halbmarathon in 1:59:58
Marathon mit 4:08:59
24 Stundenlauf: 159,226 Km

Steffen:

5601 Km (22762 Km seit Beginn des ambitionierten Laufens in Oktober 2007)
Höhenmeter: 43283 m
418289 Kcal
Herzfrequnezdurchschnitt: 116
Temposchnitt: 6:27
Trainingseinheiten: 319, davon 61 * Kraftrainingseinheiten und 258 Laufeinheiten
Laufzeit: 603 Stunden
Ausserdem alle zwei Tage Bauch- Rückentraining inkl. 100 Situps
Events: 19, davon 1 Hm, 4 Marathons, 14 Ultras

Neue persönliche Bestleitungen:
Halbmarathon: 1:30:57
100 Km: 8:55:23
100 Meilen: 18:56:01
Errungene Titel:
Deutscher Vizemannschaftsmeister 100 Km mit der LG DUV
 
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