Läufers Weisheiten

Nur wo man zu Fuß war, war man wirklich!
Eigentlich wollten wir ja den Harz queren, doch da dies ein Punkt zu Punkt-Lauf gewesen wäre und ich weder meiner Form, noch meiner Sehne zu 100 % vertraute habe, erschien uns ein dortiger Start etwas zu riskant zu sein. Am Bärenfels ging es über 4 Runden á 13,2 Km mit insgesamt 1900 +  positiven Höhenmetern, sodass man jederzeit ohne Probleme abbrechen konnte, selbst innerhalb einer Runde gab es Möglichkeiten des Abkürzens. Außerdem war dieser Lauf nur ein Bruchteil dessen von uns entfernt, was der Harz gewesen wäre, wozu dann also in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Von den Startzeiten und den damit verbundenen "Aufsteh- und Anfahrtszeiten" einmal ganz abgesehen: Harz 2 Uhr aufstehen, 3 Uhr Abfahrt - Hoppstädten 6:15 Uhr aufstehen, 7:15 Uhr Abfahrt!! Und, der Bärenfels hatte nahezu die doppelten Höhenmeter, was wir dringend benötigten. Was also lag da näher, als dort an den Start zu gehen? Eben, nichts, zumal die Organisation in "Fellerschen" Händen immer perfekt, mit einer tollen Verpflegung ausgestattet, sehr liebevoll, familiär und gemütlich ist, von der wunderschönen Landschaft und somit auch der herrlichen, aber sehr anspruchsvollen Laufstrecke einmal ganz abgesehen.
Gesagt, getan, um 8:30 Uhr waren wir dort und wurden gleich mal von Stefan Feller herzlich begrüßt! Auch die Ultrarunners Iris und Oliver, die ich beim Köln 73 kennen lernen durfte, liefen uns gleich über den Weg, ebenso wie Gabi und Peter Gründling und noch einige andere mehr - es war eigentlich wie so oft, alle "Laufverrückten" waren wieder einmal zusammen, herrlich!
Wenig später meldeten wir uns nach, was hier auch etwas besonders ist, gibt es doch handbemalte Startnummern!  Super, oder? Und wer möchte, darf diese nach dem Lauf sogar behalten und zukünftige Läufe dann quasi "mit seiner ganz persönlichen Startnummer" absolvieren; ach ja, die Fellers, in Fachkreisen auch als "Fellerclan" bekannt, , eine wirklich laufverrückte und äußerst liebenswerte Veranstalter- und Organisationsfamilie (Robert und Andrea Feller, Gernot und Silke (geb. Feller) Herferich, Stefan und Sigrid Feller, die Großeltern Jutta und Franz Feller sowie die "Nachwuchstalente" Patrick Feller, und Eva-Maria, Elisa und Evita Helferich...ich hoffe niemanden vergessen zu haben).
An dieser Stelle sei auch einmal erwähnt, dass all die von ihnen organisierten und durchgeführten Läufe (Heiligabendmarathon, 50 Km Trail und 63 Km Ultratrail inklusive der Cupwertung) ohne jeden Sponsor bewältigt und finanziert werden! Wahnsinn, wie ich finde, und dennoch bekomment man als Läufer alles, was das Herz begehrt, ja sogar ein Läuferfrühstück wird organisiert und ist im Startgeld inbegriffen, klasse!
Nach dem einen oder anderen Gequatsche war es dann auch schon soweit, Robert Feller, der Cheforganisator, erklärte kurz die Strecke, deren Markierung, die Gefahren und Besonderheiten und zählte dann herunter .. 3,2,1 und Schuss!

Die 47 Läufer setzten sich in Bewegung, und wir mit, und alle waren wir gespannt, was sich Robert in diesem Jahr für eine Strecke ausgedacht hatte, denn diese variiert fast jedes Jahr, sodass es selbst bei mehrmaliger Teilnahme nie langweilig wird, auch eine klasse Idee, wie ich finde. Das hat allerdings den Nachteil, dass die Ergebnisse der vergangenen Jahre nie als Maßstab herangezogen werden können, da die Strecken mal leichter, mal anspruchsvoller ausfallen, was sich auch in diesem Jahr an der Siegerzeit und der Zahl der Aussteiger deutlich zeigen sollte, denn der Sieger benötigte über eine Stunde mehr Zeit als im letzten Jahr, was für den hohen Anspruch und die Schwierigkeit des Streckenprofiles in diesem Jahr spricht. Und die Strecke hatte es wirklich in sich, die Anstiege waren teilweise so steil, das man sie auf allen vieren hinaufkrabbeln musste, echt der Hammer! Es ging über unzählige Singletrails, über Wiesen, Holzstege, Bäche, durch einen Steinbruch, quer durch den Wald, unter und über Baumstämme, ein einziger Traum! Aber eben extrem anstrengend und für "Flachlandtiroler" wie uns knüppelhart, aber genau das wollten wir ja.
Wie gesagt, 4 Runden á 13,2 Km waren zu laufen mit insgesamt etwas mehr als 1900 positiven Höhenmetern, und ganz ehrlich gesagt hatte ich höllischen Respekt vor diesem "Brett", war doch mein Trainingszustand mehr als bescheiden und auch die Sehne gerade erst genesen. Aber mein Schatz versprach mir, mich egal wie ins Ziel zu bringen, was mich wiederum beruhigte, denn ich brauchte diesen Lauf unbedingt als Vorbereitung für all das, was in diesem Jahr noch so alles kommen soll.
Doch es kam alles ganz anders, mir ging es super gut, ich war fit, hatte Power ohne Ende, keine Schmerzen, die Sehne schrieh nach mehr -  und mein Schatz, sie musste ab Mitte der 2. Runde mit heftiger Übelkeit und Kreislaufproblemen kämpfen, dachte sogar schon an Aufgabe. Ich überlegte kurz was los sein könnte und fragte sie, was sie bis jetzt so alles zu sich genommen hatte. Dann war mir so ziemlich alles klar, ohne Kohlehydrate und Salz geht gar nichts, also sagte ich ihr, dass sie bitte Salzstangen, Kekseund Cola in etwas größeren Mengen nehmen sollte, was sie dann auch Ende der 2. und Mitte der 3. Runde gemacht hatte. Mit Wasser konnte ich sie dann per Trinkflaschen von meinem Gurt zwischen den beiden Versorgungspunkten versorgen. Ebenso verordnete ich ihr eine 5-minütige Sitzpause, um den Kreislauf zu beruhigen. In dieser Zeit in den Runden 2 und 3 konnte sie fast nur gehen, selbst die ebenen Passagen, und an den Anstiegen dachte sie ständig, sie nicht schaffen zu können. Ich sagte ihr immer wieder, dass sie diese Schwächephase überstehen würde, was sie mir allerdings nicht glauben wollte und dem Ende nahe war. Sie sagte auch mehrfach, ich solle diesen Lauf alleine zu Ende bringen, was ich natürlich nicht machte! Niemals, niemals würde ich sie in einem solchen Zustand alleine lassen!
Mitte der 3. Runde erholte sie sich dann nach und nach, sogar die Anstiege lief sie wieder hinauf, sodass an eine Aufgabe zum Ende der 3. Runde nicht mehr zu denken war, ganz im Gegenteil, es war als hätte sie irgendwo Dynamit gefunden und gezündet, sie legte doch tatsächlich nocheinmal den Turbo ein und lief fast die gesamte Runde, auch viele der Anstiege, unglaublich! Alle Übelkeit und Schwäche war wie weggeblasen, sodass sie die letzten 3 Km in unfassbaren 15:21 absolvierte, Powerfrau! Vielleicht lag es auch nur daran, das ein Gewitter aufzog und sie unbedingt vor den ersten Regentropfen ins Ziel kommen wollte, keine Ahnung, auf alle Fälle war es schon grandios, wie sie, als hätte es all die Schwierigkeiten zuvor nicht gegeben, die letzten Kilometer abgespult hat, und wie soll ich sagen, mit "Blitz und Donner" wurden wir im Ziel empfangen und nur Sekunden später begann es dann auch schon heftig zu regnen.
Und mein Schatz? Super gut drauf, alle Strapazen vergessen mit einem wunderschönen Lächeln im Gesicht, herrlich!
Was sie hier und heute gelernt hat und die Erfahrung, die sie hier gesammelt hat, hat sie wieder einen riesen Schritt nach vorne gebracht. Denn wenn man weiß, dass man in der Lage ist, auch solche wirklich sehr harte und brenzligen Situationen zu überstehen und anschließend sogar noch eine Schippe drauf legen zu können, macht einen das mental unglaublich stark! Denn bitte was sollte einen da noch stoppen können, wenn man schon gut mit Schmerzen umgehen kann und sowieso über einen unglaublichen Kampfgeist verfügt, ja selbst Schneestürme, heftige Regengüsse und auch ein Orkan einen nicht von seinem Ziel abbringen kann?

Und das Allerbeste, Melanie wurde 1. in der AK W40 und 4. der Frauen, HAMMER!

Ganz nebenbei war das für uns in zweierlei Hinsicht ein Jubiläumslauf:

Melanie: 12. Ultra + 10 Marathons und somit 22. Marathon und mehr!
Steffen: 20. Ultra + 11 Marathons und somit 31 Marathons und mehr!

Wochenbilanz:

Melanie: 100,1 Km (7,5 Km in FiveFingers), 2430 Höhenmeter
Steffen: 135,3 Km (28,6 in FiveFingers), 2760 Höhenmeter

Hier sind die Bilder
Urkunden ab Mitte der Woche
Melis Laufbericht folgt
 
Wetter in Ingelheim
Wichtiges
Bitte spendet mit!
Steffen startet für und wird unterstützt vom
Alles rund ums Foto von Fotorista Regeneration und Eventvorbereitung: FitRabbit - Bio Performance Sport Drink Trainingssteuerung und Kontrolle: Laufcomputer von Polar Kompressionskleidung bereitgestellt von: Kompressionskleidung von Skins Wenn es mal zwickt und ziept: Wenn es zwickt - Die Physios
Danke für den Besuch!
mod_vvisit_counterHeute329
mod_vvisit_counterGestern404
mod_vvisit_counterDiese Woche329
mod_vvisit_counterDiesen Monat5332
mod_vvisit_counterGesamt2519404