Läufers Weisheiten

Im Ziel liegt nicht der Sinn, sondern in dem Weg dort hin!
In den letzten Jahren erlebt der Berglauf einen Boom. Vor allem im Sommer lassen sich zahlreiche Läufer vom Reiz des Berges begeistern. Nicht nur im süddeutschen Raum ist der Berglauf eine sehr beliebte Disziplin: Mittlerweile gibt es mehrere internationale Wettbewerbe und sogar Weltmeisterschaften im Berglauf finden jährlich statt.

Die Bergläufer behaupten, daß ein richtiger Berglauf einiges bietet, was man bei einem normalen Lauf nicht findet. Dazu gehören nicht nur das Abenteuer und das Naturerlebnis, sondern auch das Gefühl, den Berg "besiegt" zu haben.

Der Berglauf hat eigene Regeln. Er ermöglicht ein hervorragendes Herzkreislauftraining bei einer geringeren Beanspruchung des Haltungsapparats. Aus diesem Grund ist diese Trainingsform besonders geeignet für Läufer nach einer Verletzung, um die Kondition schnell wieder aufzubauen bzw. für Läufer, die orthopädisch weniger belastbar sind.

Man sollte jedoch berücksichtigen, daß man beim Bergtraining mit einem kürzeren Schritt läuft. Wenn man ausschließlich bergauf läuft, kann sich das negativ auf den Laufstil auswirken. Auf diesem Grund sollte man gelegentlich schnellere Trainingseinheiten in flachem Gelände sowie ein besonders ausgiebiges Dehnungsprogramm durchführen.

Erfahrene Bergläufer behaupten, daß man sich am Berg "nie anstrengen darf". Dies hört sich ein wenig paradox an, hat jedoch eine einfache Erklärung: beim Berglaufen gerät man sehr schnell in eine Übersäuerung. Während man sich beim Laufen in flachem Gelände relativ schnell erholen kann, indem man langsamer läuft, ist dies am Berg nicht möglich: sogar langsames bergauf Gehen stellt dann schon eine starke Belastung dar.

Aus diesem Grund kann man sich von einer Überanstrengung während eines Berglaufs schlecht erholen; eigentlich sollte man dann stehen bleiben, um der Muskulatur den Abbau von Laktat (Milchsäure) zu ermöglichen. Läufer, die bei einem Berglauf sehr schnell loslaufen, werden häufig nach wenigen Kilometern von denjenigen eingeholt, die sich am Anfang zurückgehalten haben.

Während das Laufen bergauf eine sehr schonende Trainingsform für den Haltungsapparat ist, gilt genau das Gegenteil für das Bergablaufen. Besonders wenn man einen Berg oder Hügel schnell herunter läuft, sind die Belastungen für Gelenke und Muskulatur sehr stark. Aus diesem Grund werden nach einem Lauf bergab häufig Beschwerden und Verletzungen beobachtet, die bei Läufen bergauf so gut wie unbekannt sind. Für Läufer mit Problemen wie Arthrose oder alten muskulären Verletzungen ist deswegen besondere Vorsicht beim Bergablaufen geboten.

Man kann am Berg gut ein Intervalltraining durchführen. Diese Trainingsform ist besonders beliebt bei Mittelstreckenläufern in der Vorbereitungsphase vor der Wettkampfsaison.

Das Training sieht folgendermaßen aus: Man läuft eine Strecke zügig bergauf und joggt oder geht langsam bergab, um sich zu erholen. Je nach Trainingsziel und Leistungsfähigkeit kann die Distanz zwischen weniger als hundert und mehreren hundert Metern liegen.

Dieses Training ist besonders wirksam, um die Kraft und die Ausdauer gleichzeitig zu entwickeln. Es ist jedoch sehr anstrengend und kann deswegen nur eins bis maximal zweimal pro Woche durchgeführt werden.

 
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